STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Deutschland weiter aus. Schweinehalter haben finanziell zu kämpfen. An den Verbraucherpreisen ist das kaum spürbar.

Als es vor gut zwei Monaten den ersten Fall von Schweinepest in Deutschland gab sind die Schlachtpreise, die die Bauern für ihre Schweine bekommen, regelrecht abgestürzt. Das Schnitzel an der Fleischtheke ist aber nicht entsprechend günstiger geworden.

Erlöse der Bauern sinken stärker als die Preise an der Fleischtheke

Das liegt daran, dass Schlachthöfe und Lebensmitteleinzelhandel meist längerfristige Verträge haben. Wenn die sogenannten Erzeugerpreise sinken – also das, was die Bauern bekommen – dann gibt es in der Regel einen gewissen Zeitverzug bis sich auch etwas an den Verbraucherpreisen ändert.

Im Durchschnitt über verschiedene Produkte wie Schnitzel, Braten, Hackfleisch und vieles mehr geben die Verbraucherpreise derzeit tatsächlich von Monat zu Monat etwas nach – Schweinefleisch kostet im Durchschnitt aber immer noch mehr als vor einem Jahr, sagen Experten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft.

Schweine laufen nach der Tötung durch die Stationen im Zerlegebereich eines Schlachthofes. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Ingo Wagner/dpa (Symbolbild))
Mitarbeiter in Schlachthöfen werden regelmäßig auf Corona getestet - das verursacht auch Kosten. (Symbolbild) picture alliance/Ingo Wagner/dpa (Symbolbild)

Neue Kosten übersteigen möglicherweise Ersparnis im Einkauf

Woran es liegt, dass trotzdem die Verbraucherpreise nicht stärker sinken, ist schwer zu sagen. Sicher ist, dass auch an anderer Stelle Geld hängenbleibt – entweder bei den Schlachthöfen oder dem Einzelhandel. Zumindest dann, wenn diese ihre gesunkenen Einkaufskosten nicht eins zu eins weitergeben. Ein Grund dafür könnte sein, dass andere Kosten gestiegen sind - zum Beispiel durch den erhöhten Hygiene-Aufwand in der Corona-Pandemie.

Dazu kommt: Wegen der Afrikanischen Schweinepest sind wichtige asiatische Absatzmärkte für die Schlacht- und Zerlegebetriebe weggebrochen. China kauft keine Schweineohren mehr, keine -Schwänze und -Pfoten, aber auch keinen Schinken. Für die Schlachtbetriebe fehlen Erlöse. Und das versuchen sie vermutlich auszugleichen. Für die Verbraucher heißt das: wenn überhaupt, dann sinken die Schweinefleischpreise derzeit nur leicht.

Erster Fall nachgewiesen Afrikanische Schweinepest erreicht Sachsen

Zuerst Brandenburg, jetzt auch Sachsen: die Afrikanische Schweinepest breitet sich offenbar in Deutschland aus. Im aktuellen Fall wurde das Virus bei einem Wildschwein im Landkrei…  mehr...

Jäger kontrollieren genau Keine Angst vor belastetem Wildfleisch

Viele möchten Wildfleisch mal ausprobieren, befürchten aber gesundheitliche Risiken durch die Afrikanische Schweinepest, bleihaltige Munition oder radioaktive Belastung.  mehr...

Marktcheck SWR Fernsehen

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG