Korb mit Geld aus Spenden (Foto: SWR, colourbox - Erwin Wodicka)

Spendenbetrüger in der Weihnachtszeit 

So erkennen Sie falsche Spendensammler

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Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Denn wenn das Fest der Liebe näher rückt, wollen viele etwas Gutes tun. Wir geben Tipps, damit das Geld an der richtigen Stelle ankommt.

Was ist sinnvoller – einmal viel Geld spenden oder eher monatlich?

Für die Hilfsorganisationen ist es besser, wenn jemand sich entscheidet, langfristig und regelmäßig zu spenden. Das kann zum Beispiel eine Patenschaft für ein Kind in einer Notlage sein oder für ein Tier oder eine Fördermitgliedschaft in einem Verein. Dann wissen die Organisationen, wie viel Geld pro Jahr sicher reinkommt und können besser planen.

Aber auch einmalige Spenden helfen, besonders, wenn es um akute Katastrophen geht, wo schnell und viel Geld gebraucht wird. So war das zum Beispiel im Sommer bei der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut im Libanon - mit Tausenden Verletzten und mehr als 200.000 Menschen, die obdachlos geworden sind. Wenn jemandem der konkrete Anlass gerade fehlt, und er oder sie möchte zum Beispiel in der Weihnachtszeit 100 Euro spenden, dann sollte man überlegen, das Geld möglichst nicht auf viele verschiedene Organisationen aufzuteilen. So fließt einfach mehr Geld direkt in die Hilfe und weniger in die Verwaltung.

Wer Spenden sammeln darf

Sammlungen von Geld- und Sachspenden in Innenstädten und an Haustüren müssen nur in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen bei Behörden angemeldet und genehmigt werden – hier können Bürger sich die Genehmigung zeigen lassen.

In den meisten Bundesländern reicht es aber, wenn Spendensammler einen Verein gründen und sich eine Satzung geben. Seriöse Vereine sollten als gemeinnützig anerkannt sein. Sie erstellen oft auch einen Jahresbericht dazu, was mit den Spenden passiert ist. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält es für angemessen, wenn 60 bis 65 Prozent der Einnahmen für den guten Zweck verwendet werden.

So erkennen Sie seriöse Spendensammler

Spendenberater Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) rät dazu, sich einen Spendensammlerausweis und auch einen Personalausweis zeigen zu lassen. Hat der Sammler nichts zu verbergen, sollte er beides vorweisen können.

Das DZI vergibt ein Spendensiegel, wofür Organisationen ein freiwilliges Prüfverfahren durchlaufen müssen. Das Fehlen eines solchen Siegels bedeutet nicht zwangsläufig, dass es sich um eine unseriöse Organisation handelt. Das Institut veröffentlicht aber auch Warnhinweise über zweifelhafte Spendensammlungen und listet auf, welche Organisationen nicht förderungswürdig sind.

Außerdem gibt es das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrates e.V. „Geprüfte Transparenz“ mit einer Qualitätskontrolle durch Wirtschaftsprüfer sowie ein Europäisches Spendensiegel für Non-Profit-Organisationen. Mit dem Kodex vom Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) verpflichten sich die momentan 141 Mitglieder (NRO) selbst zu Transparenz und legen ihre Aktivitäten offen. Auch bei Transparency International Deutschland und der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) gibt es mehr Informationen über zivilgesellschaftliche Organisationen - derzeit von 1.415 Mitgliedern.

Spenden in der Weihnachtszeit: Ratlose Frau mit Nikolausmütze, Bargeld und Portemonnaie (Foto: Colourbox)
Wer in der Weihnachtszeit spenden will, fühlt sich zuweilen überfordert, an wen.

Die Tricks unseriöser Spendensammler

Mit der Spendenbüchse auf Menschenfang – es gibt einige Tricks, die es uns schwer machen, nein zu sagen und vorbeizulaufen.

  • Trick 1: Die angebliche Spenderliste

Wenn auf einer Liste viele Namen stehen, erweckt das den Eindruck, dass es für andere selbstverständlich war, mitzumachen. Das appelliert an die Ehre mancher Menschen und den Wunsch, Teil der Gemeinschaft zu sein. Und wenn die eingetragenen Spenden auf der Liste eine gewisse Höhe haben, scheut man sich davor, weniger zu geben. Die Listen fertigen die unseriösen Spendensammler meist selbst im Vorhinein an.

  • Trick 2: Die Mitleidsmasche

Katastrophenopfer, Gewalt gegen Kinder, Tiere in Not – am besten auf Fotos zu sehen – das erweicht die Herzen vieler Passanten. Denn die Bilder rufen Mitgefühl und unseren Willen zur Hilfe hervor.

  • Trick 3: Hartnäckigkeit

Unseriöse Spendensammler fallen oft durch Aufdringlichkeit auf. Sie laufen Passanten hinterher und appellieren an deren Hilfsbereitschaft. Einige Angesprochene ziehen dann Geld aus der Tasche, um den Sammler loszuwerden.

„Wenn jemand auf uns zuläuft, der offensichtlich Spenden haben will, muss man sich erstmal fragen: Will ich in dieses Gespräch einsteigen? Ich muss mich nicht mit jedem unterhalten, der mich auf der Straße anspricht. Es ist mein gutes Recht einfach zu sagen 'Nein' – und weiterzugehen. Und das ohne schlechtes Gewissen.“

Verbraucherzentrale rät zu Vorsicht bei Spendenaufrufen im Internet

Ein professioneller Internetauftritt sagt nichts darüber aus, ob eine Organisation vertrauenswürdig ist. Verbraucher sollten sich daher immer erst über die Sammler informieren und zum Beispiel Erfahrungsberichte im Internet suchen. Zudem haben Spendenportale wie betterplace.org oder helpdirect.org einen guten Ruf.

Spendenexperte Burkhart Wilke rät zu Vorsicht bei Sammlungen im Internet, insbesondere, wenn es sich um Aufrufe in Internetnetzwerken handelt. Er schlägt stattdessen vor, sich proaktiv Organisationen auszusuchen, denen man spenden möchte. Dabei könne man sich auf wenige Organisationen konzentrieren – zum Beispiel auf lokale Organisationen, zu denen man ein Vertrauensverhältnis habe.

Spenden mit dem Smartphone

Auch mit dem Handy kann man inzwischen spenden. Etablierte Hilfsorganisationen wie „Aktion Deutschland hilft“, „Welthungerhilfe“ oder „Brot für die Welt“ bieten dies mittlerweile ebenalls an. Das funktioniert einfach und unkompliziert. Wissen muss man nur, dass bei der SMS-Spende immer ein paar Cent Transaktionskosten anfallen können, die im Spendenaufruf aber auch transparent ausgewiesen werden müssen.

Prominente werden als angebliche Spendenunterstützer missbraucht

Wie Prominente ohne ihr Wissen für Spendenwerbung missbraucht werden, sehen Sie hier:

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Vorsicht Verbrechen SWR Fernsehen

Gibt es beim Spenden Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Die gibt es - und zwar spenden Frauen besonders gern für den Tierschutz, zum Beispiel in Projekte, die sich für artgerechte Haltung einsetzen oder an Tierheime, die vernachlässigte Tiere wieder aufpäppeln. Männer unterstützen dagegen lieber die Not- und Katastrophenhilfe und auch den Bereich Sport und Freizeit, etwa die Initiative für den neuen Kunstrasenplatz. Unabhängig davon haben Männer und Frauen aber auch ein großes Herz für die Kindernothilfe. Fast 30 Prozent aller Spenden fließen in diesen Bereich.

Weitere Tipps, wie beim Spenden möglichst viel Geld in die gute Sache fließt, gibt es auch bei der Stiftung Warentest oder beim Deutschen Spendenrat. Stiftung Warentest informiert weiterhin darüber, wie man Spenden als Sonderausgaben von der Steuer absetzen kann.

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