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AUTOR/IN
Katharina Fortenbacher-Jahn, SWR Aktuelle Wirtschaft (Foto: SWR, SWR)
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Im Corona-Lockdown dürfen Friseure nicht arbeiten, um das Infektionsrisiko zu senken. Profi-Fußballer stehen aber top frisiert auf dem Platz. Wie kann das sein?

Während viele Menschen im Alltag momentan mit einer wilden Haarmähne kämpfen, stehen viele Bundesliga-Fußballer top-gestylt auf dem Rasen. Dabei sind die Friseursalons geschlossen und Friseure dürfen auch keine Hausbesuche machen.

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Protestbrief an den Deutschen Fußballbund DFB

In der Friseurbranche ist das ein riesiger Aufreger. Der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks hat dem Deutschen Fußballbund DFB einen Protestbrief geschrieben. Durch die aktuellen Bilder von Spielerfrisuren versuchten Kunden, Friseure zu überreden, gegen die Regeln zu verstoßen. Der Verband bittet deswegen den DFB solidarisch zu sein – denn Fußballer seien Vorbilder.

Allerdings ist schwer herauszufinden, wer den Fußballern die Haare gemacht hat - bis auf Einzelfälle. Tatsächlich ist der Freiburger Vincenzo Grifo mit einer Friseurin verheiratet, da ist das Stylen kein Problem. Es wird allerdings auch spekuliert, dass Spieler im Ausland gewesen sein sollen. Andere dagegen sollen sich selbst gestylt haben. Der baden-württembergische Landesinnungsmeister Herbert Gassert hält das für eine Ausrede. Er sagte, er sehe, ob eine Frisur professionell gemacht sei und spricht von einer Unverschämtheit den Friseuren gegenüber. Jeder zweite müsse um seine Existenz fürchten.

Hausbesuche von Friseuren sind im Lockdown verboten

Hausbesuche von Friseuren sind eindeutig verboten, genau wie die Arbeit im Salon. Und zwar unabhängig davon, was gemacht werden soll. Vom Waschen, über das Schneiden bis zum Färben. Der Bedarf an Friseurdienstleistungen ist allerdings groß, sagt Landesinnungsmeister und Verbandschef Herbert Gassert. Bei ihm landeten viele Anfragen: Zum Beispiel, ob im Pflegeheim Ausnahmen gemacht werden dürften. Diese gibt es allerdings nur in sehr wenigen Fällen, etwa, wenn jemand aus medizinischen Gründen eine Perücke braucht.

Sollte ein Friseur trotz des bundesweiten Verbot arbeiten, ist das Schwarzarbeit und kann teuer werden. Im Bußgeldkatalog des Landes Baden-Württemberg zur Coronaverordnung steht ein Regelsatz von 500 Euro. Der Friseurverband hat angekündigt, selbst das Ordnungsamt zu informieren, sollten Verstöße bei ihm gemeldet werden.

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Trier

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