Salzkörner auf der Arbeitsplatte (Foto: SWR, Foto: Sabine Schütze)

Reichlich Salz – herzschützend oder doch ungesund?

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Wer weniger als 11 Gramm Salz täglich isst, der erhöht sein Risiko für Herzinfarkt. Berliner Forscher dagegen haben festgestellt, dass viel Salz im Essen die Darmflora schädigt.

Dass viel Salz das Herz schützt, behauptet eine Auswertung der PURE-Studie, für die Daten aus 18 verschiedenen Ländern ausgewertet wurden. Berliner Forscher jedoch, die ihren Probanden zwei Wochen lang viel Salz im Essen gaben, stellten fest, dass kaum noch Milchsäurebakterien im Darm aktiv. Der Blutdruck aber und die Zahl von Immunzellen, die an entzündlichen Prozessen im Körper beteiligt sind, waren angestiegen. Das aktive Immunsystem im Darm wurde also durch viel Salz beeinträchtigt.

Verschiedene Salzsorten: Blütensalz, Ursalz, Jodsalz (Foto: SWR, Foto: Sabine Schütze)
Salz bleibt Salz - egal welche Sorte Foto: Sabine Schütze

Ist Salz nun gesund oder nicht?

Moderater Salzkonsum bleibt nach wie vor die Empfehlung, auch wenn die oben genannten 11 Gramm etwas anderes vermuten lassen. Doch die Daten zum Salz in der PURE-Studie wurden nur mithilfe des Morgenurins gezogen und nicht auch zu anderen Tageszeiten. Sie untermauern lediglich die Annahme, dass unsere Organe unterschiedlich empfindlich auf Salz reagieren. Nicht alle Menschen, die reichlich Salz mögen, leiden unter Bluthochdruck.

Wer aber ein Problem mit hohem Blutdruck hat, dem hilft ein niedriger Salzkonsum. Und weil dauerhaft viel Salz auch das Schlaganfallrisiko erhöhen kann, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, nicht mehr als fünf Gramm Salz täglich zu essen. Das ist etwa ein Teelöffel voll.

Ein gehäufter Teelöffel Salz (Foto: SWR, Foto: Sabine Schütze)
Soviel sind 5 Gramm Salz Foto: Sabine Schütze

Wer sich ausgiebig bei Kräutern und Gewürzen bedient, der dürfte mit dieser Menge klarkommen. Schon ein ganz einfaches Kräutersalz hilft beim Salz sparen.

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