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Seit Februar gelten schärfere Regeln zum Schutz vor Abofallen: Smartphone-Nutzer müssen auf die Kosten von Abos hingewiesen werden und eine neue „Mobilfunkgarantie“ schützt bei Einzelkäufen.

Schon durch das Anklicken einer Werbeanzeige konnte bisher ein ungewolltes Abo zustande kommen, das dann über die Handyrechnung bezahlt werden musste. Dahinter stecken nach Angaben der Verbraucherzentralen unseriöse Drittanbieter, die einen Kaufen-Button direkt hinter der Werbeanzeige verstecken. Ein Klick – gekauft. Solche Abofallen sollen jetzt eigentlich passé sein.

Doch Schwarze Schafe gibt es weiterhin, wie eine Warnung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz anlässlich des Safer Internet Days am 11. Februar zeigt:

Neues „Redirekt-Verfahren“: Ein Klick reicht bei Abos nicht mehr

Zu den Schutzmaßnahmen gehört ein sogenanntes „Redirect-Verfahren“. Das bedeutet: Ein Klick allein reicht in Zukunft nicht aus, um ein Abo abzuschließen. Der Netzbetreiber muss zusätzlich eine gesonderte Seite öffnen, die auf die Kosten hinweist und eine Bestätigung einfordert. Es ist also erst ein Vertrag abgeschlossen, wenn der Nutzer ausdrücklich zugestimmt hat. Viele Mobilfunkanbieter haben dieses Verfahren schon vor einiger Zeit freiwillig eingeführt. Ab Februar 2020 wird es verpflichtend für Abos.

Dauer

Mobilfunkgarantie und Geld-Zurück-Garantie bei Missbrauch

Aber nicht nur bei Abos, sondern auch bei Einzelkäufen soll es ab Februar mehr Schutz geben. Anbieter müssen sich zu bestimmten Schutzmaßnahmen in Form einer Mobilfunkgarantie verpflichten. Darin enthalten sind eine Art Geld-Zurück-Garantie bei Missbrauch und Informationspflichten.

Gibt ein Anbieter keine Mobilfunkgarantie ab und setzt er auch das Redirect-Verfahren nicht ordnungsgemäß um oder hält er die Garantie nicht ein, ist er zu Schadenersatz verpflichtet.

Welche Anbieter die Garantie unterzeichnet haben, können Sie auf der Internetseite der Bundesnetzagentur prüfen.

Gesundes Misstrauen und Wachsamkeit schützt

Die Verbraucherzentralen raten außerdem dazu, bei bislang unbekannten Online-Händlern weiterhin besser misstrauisch zu sein, vor allem wenn Vorkasse geleistet werden soll. Unseriöse Anbieter seien außerdem daran zu erkennen, dass sie oft auffallend günstige oder stark reduzierte Preise haben, schlechte oder zu viele Kundenbewertungen oder ein fehlendes Impressum.

Drittanbietersperre weiterhin sinnvoll

Und die Verbraucherzentrale rät trotz Gesetzesänderung weiter zur Einrichtung einer sogenannten „Drittanbietersperre“. Sie verhindert, dass Drittanbieter Forderungen über die Telefonrechnung einstreichen können. Aber Achtung: Eine Drittanbietersperre bedeutet nur, dass der Bestell- und Zahlungsweg über die Mobilfunkrechnung unterbunden ist. Mit anderen Bezahlarten wie Kreditkarte, Rechnung oder Lastschrift können weiterhin Dienste in Anspruch genommen werden.

Viele Tipps rund um das Thema Abofalle und Musterbriefe zur Drittanbietersperre, zum Abostopp und zur Beitragsrückforderung finden Sie bei den Verbraucherzentralen.

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