Bei sommerlich warmen 34 Grad Celsius springt ein Mädchen in einen Gartenpool.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Keine Chemie in die Natur

Gartenpools - So entsorgen Sie das Wasser umweltgerecht

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AUTOR/IN
Martin Thiel
ONLINEFASSUNG
Jutta Kaiser
Sabrina Reichert

Spätestens seit dem Corona-Sommer sind Pools beliebt wie nie. Sind im Poolwasser allerdings chemische Zusätze enthalten, darf es nicht in den Garten gekippt werden.

Manch ein Rasen ist in diesem Sommer zumindest teilweise zur Wüste geworden. Wasser ist knapp. Da ist mancher Poolbesitzer vielleicht schon auf die Idee gekommen, mit dem gebrauchten Wasser seinen Rasen oder Pflanzen zu wässern. Aber ist das erlaubt? Chlor oder andere chemische Zusätze haben grundsätzlich nichts im natürlichen Wasserkreislauf zu suchen, denn sie schaden Pflanzen und Tieren. Zudem könnten sie ins Grundwasser und somit auch in unser Trinken gelangen. Möglichkeiten gibt es trotzdem.

Chlorhaltiges Poolwasser über die Kanalisation entsorgen

Im Sommer entkommen viele gerne der Hitze im kühlen Nass. Ein Pool im eigenen Garten ist die perfekte Möglichkeit sich im Wasser abzukühlen. Aus hygienischen Gründen sollte dieser regelmäßig gut gereinigt und desinfiziert werden. Hierfür werden im Normalfall Chemikalien wie Chlor eingesetzt. Hinzu kommen Chemikalien die unter anderem den pH-Wert des Wassers kontrollieren.

Swimming Pool von oben (Foto: dpa Bildfunk, Patrick Pleul)
Der richtige Standort ist entscheidend für ungetrübten Badespaß. Patrick Pleul

Trotz desinfizierender Wirkung sind auch diese Chemikalien auf Dauer belastend für den Pool. Deshalb sollte man das Badewasser regelmäßig ablassen und austauschen. Im Idealfall wird das Wasser zu jeder neuen Saison, also einmal im Jahr gewechselt. Wo das alte Wasser entsorgt werden kann, hängt davon ab ob und welche Chemikalien sich darin befinden.

War im Pool chlorhaltiges Wasser, muss dieses wie Abwasser über die Kanalisation entsorgt werden. Es sei denn, der Chlorgehalt im Pool liegt unter 0,05 Milligramm pro Liter, und es sind keine weiteren chemischen Stoffe im Wasser enthalten. Dann muss das Poolwasser nicht zwingend in die Kanalisation geleitet werden.

Aber wer weiß das schon so genau? Messgeräte, um den Aktivchlorgehalt des Poolwassers genau zu bestimmen, sind teuer und lohnen sich für den privaten Gebrauch kaum.

Faustregel für den Chemikaliengehalt im Poolwasser

Stattdessen kann man sich mit einer Faustregel behelfen: Immer, nachdem Sie die empfohlene Menge Entkeimungsmittel in das Wasser gegeben haben, dauert es rund 48 Stunden, bis der Grenzwert unterschritten wird.

Ist der Chlorgehalt entsprechend gering, darf das Wasser auch im Garten entsorgt werden und kann beispielsweise zum Gießen verwendet werden. Hier ist es jedoch besonders wichtig einen möglichst niedrigen Chlorgehalt zu haben.

Wer sich unsicher ist, wartet länger. Und schwimmt besonders viel im eigenen Pool - denn jedes Baden senkt den Chlorspiegel im Wasser. 

Nur unbelastetes Poolwasser im Garten versickern lassen

Wer sich nach wie vor unsicher ist, wie viel Chlor im Wasser enthalten ist, leitet es zur Sicherheit in die Kanalisation. Das ist in jedem Fall die sicherere und umweltfreundlichere Variante das Poolwasser zu entsorgen. Bei Pools am Haus ist das in der Regel kein Problem.

Anders ist es in Kleingartenanlagen. Dort muss das chemisch behandelte Wasser im Zweifel von Entsorgungsfirmen abgepumpt werden.

Ist das Wasser unbehandelt, darf man es im Garten versickern lassen - nur sollte beim Nachbarn dadurch keine Überschwemmung entstehen. Im Zweifel das Poolwasser also schrittweise ablassen.

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