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Normalerweise boomt vor Ostern das Geschäft mit Süßwaren. Doch dieses Jahr dürfen Enkel ihre Großeltern nicht besuchen - die kaufen entsprechend weniger Ostereier und Schoko-Hasen.

Schoko-Osterhase vor Gebüsch (Foto: Colourbox)
Schokohasen sind dieses Jahr weniger gefragt.

Für Süßwarenhersteller sind die beiden Wochen vor den Osterfeiertagen normalerweise fast so schön wie Weihnachten. Denn Ostern ist nach dem Fest der Liebe die umsatzstärkste Zeit. Doch die Zeiten sind nicht normal und entsprechend schlecht ist die Stimmung derzeit in der Branche. Auch im Südwesten läuft das Geschäft bei vielen Süßwarenherstellern schleppend, denn die Verbraucher halten sich mit Ostereinkäufen zurück.

Schokohasen-Produktion gedrosselt

Schokoladenosterhasen liegen in der Produktion auf einem Laufband (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Süßwarenhersteller produzieren derzeit weniger Osterhasen Picture Alliance

In normalen Zeiten stellt die Rübezahl Schokoladen GmbH aus DettingenTeck in Baden-Württemberg jährlich rund 75 Millionen Schokoladen-Osterhasen her. Wegen der Corona-Krise seien in diesem Jahr weniger Hasen produziert worden, teilte ein Unternehmenssprecher dem SWR mit. Das Unternehmen rechne damit, dass das Ostergeschäft 2020 leicht unter dem Vorjahresniveau liegen wird.

Osterartikel gehen besonders schlecht

Für Süßwarenhersteller, die sich auf Osterartikel spezialisiert haben, sei die Situation aktuell besonders schwierig, das bestätigt auch der Süßwarenverband Sweets Global Network. "Die Leute schauen mehr auf die Grundversorgung. Also Schokolade, Gummibärchen und so weiter werden ganz gut eingekauft", sagt Verbandschef Hans Strohmaier. Die Nachfrage nach Ostersaisonartikeln sei hingegen ziemlich schwach.

Bald Drive-in für Schokoküsse

Viele Schaumküsse stehen nebeneinander (Foto: Colourbox)
Auch Schaumküsse sind derzeit weniger gefragt.

Dass das Geschäft nicht läuft, spürt auch Daniel Trauth aus Herxheim in Rheinland-Pfalz. Der Chef des Schaumkussherstellers Trauth und Söhne hat die Produktion gedrosselt. Statt an fünf Tagen die Woche stellt das Familienunternehmen jetzt nur noch zweimal pro Woche Schokoküsse her. Das Coronavirus führt dazu, dass das sonst so lukrative Ostergeschäft zum Desaster wird. Der Umsatz wird im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 80 Prozent sinken, schätzt Trauth. Bislang hat der Schaumkusshersteller einen Großteil seines Umsatzes mit seinem Fabrikverkauf gemacht. Doch der Laden in Herxheim musste - wie viele andere Geschäfte auch - geschlossen werden. Das Unternehmen überlegt deshalb, in der Woche vor Ostern eine Art Drive-In-Verkauf anzubieten. Kompensieren könne das die Verluste nicht, sagt Trauth. Er hofft aber, so zumindest seine laufenden Kosten decken zu können.

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