Wespe sitzt auf einem roten Kuchen mit hellem Boden. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Roland Weihrauch)

Ablenken statt töten

Tipps, um Wespen zu vertreiben und was nicht funktioniert

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Kathrin Gatzemeier
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Leon Kerner

Der Sommer ist da - und mit ihm auch die Wespen. Die nützlichen Insekten können einem schnell auf die Nerven gehen. Wie kann man Wespen vertreiben? Und was bringt nichts?

Tipps und Hausmittel, um Wespen fernzuhalten

Das sollte vermieden werden

Wer draußen isst, kennt das Problem: Kaum hat man es sich gemütlich gemacht, tauchen auch schon die ersten Wespen auf. Den auf ihrem Speiseplan stehen neben Mücken, Schädlingen und anderen Insekten auch Zucker und Eiweiße - und die gibt es auf unseren Tellern reichlich.

Hohe Bußgelder für das Töten von Wespen möglich!

Tipps, um die gelb-schwarzen Tierchen fernzuhalten, gibt es genügend, doch welche erfüllen wirklich ihren Zweck?

Ablenkfütterung

Sehr effektiv, um Wespen auf Distanz zu halten, ist die sogenannte Ablenkfütterung. Platziert man einen Teller mit frischem Obst in einigen Metern Entfernung, fliegen die Insekten diesen an, anstatt sich für die eigenen Speisen und Getränke zu interessieren. Besonders attraktiv sind dabei überreife Weintrauben, die die Wespen besonders stark anziehen. Auf Honig oder Marmelade sollte dagegen als Lockmittel verzichtet werden, denn die Sorgen eher für einen "Zuckerschock" und machen die Wespen auf diese Weise eher aggressiv.

Rauch

Ebenfalls nützlich kann Rauch zum Beispiel der von brennendem Kaffeemehl sein. Dazu in einem kleinen Schälchen etwas Kaffeemehl anzünden und vor sich hin rauchen lassen. Der Rauch vertreibt die Insekten: Sie fliegen einen großen Bogen und suchen sich eine andere Futterquelle.

Wasser-Spray

Mit Wasser ansprühen - das mögen Wespen gar nicht und verziehen sich wieder. Aber Vorsicht, denn übertreiben sollte man es nicht. Bei zu viel Wasser verkleben die Flügel der Insekten. Die Folge: Sie stürzen ab und sterben.

Vermieden werden sollte neben großen Mengen Wasser auch Haarspray.

"Haarspray verklebt die Flügel, die Wespe stürzt ab und läuft dann kläglich über den Boden und stirbt dann da dran."

Wespengruß

Die meisten Deutschen reagieren gestresst, wenn sie Wespen-Summen hören, fuchteln wild umher und schlagen nach den Wespen. Dies sollte jedoch unbedingt vermieden werden, denn die Insekten sehen den Menschen dann (berechtigterweise) als Gefahr, werden aggressiv und stechen zu. Stattdessen lieber den sogenannten "Wespengruß" nutzen. Dabei schiebt man die Wespe mit der flachen Hand in langsamem Tempo von einem weg - das verstehen dann auch die Insekten.

Wenn man aber doch mal von einer Wespe gestochen worden ist, hilft frisch gepflückter Spitzwegerich aus dem Garten oder von der Wiese. Dazu das Gartenkraut mit den Fingern zerkleinern und anschließend auf der Einstichstelle verreiben.

Lavendel, ätherische Öle, Nest-Attrappen

Unbeeindruckt bleiben Wespen gemäß Tauchert von Lavandel(-säkchen), Nest-Attrappen oder ätherischen Ölen, wie sie etwa in Zitronella-Kerzen vorhanden sind.

Mörderische Fallen

Ebenso sollten Wespenfallen unbedingt vermieden werden. Diese erfüllen zwar ihren Zweck, sind aber letzten Endes mörderische Geräte. Die Wespen fliegen durch das kleine Einflugloch in den Behälter, aus dem sie anschließend nicht mehr entfliehen können. Innerhalb des Behälters fliegen sie dann so lange umher, bis sie vor Erschöpfung abstürzen und in das mit Ethanol befüllte Auffangbecken fallen und ertrinken.

Übrigens: Für das Töten von Wespen können je nach Wespenart und Bundesland Bußgelder in Höhe von bis zu 65.000 Euro fällig werden.

"Nach Paragraf 39 Bundesnaturschutzgesetz ist der Betrieb solcher Wespenfallen verboten."

Wespen vertreiben? So geht's richtig!

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