Mit dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz wollen die Behörden mehr Informationen über Online-Verkäufe erhalten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christin Klose)

Neues Gesetz für Online-Verkäufe

Das müssen Privatverkäufer im Netz jetzt wissen

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Tobias Frey

Internetplattformen wie Ebay müssen künftig auch Transaktionen von Privatleuten direkt an die Steuerbehörden übermitteln. Wir klären, was Privatverkäufer im Netz beachten müssen.

Mit dem neuen Plattformen-Steuertransparenzgesetz werden Betreiber digitaler Plattformen verpflichtet, dem Bundeszentralamt für Steuern Informationen über Einkünfte zu melden, die von Anbietern auf diesen Plattformen erzielt worden sind. Dadurch soll mehr steuerliche Transparenz entstehen: Die Europäische Union geht davon aus, dass auf diesen Plattformen viel Geld verdient, aber nicht alles davon auch ordentlich versteuert wird.

"Das können Händler sein, die auf vielen Plattformen aktiv sind, aber nicht alle Umsätze auch in der Steuererklärung angeben. Oder Menschen, die als Privatverkäufer auftreten, obwohl sie vom Umsatzvolumen oder der angebotenen Ware eigentlich als Gewerbetreibende agieren und eventuell Umsatzsteuer bezahlen müssten."

Ebay, Airbnb und Co. müssen Transaktionen melden

Von dem neuen Gesetz sind zum Beispiel das Internetauktionshaus Ebay, das Online-Kleinanzeigenportal Ebay Kleinanzeigen oder der Amazon Marketplace betroffen. Aber auch Portale für Ferienwohnungen wie Airbnb müssen Transaktionen an das Finanzamt melden. "Es geht nicht nur um Waren, sondern auch um Dienstleistungen", erklärt Michael Wegmer aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

Das Ganze gilt dabei EU-weit, denn das Plattformen-Steuertransparenzgesetz geht auf eine EU-Richtlinie zur Zusammenarbeit der Steuerbehörden zurück. Meldepflichtig seien Anbieter sowohl aus dem Inland als auch aus anderen EU-Ländern. Nach Angaben der Bundesregierung soll es einen automatischen Austausch von Informationen zwischen den Mitgliedsländern der Europäischen Union geben.

Online-Verkäufe: Das müssen Privatverkäufer beachten

Internetplattformen müssen allerdings nicht von allen Privatverkäufern Daten an die Finanzbehörden übermitteln. "Wer ab und zu privat gebraucht etwas verkauft, muss sich keine Sorgen machen", so SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer. Als Grenze gelten dabei weniger als 30 Verkäufe pro Jahr oder weniger als 2.000 Euro an Einnahmen. Außerdem gibt es eine steuerliche Grenze: Gewinne unter 600 Euro aus privaten Veräußerungsgeschäften sind steuerfrei.

Privatverkäufer sollten alle ihre Verkäufe dokumentieren, um bei Nachfragen der Steuerbehörden ihre Verkäufe belegen können. Es empfiehlt sich, sowohl das genaue Verkaufsdatum als auch den Einkaufs- und den Verkaufspreis für jeden Verkauf zu notieren.

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