Bunt verpackte Weihnachtsgeschenke liegen auf einem Stapel. (Foto: Unsplash / Freestocks)

Inflation und Lieferengpässe

Wie teuer wird Weihnachten?

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Viele beliebte Weihnachtsgeschenke sind wegen der globalen Lieferengpässe knapp und deshalb teuer, oder ganz ausverkauft. Gibt es trotzdem noch Schnäppchen?

Eine schicke Uhr, ein edles Parfüm oder buntes Spielzeug für die Kleinsten – spätestens mit dem ersten Dezember beginnt für viele die Suche nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk. Doch das könnte in diesem Jahr schwierig werden: Zahlreiche Läden haben mit Lieferengpässen zu kämpfen, auf viele Produkte müssen Kunden wochenlang warten.

Lange Lieferzeit für IPad Air

Besonders lange dauert es bei sogenannten Hot Sellern, etwa dem IPad Air von Apple. Zwölf Wochen können bis zur Lieferung vergehen, manche Händler geben den Liefertermin sogar als „noch unbestimmt“ an. Dass das IPad pünktlich zu Weihnachten ankommt, ist ausgesprochen unwahrscheinlich.

Aber auch wenn die Lieferzeit rechnerisch noch vor Weihnachten endet, rät Tobias Schlögel vom Preisanalyse-Unternehmen Patagona davon ab, sich darauf zu verlassen: „Wenn ich diese Lieferzeit erkenne von 10 bis 14 Tagen, kann es gut sein, dass sich dieses Produkt noch gar nicht im Lager befindet. Es ist auch gar keine Garantie, dass das Produkt in 14 bis 17 Tagen geliefert wird. Dieses Risiko würde ich aktuell nicht eingehen.“

Doch was passiert, wenn der angegebene Liefertermin nicht eingehalten wird? Welche Rechte Sie als Kunde haben, können Sie hier nachlesen:

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Kunden müssen mit höheren Preisen rechnen

Neben den langen Lieferzeiten kommt es im stationären Handel und auf Online-Plattformen zudem zu starken Preiserhöhungen. Das ist Anfang Dezember nicht ungewöhnlich, doch einige Produkte sind in diesem Jahr besonders teuer. Der Dior-Duft „Blooming Bouquet“ etwa ist mittlerweile mehr als 64 Prozent teurer als noch im Sommer. Auch Elektrogeräte wie Smartphones oder elektronisch betriebenes Spielzeug sind betroffen. So ist das Samsung Galaxy S20 FE fast 30 Euro teurer geworden, und auch der Star Wars Bausatz von Lego ist im Preis gestiegen.

Lieferengpässe durch Corona-Pandemie

Erklären lassen sich die Engpässe einerseits durch die Corona-Pandemie. Bei Halbleitern zum Beispiel, die für zahlreiche technische Geräte gebraucht werden, können die Hersteller die große Nachfrage auf den Weltmärkten nicht komplett bedienen. Dazu kommt, dass auch die Transportlogistik unter Druck geraten ist. Weil viele Häfen coronabedingt nicht unter voller Kapazität arbeiten, stehen viele Produkte derzeit länger als gewöhnlich in Containern herum, bevor sie bei den Verbrauchern ankommen.

Hinzu kommt die gesteigerte Kaufbereitschaft der Menschen. Da Urlaubsreisen, Theater- und Gaststättenbesuche im vergangenen Jahr nicht möglich gewesen seien, sei nun mehr Geld für Geschenke da, meint Handelsexperte Andreas Kaapke. „Die Leute wollen konsumieren und vor dem Hintergrund trifft jetzt eine gesteigerte Nachfrage auf ein limitiertes Angebot“, fasst er die aktuelle Situation zusammen.

Wann gehen die Preise wieder runter?

In den letzten Jahren konnte man kurz vor Weihnachten den ein oder anderen Rabatt abstauben. Zwar stiegen auch damals die Preise bis Mitte Dezember an, doch ganz knapp vorm Fest wurden viele Produkte wieder billiger. Das könnte dieses Jahr anders sein: „Die Lage ist aktuell so unklar, dass man sogar mit drastischen Steigerungen rechnen muss“, befürchtet Tobias Schlögel.

Kurz vor Heiligabend Geschenke shoppen könnte also ziemlich schief gehen. Wenn man sicher gehen will, dass das Weihnachtsgeschenk am Ende wirklich unterm Baum liegt, sollte man also am besten jetzt zuschlagen. Zur Not freuen sich Freunde und Familie aber sicher auch über einen Gutschein für das bereits bestellte Geschenk oder über eine selbstgemachte Kleinigkeit.

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