Preiswert, nützlich, gut? So wird Weihnachten perfekt

Alle Jahre wieder stellen sich die gleichen Fragen: Welcher Tannenbaum soll es sein, in welchen Ständer soll er rein und welcher Glühwein ist der Beste? Wir machen den Test.

Welcher Tannenbaum soll es sein?

  • Die Nordmanntanne ist nach wie vor der Klassiker in Deutschland. Sie kostet zwischen 18 und 23 Euro pro Meter. Die Nadeln sind grün und piksen nicht, außerdem ist der Baum geruchsneutral.
  • Die Blaufichte ist deutlich günstiger, sie kostet nur zwischen 10 und 16 Euro je Meter. Die Nadeln sind bläulich und piksen. Wird die Blaufichte ins Warme gestellt, verteilt sich ein angenehmer Waldduft.
  • Die Fraser-Tanne ist in Deutschland noch relativ unbekannt. In den USA ist sie sehr beliebt. Der Baum hat einen schmaleren Wuchs als der Verkaufsschlager Nordmanntanne. Auch die Fraser-Tanne nadelt nicht. Wird sie ins Warme gestellt, verbreitet sie einen angenehmen Duft. Preislich liegt sie bei 18 bis 23 Euro pro Meter.

Einen frisch geschlagenen Baum erkennt man übrigens am Stamm. Ist die Schnittstelle weiß, dann ist der Baum frisch. Je länger er liegt, desto gelber wird die Schnittkante. Es lohnt sich, den Tannenbaum die ersten zwei bis drei Tage zu gießen. Danach verharzt der Stamm und nimmt weniger Wasser auf.

Der passende Christbaumständer:

Frisch geschlagene Bäume, die etwa zwei Meter hoch sind, wiegen ca. 20 Kilogramm. Familie Reichhardt testet zusammen mit Hendrike Brenninkmeyer für uns Handhabung, Strandfestigkeit sowie die Wasserversorgung der Ständer. Es treten drei Tannenbaumständer gegeneinander an, ein klassisches Modell aus Eisen für 50 Euro, ein moderner Ständer mit Einseiltechnik für 30 Euro sowie ein Kübelmodell aus dem Internet für 12 Euro.

Das teuerste Produkt lässt sich relativ einfach handhaben. Es ist auch standfest. Rennt beispielsweise ein Kind gegen den Baum, so kippt dieser nicht um, sondern fängt sich wieder. Einziger Nachteil des Ständers, er hat keinen Wassertank, um den Baum frisch halten zu können.

Der Christbaumständer mit Einseilmechanik lässt sich ebenfalls leicht handeln - der Baum wird nur in den Kranz gestellt und festgezurrt. Der Ständer steht stabil, wenn auch nicht ganz so stabil wie sein Pendant aus Eisen. Dafür hat er einen drei Liter fassenden Wassertank.

Der günstige Ständer ist zwar schnell zusammengebaut, um den Baum aber aufstellen zu können, müssen viele Äste abgesägt werden, da der Ständer zu tief ist. Laut Anleitung soll nur das äußere Gefäß des Ständers mit Wasser befüllt werden. Dieses Wasser verleiht dem, insgesamt doch sehr wackeligen Ständer, aber nur ein wenig mehr Stabilität. Da das Wasser nur in das äußere Becken eingefüllt wird, erreicht es den Baumstamm nicht - der Baum hat also kein Wasser.

Unsere Testfamilie entscheidet sich für den Tannenbaumständer mit Seilzugmechanik, da sie ihn beim Aufbau sehr praktisch fanden.

Glühwein im Test

Gesetzlich ist klar geregelt, was in einem Glühwein enthalten sein darf, bzw. was nicht: Fruchtsäfte, Farbstoffe oder zusätzlicher Alkohol sind verboten. Allerdings müssen Hersteller alkoholischer Getränke ihre genauen Zutaten nicht angeben. Unter dem Begriff "Gewürze" kann sich also eine Reihe an Inhaltsstoffen verbergen. Fertig-Glühweine können deswegen zusätzlichen Zucker in nicht unerheblichen Mengen oder auch Aromastoffe enthalten.

Wir wollen Glühweine miteinander vergleichen. Ein ganzer Chor testet für uns zwei fertige sowie zwei selbstgemachte Glühweine. Welcher Glühwein schmeckt am besten?

Wir testen einen günstigen, fertigen Glühwein aus dem Supermarkt für 2,99 Euro pro Liter, und einen teuren Glühwein für 13 Euro je Liter. Die selbstgemachten Glühweine werden mit Orangen, Nelken, Zimt, Sternanis und Kandiszucker zubereitet. Das eine Mal verwenden wir einen teureren Dornfelder, das andere Mal einen günstigen spanischen Landwein. Somit kosten die selbstgemachten Glühweine, inklusive aller Zutaten 10,96 Euro pro Liter, bzw. 4,49 Euro pro Liter.

Alkohol verdunstet bei 78 Grad

Alle vier Glühweine werden schonend und mit Deckel erhitzt. Glühwein darf nicht kochen, da dabei der Alkohol verdunstet und damit auch Aromen verloren gehen. Alkohol ist ein Geschmacksträger und verdunstet bei 78 Grad Celsius.

Das Ergebnis des Geschmackstests: Die gekauften Glühweine landen auf den letzten Plätzen, wobei der billige keine einzige Stimme erhält. Der günstige selbstgemachte Glühwein landet vor dem selbstgemachten, mit teurem Wein.

Weihnachtsdeko für draußen

Familie Reichhardt möchte es draußen besinnlicher haben und testet drei LED-Außenbeleuchtungen.

Ein LED-Rentier für draußen steht auf einem Tisch. Es hat ein Preisschild, das 14,99 Euro ausweist. (Foto: SWR, SWR -)
Das LED-Rentier für 14,99 Euro überzeugte die Kinder der Reichhardts am meisten. SWR -

Sie haben einen Jahreszeitenprojektor, der die Möglichkeit bietet, das Motiv an verschiedene Jahreszeiten anzupassen, für 32,99 Euro bestellt. 1.000 Betriebsstunden kosten 1,76 Euro Strom. Es dauert, bis er zusammengebaut ist - und anschließend ist die Familie vom Ergebnis etwas enttäuscht. Ihnen wurde auf den Werbebildern ein wahres Weihnachtswunderland versprochen, doch die Leuchtbilder sind nicht so groß, wie erwartet.

Familie Reichhardt testet außerdem einen Schneefallprojektor für 49,99 Euro. Das Produkt, das ein wenig an eine Diskokugel erinnert, verursacht bei 1.000 Betriebsstunden 1,05 Euro Stromkosten. Das Gerät ist schnell betriebsbereit und produziert ein winterliches Ambiente.

Das dritte Produkt im Test ist ein LED-Rentier für 14,99 Euro. Auch hier hält sich der Stromverbrauch, auf 1.000 Betriebsstunden gerechnet, in Grenzen. Es fallen 3,97 Euro für Energie an. Den Kindern gefällt das Rentier von allen drei Außenbeleuchtungen am besten, der Jahreszeitenprojektor am wenigsten.

Der Text gibt den Stand zum Sendedatum wieder.

Filmautorinnen: Barbara Dobke und Marion Mayer | Online: Thomas Oberfranz
© SWR Preiswert, nützlich, gut?

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