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Die Spargel-Nachfrage im Einzelhandel der Pfalz ist größer als das Angebot. Pfalzmarkt vertreibt deshalb auch badischen Spargel. Der Spargel-Preis wird von der Corona-Pandemie beeinflusst.

Gespräch mit SWR-Umweltredakteur Werner Eckert

Ist es so ungewöhnlich, dass Spargel aus der Pfalz oder aus Baden in anderen Bundesländern verkauft wird?

Nein, keineswegs. Meistens fährt der Zug aber in die andere Richtung. Es wird sonst mehr Spargel aus der Pfalz nach Baden geschoben als umgekehrt. Aber diesen Austausch zwischen den großen Gebieten gibt es immer. Das ist schon in normalen Zeiten so und in der Krise wie jetzt noch verstärkt. Und es ist eine Krisenzeit für die Landwirte, weil viel weniger Spargel am Markt ist, weil weniger geerntet werden kann. Es fehlt an Saisonarbeitern.

Die Pfalzmarkt-Verantwortlichen sagen, sie rechnen mit bis zu 40 Prozent weniger Angebot, weil der Spargel nicht geerntet werden kann. Das gilt aber für alle Gebiete und nicht nur für die Pfalz. Im Vorjahr beispielsweise hat der Pfalzmarkt insgesamt 1.200 Tonnen Spargel vermarktet – das entspricht einem Prozent der deutschen Ernte. Damit wurde ein Umsatz von vier Millionen Euro erzielt.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Ist Besserung für die Spargelernte in Sicht, weil mehr Erntehelfer auf dem Weg nach Rheinland-Pfalz sind?

Nein, mit der Beschaffung von Saisonarbeitern läuft es schleppend. Niemand rechnet damit, dass genügend Erntehelfer da sein werden. Daraus haben die Erzeuger bereits Konsequenzen gezogen: Kleinere Spargel-Landwirte haben schon geschlossen und wollen mit dem Spargelanbau komplett aufhören. Die großen Spargel-Produzenten dämmen die Junganlagen gar nicht erst an. Das heißt, sie werden in diesem Jahr gar nicht gestochen, sondern direkt fürs nächste Jahr geschont. Das alles führt zu einem deutlich geringeren Spargel-Angebot. Aber die Erzeuger müssen die Entscheidung jetzt treffen. Selbst wenn genug Saisonarbeiter kämen, ist es dann zu spät.

Baden-Württemberg, Hockenheim: Arbeiter aus Rumänien ernten auf einem beheizten Spargelfeld (Foto: dpa Bildfunk, Silas Stein/dpa)
Erntehelfer aus Rumänien arbeiten auf einem beheizten Spargelfeld – viele kommen bereits seit Jahren und sind bestens eingearbeitet. Silas Stein/dpa

Welche Auswirkungen hat die Krise auf den Preis des Spargels?

Das geringere Spargelangebot wird sich für die Erzeuger nicht ohne weiteres in einem höheren Preis widerspiegeln. Das liegt auch am Lebensmittelhandel. Dort läuft die Werbung schon Wochen im Vorhinein, und die Preise sind auch schon festgelegt. Das geringere Angebot schlägt da noch nicht durch. Zudem gibt es Konkurrenz zum deutschen Spargel: Italien zum Beispiel kann liefern.

Aus Sicht der Verbraucher ist es aber so, dass das Angebot an Spargel tatsächlich geringer ist - es wird weniger Spargel auf dem Markt geben. Wer regionalen Spargel möchte, wird dafür dieses Jahr wohl mehr Geld bezahlen müssen.

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