Kaffeekapseln liegen neben einer Tasse auf dem Tisch (Foto: Imago, nur online)

Kapselkaffee versus Stempelkanne Besser drücken als abkapseln

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Kapselkaffee schmeckt zwar, ist aber ökologischer Irrsinn. Es sei denn, man stellt auf Mehrwegkapsel um. Die Stempelkanne liegt ökologisch und geschmacklich vorn.

Vier bis sechs Gramm Kaffeepulver kommen in eine Kapsel, meist perfekt gemahlen. Eine Schutzatmosphäre bewahrt das Aroma der Kaffeekrümel, bis sie in die Maschine kommen. Geschmacklich überzeugt Kapselkaffee die Meisten.

Doch nachdem die Kapsel für genau eine Tasse Kaffee gut war, kommt sie in den Müll; - und wird nur recycelt, wenn sie in der Wertstofftonne landet, die viele auch als gelben Sack kennen. Dazu brauchen die Kapseln nicht leer sein, müssen aber theoretisch einen Grünen Punkt haben. Der garantiert, dass der Hersteller für das Recyceln Geld ins System einzahlt. Kapseln ohne Punkt müssten eigentlich in die Restmülltonne. Doch dann werden die Kapseln nicht recycelt. Deswegen macht es Sinn, auch diese Kapseln quasi als Fehlwurf dem Grünen Punkt zukommen zu lassen.

ein Haufen leerer Aluminium-Kaffeekapseln (Foto: Imago, nur online)
8 Millionen leere Kaffeekapseln täglich in Deutschland Imago nur online

Mehrweg-Kaffeekapseln aus Edelstahl

Wer die Finger nicht vom Kapselkaffee lassen kann, der kann den irrsinnigen Ressourcenverbrauch beenden, indem er wiederbefüllbare Kapseln aus Edelstahl nutzt. Die lassen sich mit einem Schraubgewinde verschließen oder der Deckel wird einfach draufgedrückt. Anschaffungskosten zwischen 15 und 30 Euro.

Und was ist mit Plastik?

Es gibt Mehrwegkapseln aus Plastik. Doch die halten nicht so lange. Und durch die Hitze beim Brühen können sich zudem unerwünschte Stoffe aus dem ebenfalls nicht nachhaltigen Material lösen. Und kompostierbares Plastik ist auch nicht besser. Weil nämlich die Sortieranlagen den Unterschied zwischen herkömmlichem Plastik und kompostierbarem Plastik nicht erkennen, wird beides aussortiert. Und in den industriellen Kompostieranlagen mindert das Bioplastik die Qualität. Denn die Plastikreste bleiben als Störstoff im Kompost, weil die Anlagen schneller arbeiten, als Bioplastik verrottet.

Aus einer Stempelkanne wird Kaffee in eine Tasse geschüttet (Foto: Imago, nur online)
Die Stempelkanne macht einfach guten Kaffee Imago nur online

French Press, Drückerkanne oder Stempelkanne

Egal wie man die Glaskanne nennt, sie ist wesentlich nachhaltiger und macht leckeren Kaffee. Dazu folgende Tipps:

Das Kaffeepulver sollte am besten frisch gemahlen sein. Denn schon 10 Minuten nach dem Mahlen verändert sich der Geschmack, weil die Aromen oxidieren.

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