Fonduetopf und Beilagen stehen auf einem Tisch (Foto: Imago, Imago)

Achtsam Essen als guter Vorsatz für 2020 Genussvolle Feiertage und guten Hunger im neuen Jahr

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Plätzchen, Weihnachtsbraten und Stollen, die Feiertage locken mit vielen leckeren Versuchungen. Und wir alle dürfen hin und wieder mal lustvoll schlemmen, am besten bewusst.

Hingebungsvolles Genießen mit Ende

Schlemmen Sie bitte unbedingt ohne schlechtes Gewissen, dafür aber mit umso mehr Genuss. Ein guter Stollen braucht mehrere Wochen, um seinen Geschmack zu entfalten. Ein guter Braten wird ebenfalls mit viel Zeit und Liebe zubereitet. Schon deswegen sollten wir uns beim Essen ebenfalls Zeit nehmen. Nur dann können wir wirklich genießen und bewusst schmecken. Und nur dann sind wir auch bereit, aufzuhören, wenn wir satt sind, ohne uns zu über(fr)essen.

Familie gemeinsam beim Weihnachtsessen (Foto: Imago, Imago)
Gemeinsam schmeckt es besser Imago Imago

Genussvoll essen, das klappt am besten ohne Zeitdruck, Handy oder andere Ablenkungen. Gern im Kreis der Familie oder mit Freunden. Wann sonst versammeln sich alle gemeinsam am Tisch? Wahrscheinlich werden wir beim gemütlichen Zusammensitzen etwas mehr reinhauen: wissenschaftliche Untersuchungen belegen, das wir in Gesellschaft mehr essen. Aber dann ist das eben so. Denn es kommen ja auch andere Zeiten, beziehungsweise das neue Jahr.

Diäten sind schlechte „gute Vorsätze“

Wasserglas und ein paar Scheiben Brot auf einem Holzbrett (Foto: Imago, Imago)
Diäten machen mehr Frust und nicht weniger Pfunde Imago Imago

Zu Jahresbeginn sind die Vorhaben groß, ihre Umsetzung allerdings oft eher klein. So mancher nimmt sich vor, endlich abzunehmen und den Körper zu stählen. Alle Jahre wieder geistern deshalb im Januar alle möglichen Diäten durch Zeitschriften und Internet. Dauerhaft schlanker haben sie uns allerdings nie gemacht. Das belegen nicht nur unsere eigenen Erfahrungen, sondern auch Wissenschaftler, die das in Studien untersucht haben.

Das Problem: wir sind Gewohnheitstiere. Oft erprobte, eingeschliffene Verhaltensweisen zu ändern braucht Zeit und ist vor allem anstrengend. Außerdem neigen wir dazu, direkt alles auf einmal zu wollen, statt uns schrittweise umzugewöhnen. Und mit zu hohen Ansprüche ist das Scheitern direkt vorprogrammiert.

Verzierte Weihnachtsplätzchen mit einer Tassse Kakao (Foto: Imago, Imago)
Plätzchen gehören zum wohligen Weihnachtsgefühl einfach dazu Imago Imago

Meine drei Tipps für gute Vorsätze

1. Achtsam Essen

Schaufeln Sie sich keine riesigen Mengen auf den Teller, sondern halten Sie die Portionen eher übersichtlich. Essen Sie jetzt bewusst und nicht nebenher. Das schmeckt nicht nur besser. Sie werden auch eher merken, wenn Sie satt sind und können dann aufhören. Das muss nicht direkt mit der ersten Mahlzeit funktionieren. Sie werden aber merken, dass Sie mit der Zeit immer besser darin werden, ohne Nachschlag auszukommen, wenn Sie die Mahlzeit vom ersten Bissen an genossen haben.

2. Hunger spüren

Essen Sie nicht aus Langeweile oder Gewohnheit, sondern essen Sie, wenn Sie hungrig sind. Der Griff nebenher in die Keksdose oder das Mittagessen, weil es 12 Uhr ist, sind schlechte Gründe, etwas zu essen. Klar machen das ständige Überangebot und getaktete Mittagspausen diesen Rat manchmal schwer oder gar nicht umsetzbar. Aber auch hier gilt, tun Sie es Schritt für Schritt. Durchbrechen Sie den geübten Tagesablauf beim Essen, wenn es sich gerade anbietet. Wenn Sie das ein paar Mal gemacht haben, werden Sie vielleicht merken, dass Sie in der getakteten Mittagspause gar keine volle Mahlzeit brauchen, sondern eine Kleinigkeit reicht, weil Sie gar nicht hungrig sind.

3. Spüren, worauf Sie Lust haben

Nur wenn Sie hungrig sind, kann Ihnen Ihr Körper auch signalisieren, welches Lebensmittel er jetzt braucht. Wir haben verlernt, darauf zu hören. Also lernen wir es wieder. Auch das wird nicht auf Anhieb klappen, sondern ist wirklich Übungssache. Denn wir müssen unterscheiden lernen, ob wir in die Schokolade beißen, weil wir genau die jetzt wirklich wollen oder weil sie gerade da liegt. Und wir dürfen uns auch nicht davon ablenken lassen, dass wir am Abend vorm Fernseher gewohnheitsmäßig gern zur Chipstüte greifen. Diese eingetretenen Pfade müssen wir bewusst verlassen und uns neue Wege erschließen. Nur dann werden wir spüren, dass wir jetzt eigentlich Lust auf Linsen etwa haben oder einen Apfel. Der Griff zur Schokolade oder Chipstüte ist vielleicht nur der einfache, schnelle Weg, nicht aber der wirklich genussvolle.

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