Ein Pfleger schiebt ein Bett durch ein Krankenhaus. Während der Corona-Pandemie wird der Ruf nach mehr Gehältern laut (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance Marjan Murat dpa)

Krankenpflegerin, Verkäufer & Co

So viel verdienen unsere Corona-Helden

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Sie sind unverzichtbar, vor allem jetzt, während der Corona-Pandemie. Die "Systemrelevanten Berufe". So viel verdienen sie.

Im Sinne der Gesetzgebung erhalten die sogenannten "Systemrelevanten Berufe" die "Kritische Infrastruktur" am Laufen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik definiert diese so:

Kritische Infrastruktur in jedem Bundesland anders geregelt

"Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Organisationen oder Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden."

Jedes Bundesland kann die einzelnen Berufsgruppen für sich definieren. Das Land Baden-Württemberg beispielsweise definiert dies in seiner Corona-Verordnung vom 17. März 2020 in §1 Abs. 6.

Unter den Berufsgruppen zählen unter anderem:

  • Energieversorger
  • Telekommunikation
  • Gesundheit
  • Finanz- und Versicherungswesen
  • Transport und Verkehr
  • die gesamte Infrastruktur zur medizinischen und pflegerischen Versorgung einschließlich der zur Aufrechterhaltung dieser Versorgung notwendigen Unterstützungsbereiche, der Altenpflege und der ambulanten Pflegedienste
  • Regierung und Verwaltung, Parlamen, Justiz- und Abschiebungshaftvollzugseinrichtungen
  • Polizei und Feuerwehr (auch Freiwillige) sowie Notfall- und Rettungswesen einschließlich Katastrophenschutz
  • Rundfunk und Presse
  • der gesamte ÖPNV und Schienenpersonenverkehr
  • Straßenmeistereien und Straßenbetriebe
  • Bestatter

Viele Systemrelevante Berufe verdienen vergleichsweise wenig

Doch viele dieser Berufe befinden sich im unteren Bereich des Lohnsektors. Das Statistische Bundesamt hat dazu jüngst die Bruttoverdienste einiger relevanter Berufsgruppen verglichen. Heraus kam, dass vor allem Fachkräfte im Lebensmitteleinzelhandel am wenigsten verdienen. Durchschnittlich lag der Verdienst im Jahr 2019 bei 2.186 Euro Brutto. Damit liegt er mehr als 1.000 Euro hinter dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich mit 3.327 Euro. Auf der Nachfolgenden Tabelle sind die einzelnen Berufsgruppen nach Einkommen gegliedert dargestellt.

Bruttomonatsverdienste vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Jahr 2019

Bruttomonatsverdienste vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Jahr 2019 (ohne Sonderzahlungen), in Euro. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020. *Aussagekraft eingeschränkt, da Zahlenwert statistisch relativ unsicher ist.
BrancheArbeitnehmer
in leitender
Stellung
(Leistungsgruppe 1)
Herausgehobene
Fachkräfte
(Leistungsgruppe 2)
Fachkräfte
(Leistungsgruppe 3)
Angelernte Arbeitnehmer
(Leistungsgruppe 4)
Insgesamt
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln65614153286525133102
Getränkeherstellung71384851363632493935
Energieversorgung74215089402533145137
Abfallentsorgung und -rückgewinnung68544493318027793315
Lebensmitteleinzelhandel4487*2970*218619802345
Personenbeförderung im Regionalverkehr58723964300625773067
Güterbeförderung im Straßenverkehr61983715255423652624
Krankenhäuser85454524350227634774
Altenheime54994011311623533176
Öffentliche Sicherheit und Ordnung (u.a. Polizei, Feuerwehr)64344499337426763824
Gebäudebetreuung (z.B. Reinigung); Garten- und Landschaftsbau56393555275622602700
Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungsbereich (Gesamtwirtschaft)72694762332726823994

Forderung nach höheren Löhnen

Die Forderungen um höhere Löhne bei der Pflege und in anderen relevanten Berufen werden dieser Tage immer lauter. Aktuell zumindest gibt es noch keine offiziellen Statements dazu. Erst im Juni vergangenen Jahres hatte das Bundeskabinett höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für die Pflege beschlossen. Die Corona-Pandemie zeigt, dass Deutschland im weltweiten Vergleich bei der medizinischen Versorgung gut da steht. Allerdings ist aber aus Sicht vieler Betroffener noch viel Luft nach oben.

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