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In der Corona-Krise sind viele Urlaube wegen Reisewarnungen ausgefallen. Die Zwischenbilanz über Erstattungen und Beschwerden bei Veranstaltern und Fluggesellschaften fällt mau aus.

Die Lufthansa und ihre Töchter haben nach eigenen Angaben bislang mehr als sechs Millionen Tickets erstattet, insgesamt seien knapp drei Milliarden Euro geflossen. Die Fluggesellschaft meldete Anfang September: "Erstattungsanträge aus dem ersten Halbjahr abgearbeitet". Offen seien nur noch komplizierte Fälle, die intensiv geprüft werden müssten.

Verbraucherschützer kritisieren Fluggesellschaften

Auch der Billigflieger Ryanair meldet Erfolge: Mehr als 90 Prozent der Ryanair-Kunden hätten Gutscheine oder ihr Geld zurückbekommen. Also alles gut? Verbraucherschützer sehen das nicht so. Die Rückerstattungen liefen noch immer „äußerst schleppend“, so Felix Methmann vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Bei allen Airlines gebe es noch Probleme.

Fluggastrechte-Portal spricht von geringer Rückerstattungsquote

Das merkt auch das Fluggastrechte-Portal Flightright. 65.000 Anfragen seien dort eingegangen, und die Rückerstattungsquoten seien mau: Bei der Lufthansa gerade mal 13 Prozent, bei der Tochter Eurowings immerhin knapp die Hälfte. Am besten schneide Easyjet ab, die Briten haben laut Flightright etwas mehr als die Hälfte der Tickets erstattet.

Dieses Bild deckt sich mit der Bilanz der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr SÖP. Hierhin können Verbraucher sich kostenlos wenden, wenn sie Probleme mit Fluggesellschaften haben. Erst die Hälfte der mehr als 20.000 Beschwerden seien bereits erfolgreich abgeschlossen worden, so die SÖP.

Reiseveranstalter lassen Transparenz vermissen

Etwas undurchsichtiger das Bild bei den Reiseveranstaltern. Sie melden Erfolge, die sich allerdings nicht nachprüfen lassen. Am offensten gibt sich die FTI-Gruppe: Knapp 300 Millionen Euro seien den Kunden zurückerstattet worden. Wie viele Rückerstattungen noch ausstehen, sagt FTI allerdings nicht.

Von DER Touristik heißt es, alle fälligen Erstattungen seien bereits erfolgt, auch Tui schreibt, das „Gros der Vorgänge“ sei abgearbeitet. Konkrete Zahlen nennen beide nicht. Und Alltours möchte gar keine Angaben machen.

Verbraucherzentralen bearbeiten sinkende Zahl an Beschwerden

Die Zahl der Beschwerden sei zwar zurückgegangen, berichtet Verbraucherschützer Methmann. Trotzdem landen immer noch neue Fälle auf den Schreibtischen der Verbraucherzentralen. Das Thema Rückerstattungen ist mit dem Ende der Sommerferien also noch lange nicht erledigt.

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