Rosenpflege

Mit dem richtigen Schnitt werden Rosen zu Blühwundern

STAND

Damit Rosen wieder kräftig blühen, ist bei vielen der Frühjahrsschnitt von großer Bedeutung. Doch Vorsicht: Nicht alle Rosen werden jetzt geschnitten und nicht alle gleich.

Schnell schwirrt einem der Kopf, wenn man sich über das Thema Rosenschnitt kundig macht. Es scheint so, als ob es viele unterschiedliche Methoden dafür gibt. Doch das sieht nur auf den ersten Blick so aus. Das Durcheinander entsteht, weil man die Rosen unterschiedlich einteilen kann, zum Beispiel nach ihrer Wuchsform, nach ihrer Verwendung oder nach dem Jahr ihrer Züchtung. Wenn Sie sich aber auf die Merkmale konzentrieren, auf die es beim Schnitt ankommt, lichtet sich das Wirrwarr.

Frühjahrsputz für „Alteingesessene“

Wie eine Rose geschnitten wird, hängt im Wesentlichen davon ab, ob sie einmal oder mehrmals im Jahr blüht. Einmal blühende Rosen wie "Alte" Rosen und viele Kletterrosen blühen am letztjährigen Trieb. Würde man sie also jetzt zurückschneiden, könnten sie im Sommer nicht blühen.

Größere Schnittmaßnahmen erfolgen daher bei allen einmalblühenden Sorten - wenn überhaupt - erst im Sommer nach der Blüte! Bei ihnen wird jetzt im Frühjahr nur abgestorbenes Gehölz entfernt.

Öfterblühende Rosen richtig schneiden

Für alle öfterblühenden Rosen gilt: Wenn die Forsythien zu blühen beginnen, ist der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt. Aber wie es unsere Gartenexpertin Heike Boomgaarden so schön ausdrückt: „Auch wenn man jetzt erst die Schere schärft, ist noch nichts verloren.“ Sollten sich schon neue Austriebe gebildet haben, werden sie teilweise mit entfernt. Denn bleibt ein dürrer Stängel mit Neuaustrieb stehen, bekommt er im Zweifelsfall keine Blüte, klaut aber den anderen Stängeln Kraft. Allzu weit fortgeschritten darf der Neuaustrieb allerdings auch noch nicht sein, sonst gibt es in diesem Jahr eine eher dürre Rose oder sie geht nach dem Rückschnitt sogar ganz ein.

„Umso schwächer ein Trieb, umso stärker schneidet man zurück“.

Ganz schwache Triebe kann bis zum zweiten Auge zurückschneiden!

Starkwachsende Sorten wie Strauchrosen werden nur leicht zurückgeschnitten: Jüngere Triebe werden um ein bis zwei Drittel eingekürzt, ältere Triebe (vier Jahre und mehr) werden direkt über dem Boden entfernt.

Aber Vorsicht: Sollten Sie Ihre Rose die letzten Jahre nicht regelmäßig geschnitten haben, dürfen Sie jetzt keinen Radikalschnitt machen. Vier bis fünf Triebe sollten immer stehenbleiben, beziehungsweise nur eingekürzt werden, sonst geht die ganze Rose kaputt.

Schwachwachsende Rosen, wie Beet- und Edelrosen, brauchen hingegen einen besonders starken Rückschnitt: Sie werden um mindestens zwei Drittel gekürzt. Ältere, blühfaule Exemplare können Sie so weit zurückschneiden, dass nur noch zwei bis fünf Augen pro Trieb übrigbleiben.

Die richtige Technik

  • Schnittstelle

Schneiden Sie die Zweige mit einer scharfen Rosenschere leicht schräg ab. Der richtige Ansatzpunkt ist rund ein halber Zentimeter oberhalb der so genannten Augen (das sind die Verdickungen, aus denen neue Seitentriebe herauswachsen). Ist die Schere nicht scharf genug, kommt es zu Quetschungen und diese sind ein Einfallstor für Erkrankungen. Nehmen Sie nur Augen, die nach außen gerichtet sind. So geht der Neuaustreib nach Außen und die Rosenbüsche haben innen mehr Luft. Diesen Effekt verstärken Sie noch, indem Sie vor allem starke äußere Triebe stehen lassen und innere komplett herausschneiden.

  • Wildtriebe entfernen

Wildtriebe werden komplett entfernt: Sie sind viel dünner und haben wesentlich kleinere Dornen als die Triebe der veredelten Pflanze. Ein weiteres Erkennungszeichen: Sie sprießen häufig etwas entfernt von der Rose aus dem Boden. Oft keimen sie aber auch unterhalb der Veredelung, also der dicken Stelle am Rosenstamm, aus der die veredelten Triebe wachsen. Um sie zu erreichen, müssen Sie die Veredelungsstelle ausgraben und die Wildtriebe direkt dort abschneiden oder abreißen, wo sie sprießen.

  • Ausputzen & Beet säubern

Abgestorbenes, beschädigtes oder schimmliges Holz wird komplett herausgeschnitten. Setzen Sie dabei die Schere so tief an, dass sie ins gesunde Holz schneidet. Auch sich kreuzende Triebe und ältere Zweige mit schwachen Seitentrieben werden entfernt. Das fördert einen Neuaustrieb aus der Basis. Damit die Rosen nicht krank werden, sollten sie zudem sämtliches Schnittgut einsammeln und auch alle Blätter, die noch vom Vorjahr an der Rose hängen oder im Beet liegen, entfernen.

Weitere Frühjahrspflegemaßnahmen

Wer will, kann seine Rosen beim Rückschnitt auch gleich mit organischem Dünger versorgen. Sie können aber auch noch warten, bis der neue Austrieb eine Länge von fünf bis zehn Zentimetern hat. Den Boden oberflächlich rund um die Rosen herum zu lockern, schadet nichts. Doch wer will, dass auch die Wurzeln davon profitieren, muss - am besten mit einer speziellen Rosengabel - tief in die Erde, denn Rosen sind Tiefwurzler.

Tipp: Für viele Blühpflanzen, aber vor allem Rosen, sind Bananenschalen ein hervorragender Kalzium- und Kaliumlieferant. Die Schalen werden klein geschnitten und knapp unter die Erdoberfläche gelegt. Verwenden sollte man aber nur Bioprodukte, damit keine Giftstoffe in die Erde gelangen.

STAND
AUTOR/IN