Touristen genießen die Sonne am Strand Playa de Palma am 03.05.2016 in Arenal (Spanien) bei Palma de Mallorca. (Foto: dpa Bildfunk, Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Reisewarnung für Europa aufgehoben

Ab 15. Juni Reisehinweise statt Reisewarnung - das sollten Touristen wissen

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Die Bundesregierung hebt die weltweite Reisewarnung ab Mitte Juni auf und plant stattdessen individuelle Hinweise für etwa 30 Länder. Wir geben wichtige Tipps für Urlauber.

Unterschied zwischen Reisewarnung und Reisehinweis

Bei einer Reisewarnung besteht eine konkrete Gefahr für das Leben eines Urlaubers in einem Land. Das bedeutet auch, dass Urlauber und dort wohnende oder dort studierende Deutsche aus dem Gebiet zurückgeholt werden, wenn sie das wollen. Das war Mitte März dieses Jahres der Fall – da startete das Auswärtige Amt eine beispiellose Rückholaktion.

Ein Reisehinweis ist dagegen nur eine Information über Besonderheiten in einem Land. Das betrifft auch die medizinische Lage. Aktuell: Welche Beschränkungen gibt es durch die Corona-Pandemie in den Hotels, in Zügen, am Strand oder in Museen? Werde ich am Flughafen untersucht? Welche Hygiene- und Abstandsregeln gelten?

Bei einem Reisehinweis muss der Urlauber selbst entscheiden, ob er in ein Land reist und damit mögliche Risiken eingeht. Bei einer Reisewarnung wird ihm diese Entscheidung meist abgenommen, weil es dann sowieso keine Flüge in das Land gibt. Allerdings: Auch bei einer Reisewarnung sind Reisen in das betreffende Land theoretisch weiterhin erlaubt.

Reisewarnung ermöglicht kostenloses Stornieren, ein Reisehinweis nicht

Für Urlauber ändert sich die rechtliche Situation: Bei einem Reisehinweis können Kunden in der Regel nicht kostenfrei stornieren. Also: Ab Montag, 15. Juni, gelten voraussichtlich nur noch individuelle Reisehinweise des Auswärtigen Amtes für die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Wer eine Pauschalreise in eines dieser Länder gebucht hat und doch nicht dorthin möchte – weil er meint, das sei noch zu gefährlich oder im Hotel gebe es womöglich zu viele Einschränkungen – der bleibt höchstwahrscheinlich auf seinen Reisekosten sitzen.

Manche Verbraucherschützer meinen aber, eine kostenlose Stornierung müsste jetzt trotzdem möglich sein, weil eine Pandemie ein „außergewöhnlicher, unvermeidbarer Umstand" ist. Denn der weltweite Virus beeinträchtigt Erholungsreisen in den nächsten Monaten so stark, dass es Kunden derzeit nicht zumutbar sei, sie anzutreten.

Dies müsste dann aber der Kunde einer Pauschalreise im Einzelfall (für sein Urlaubsland und seine spezielle Reise) vor Gericht klären. Manche Reiseveranstalter haben im Zuge der Corona-Pandemie ihre Stornierungsbedingungen erweitert. Ein Reiserücktritt ist dadurch auch sehr kurzfristig und ohne Reisewarnung möglich. Dies ist aber eine reine Kulanz des Veranstalters.

Individualreisende sollten mit Hoteliers sprechen

Urlauber, die individuell gebucht haben, und in den Sommermonaten noch nicht reisen möchten, sollten mit ihren Hotel- oder Ferienwohnungsbesitzern sprechen. Manche Hoteliers sind derzeit kooperativ und haben Verständnis für Ängste oder Unsicherheiten und verschieben die Buchung.

Umgekehrt gibt es auch viele Menschen, die sich jetzt auf ihre Reise freuen und noch eine Unterkunft suchen – unabhängig davon, ob im Hotel der Wellness-Bereich geöffnet hat oder alle Ausflüge stattfinden können.

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