STAND
AUTOR/IN

Wie lässt sich Hautkrebs am besten vorbeugen? Welche Leistungen übernimmt die Krankenkasse? Und wie vielversprechend ist die Immuntherapie gegen schwarzen Hautkrebs?

Hautkrebs, sowohl schwarzer, als auch weißer, ist eine bösartige Wucherung der Hautzellen. Das UV-Licht der Sonne gilt dabei als die Hauptursache. Es schädigt das Erbgut der Zellen, die Zellen entarten und beginnen zu wuchern.

Rund 270.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Hautkrebs. Der weiße oder helle Hautkrebs kommt dabei mit etwa 250.000 Erkrankten weitaus häufiger vor als der schwarze Hautkrebs mit etwa 20.000 Neuerkrankten pro Jahr. Dennoch ist letzterer viel gefährlicher. Eine neue Therapieform hat die Heilungschancen jedoch drastisch verbessert:

Heilungschancen drastisch verbessert Immuntherapie bei schwarzem Hautkrebs macht Hoffnung

Noch vor wenigen Jahren war die Diagnose „schwarzer Hautkrebs in fortgeschrittenem Stadium“ ein Todesurteil für viele Patienten. Nun gibt jedoch eine neue Therapieform Hoffnung.  mehr...

Hautkrebs: Auch dunkle Hauttypen gefährdet

Für Menschen mit heller Haut, die schnell Sonnenbrand bekommen, ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, höher. Dasselbe gilt für Menschen mit vielen Muttermalen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Aber auch eher dunkle Hauttypen, denen die Sonne scheinbar nichts ausmacht, können Hautkrebs bekommen. Schwarzer Hautkrebs kann dabei überall entstehen, also auch dort, wo keine Sonne hinkommt – bei Männern ist eine gängige Stelle für Hautkrebs der Rücken, bei Frauen die Beine. Das Gefährliche: Die Tumorzellen können sich im Körper verteilen und damit die Heilungschancen verschlechtern.

Hautkrebs (Foto: dpa Bildfunk, Patrick Pleul)
Intensives Sonnenbaden gilt als Hauptursache für Hautkrebs. Patrick Pleul

Weißer Hautkrebs

Der weiße Hautkrebs entsteht da, wo die Sonne hinscheint, also häufig im Gesicht oder an den Händen. Heller Hautkrebs lässt sich gut behandeln und verläuft selten tödlich, sollte aber trotzdem nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Hautkrebsrisiko

Studien zeigen, wer besonders gefährdet ist, an Hautkrebs zu erkranken. So hat ein Mensch mit dunklerem Hauttyp, braunen Haaren und Augen, wenigen Leberflecken und einer Familie, in der es nie Hautkrebs gab, ein geringes Hautkrebsrisiko. Das Risiko steigt allerdings mit bestimmten Faktoren: Bei über 100 kleinen Leberflecken steigt das Erkrankungsrisiko um das 7-fache. Sind fünf große Leberflecken dabei, steigt das Risiko auf das 20-fache und wenn alle Faktoren zusammenkommen – heller Hauttyp, viele Leberflecken und familiäre Vorbelastung – kann sich das Risiko zu erkranken auf etwa das 120-fache multiplizieren.

Früherkennung bei Hautkrebs besonders wichtig

Für alle Hautkrebsarten gilt: Je früher sie erkannt werden, desto höher sind die Heilungschancen.

Um zu erkennen, ob man einzelne Flecken, Muttermale oder braune Stellen vom Arzt untersuchen lassen sollte, gibt es die sogenannte ABCDE- Regel:

  • A – Asymmetrie: Hat der Fleck eine unrunde, assymetrische Form?
  • B – Begrenzung: Hat der Fleck einen "unscharfen" Rand?
  • C – Colour: Hat der Fleck eine ungewöhnliche oder unregelmäßige Farbe? Sind also manche Stellen heller oder dunkler als der Rest.
  • D – Durchmesser: Hat der Fleck einen ungewöhnlich großen Durchmesser, also über 5 mm?
  • E – Erhabenheit/Evolution: Hebt sich der Fleck aus dem Hautniveau empor? Ist er tastbar?

Je mehr dieser Kriterien erfüllt sind, desto eher sollte man die Stelle vom Arzt untersuchen lassen, wobei aber auch nicht immer Hautkrebs vorliegt, auch wenn alle Kriterien erfüllt sind. Denn Hautkrebs zu erkennen, ist nicht ganz einfach.

Hautkrebs-Screening zur Vorsorge

Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren können außerdem alle zwei Jahre eine kostenlose Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen: Das sogenannte Hautkrebs-Screening beim Arzt. Inzwischen ist auch die Untersuchung per Auflicht-Mikroskop, dem sogenannten Dermatoskop, in der Kassenleistung inbegriffen. Dennoch bieten viele Praxen sie nicht an. Lesen Sie hier, warum:

Gut für Patienten, Verlustgeschäft für Ärzte? Hautkrebs-Screening per Auflichtmikroskop

Mit dem Auflichtmikroskop lässt sich Hautkrebs wesentlich besser erkennen. Seit Kurzem ist die Untersuchung Kassenleistung. Dennoch bieten viele Praxen sie nicht an. Warum?  mehr...

Digitale Dermatoskopie

Hochrisikopatienen sollten laut Experten mindestens jährlich kontrolliert werden – am besten mittels digitaler Dermatoskopie. Dabei wird der Patient mit einem Ganzkörperscanner abfotografiert. Diese Fotos werden gespeichert und eine Software markiert Veränderungen zu früheren Aufnahmen. Pigmentmale, die sich verändern, sind verdächtig. Anhand dieser Verlaufskontrolle können bösartige Veränderungen früher erkannt werden. Doch die Untersuchung ist teuer und wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Je nach Aufwand und Zahl der Leberflecken kann die Untersuchung weit über 100 Euro kosten.

Apps zur Hautkrebs-Diagnose?

Bestimmte, kostenpflichtige Apps sollen helfen, Hautkrebs zu erkennen. Als Nutzer fotografiert man verdächtig erscheinende Leberflecke und die App analysiert, ob es sich um Hautkrebs handeln könnte. Diese Technik scheint jedoch noch nicht ausgereift zu sein: In bisherigen Studien schnitten die Apps nicht besonders zuverlässig ab, auch, wenn die Muttermale von Hautärzten mit der richtigen Belichtung fotografiert wurden. Den Besuch beim Arzt ersetzen sie also keinesfalls.

Wie kann ich Hautkrebs vorbeugen?

Wer in die Sonne geht, sollte sich eincremen. Sonnencremes sind dabei jedoch nicht immer unproblematisch: Einige Substanzen in konventionellen Cremes stehen im Verdacht, hormonell zu wirken und Meerestiere zu schädigen. Hawaii und die Insel Palau etwa haben deshalb Sonnencreme mit bestimmten UV-Filter verboten. Eine Alternative zu konventionellen Sonnencremes sind Produkte aus der Naturkosmetik mit mineralischen Filtern. Diese hinterlassen jedoch einen weißen Film auf der Haut.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Sonnencremes schützen zwar vor Sonnenbrand, nicht jedoch vor Hautkrebs, da sie einen Teil der schädlichen UV-Strahlung durchlassen.

Grundsätzlich gilt daher:

  • Mittags sonnen zwischen 11 und 15 Uhr vermeiden
  • Lange Kleidung und Kopfbedeckung tragen, besonders bei schütterem Haar
  • Für Menschen, die beruflich viel draußen sind, etwa Gärtner, Bauarbeiter, Fahrrad-Kuriere, kann die Anschaffung von UV-Schutzkleidung empfehlenswert sein. Teilweise wird die Anschaffung von Berufsgenossenschaften, wie der BG Bau, gefördert.

Gut für Patienten, Verlustgeschäft für Ärzte? Hautkrebs-Screening per Auflichtmikroskop

Mit dem Auflichtmikroskop lässt sich Hautkrebs wesentlich besser erkennen. Seit Kurzem ist die Untersuchung Kassenleistung. Dennoch bieten viele Praxen sie nicht an. Warum?  mehr...

Heilungschancen drastisch verbessert Immuntherapie bei schwarzem Hautkrebs macht Hoffnung

Noch vor wenigen Jahren war die Diagnose „schwarzer Hautkrebs in fortgeschrittenem Stadium“ ein Todesurteil für viele Patienten. Nun gibt jedoch eine neue Therapieform Hoffnung.  mehr...

Melanom Biontech-Studie: Erster Proband bekommt mRNA-Mittel gegen Hautkrebs

Biontech ist bekannt für ihren hochwirksamen Covid-19-Impfstoff. Die darin verwendete mRNA-Technik spielt aber auch eine wichtige Rolle in der Krebstherapie-Forschung.  mehr...

STAND
AUTOR/IN