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Corona führt zu massiven Einschränkungen im Onlinehandel: Amazon sortiert Produkte nach Wichtigkeit. Lieferanten stellen Großgeräte am Straßenrand ab und verweigern die Montage.

Waren des täglichen Bedarfs werden zuerst versendet

Bei Amazon in Deutschland werden wichtige Waren des täglichen Bedarfs nicht nur im Wareneingang der Amazon-Logistikzentren, sondern auch beim Versand an die Kunden priorisiert. Auf der Kundeninformationsseite "Day One Blog" heißt es dazu:

„Um unsere Kunden zu beliefern und gleichzeitig die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten, haben wir unsere Prozesse in den Bereichen Logistik, Versand, Lieferketten, Einkauf und Verkaufspartner angepasst. So können wir die Lagerung und Lieferung von Artikeln, die für unsere Kunden eine höhere Priorität haben, vorrangig behandeln.“

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Aus diesem Grund räume man dem Eingang dieser Güter und anderer Produkte mit hoher Nachfrage momentan Vorrang ein. Diese Artikel könnten damit schneller angenommen, registriert und an Kunden versandt werden. Die neue Regelung gelte vorerst bis zum 5. April.

Zusätzliche Mitarbeiter und 2 Euro mehr

Um der Nachfrage gerecht zu werden, seien außerdem 350 zusätzliche Voll- und Teilzeitstellen in der Logistik geplant, so ein Amazon-Sprecher. Zudem wurde der Stundenlohn bis Ende April um 2 Euro angehoben.

"Um den Beitrag der Versandmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Deutschland und Österreich zu würdigen, werden wir bis Ende April zusätzlich 2 Euro brutto pro gearbeitete Stunde bezahlen. Dies erfolgt zusätzlich zu unserem Lohn von umgerechnet mindestens 11,10 Euro brutto pro Stunde."

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Onlineshops schränken Lieferservice oft drastisch ein

Die durch Corona bedingten Umstände zu meistern, bereitet inzwischen allen Handelssparten große Probleme. Bei Speditionslieferungen gibt es beispielsweise laut der Verbraucherzentrale NRW erhebliche Erschwernisse für die Verbraucher: In einer Stichprobe bei den zehn größten deutschen Onlineshops für Großgeräte und Möbel wurde festgestellt, dass neun der zehn in der Stichprobe untersuchten Shops ihren Speditionsservice einschränken - teils erheblich.

Sieben davon liefern laut Verbraucherzentrale neuerdings nicht mehr bis zum Aufstellungsort. Bei Amazon und Otto, bei Ikea, AO und Ostermann ende der Lieferweg für Couch & Co. vor der Wohnungstür, so die Verbraucherschützer. Während Neckermann die Speditionsware weiterhin bis an den Aufstellungsort bringe, setzen Saturn und Mediamarkt Großgeräte künftig sogar schon an der Haustür ab. Ein großes Problem vor allem für Bewohner vom mehrstöckigen Häusern.

Und: Alle genannten Shops verweigerten die Montage.

Arbeitschutz- und Abstandsregeln nicht vereinbar

Die Corona-Abstandsregeln für die Mitarbeiter in den Logistiklagern verlangsamen nicht nur generell die Abläufe, sie führen auch dazu, dass gerade schwere und sperrige Artikel überhaupt nicht mehr in den Versand gehen können. So sehen die deutschen Arbeitsschutzregeln vor, dass Gegenstände mit mehr als 15 Kilo Gewicht stets von zwei Personen zu bewegen sind. Das lässt sch aber nicht mit den Abstandsregeln zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus vereinbaren.

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