Flugzeug fliegt hoch über ein Rapsfeld. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa)

Klimaneutral reisen So geht Fliegen mit gutem Gewissen

Große Fluglinien bieten an, „klimaneutral" zu fliegen. Sogenannte Klima-Agenturen sorgen dafür, dass eine CO2-Kompensation stattfindet. Doch funktioniert das wirklich?

Beim Urlaubsflug nach Mallorca – hin und zurück – wird etwa eine halbe Tonne CO2 in die Luft geblasen. Thailandurlauber verursachen rund fünf Tonnen Kohlendioxid-Emissionen. Das kann man zum Beispiel im Internet mit Hilfe des CO2-Kompensierers „atmosfair“ ausrechnen. Dort gibt es auch das Angebot, den Klimaschaden für den Flug nach Palma de Mallorca mit 14 Euro zu kompensieren. Für den nach Bangkok sollte man 115 Euro überweisen. 

Das Geld wird in Klimaschutzprojekte investiert, etwa in erneuerbare Energien, die dann CO2-Emissionen einsparen, oder in Wiederaufforstungs-Projekte, die CO2 aus der Atmosphäre binden.

Dauer

Bei einigen Anbietern kann man sogar selbst wählen, ob das Geld für Solaranlagen in Äthiopien genutzt werden soll oder doch lieber für effizientere Öfen in Ruanda, die im Vergleich zu traditionellen Kochstellen 80 Prozent weniger Holz verbrauchen.

Diese Anbieter kompensieren CO2-Ausstoß

Gute CO2-Kompensierer sind atmosfair und Klima-Kollekte. Beide unterstützen mit den Spenden Projekte im Bereich Energie. Primaklima dagegen unterstützt das Wiederaufforsten von Wald. Climate Fair wiederum will über eine bloße CO2-Kompensation hinausgehen, errechnet die kompletten ökologischen Folgekosten und unterstützt entsprechende regionale Projekte.

Die Anbieter gleichen unter anderem auch Kosten von Kreuzfahrten aus, die klimaschädlicher als Flüge sind. Für die überwiesene Summe stellen die Vereine entsprechende Spendenquittungen aus, die steuerlich absetzbar sind. Trotzdem werden bisher nur etwa ein Prozent aller Flüge weltweit kompensiert.

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