Braune Tasse mit Tee und eine weiße Kanne mit Henkel auf einer braunen Platte. Links sieht man eine Pflanze in einem weißen Topf. Die Gegenstände liegen auf einem dunkelbraunen Tisch aus Holz (Foto: Unsplash / Content Pixie)

Mehr als ein Heißgetränk

Tee - Pestizide, Zubereitung, im Beutel oder lieber lose?

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Valentina Simovic
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Melissa Bakowsky

Ob Pfefferminztee, schwarzer Tee oder grüner Tee - Tee gehört zu den beliebtesten Heißgetränken. Doch wie nachhaltig ist die Produktion und worauf können wir beim Kauf achten?

Nicht jeder Tee ist gleich Tee

Klassischer schwarzer Tee, Früchtetee, Kräutertee und vieles mehr - auf den ersten Blick gibt es eine enorme Auswahl an Teesorten. Viele Konsumentinnen und Konsumenten wissen dabei nicht, dass eigentlich nur schwarzer, weißer und grüner Tee als Tee gelten, da diese von der Teepflanze Camellia sinensis stammen. Kräuter- und Früchtetees sind nach lebensmittelrechtlicher Definition nur "teeähnliche Erzeugnisse".

Zubereitung

Bei Tee im Beutel sieht die Zubereitung simpel aus: Einen Beutel nach Wahl in die Tasse, mit heißem Wasser aufgießen und genießen. Bei der Zubereitung mit losem Tee ist die Vorgehensweise unterschiedlich: Für ein ideales Tee-Erlebnis empfiehlt Sabine Gullatz, Tee-Expertin und -Sommelière, dickbäuchige Teekannen aus Porzellan, eine gute Menge an losem Tee und frisch aufgebrühtes und gefiltertes Leitungswasser. Pro Liter sind zwölf bis fünfzehn Gramm Tee empfehlenswert. Während schwarzer Tee bei 98 bis 100 Grad Celsius ziehen sollte, benötigen weißer und grüner Tee nur 60 bis 80 Grad Celsius. Je länger der Tee zieht, desto mehr von dem Koffein kommt in den Aufguss. Die darin enthaltenen Antioxidantien sind sogenannte Catechine, welche für den bitteren Geschmack verantwortlich sind und denen eine positive gesundheitliche Wirkung nachgesagt wird. Loser Tee entfaltet sein Aroma am besten mit viel Platz, weswegen Tee-Eier oder enge Siebe weniger geeignet sind. Und: Teebeutel in Pyramiden-Form sind daher aus geschmacklicher Sicht sinnvoller als klassische, flache Beutel.

Mikroplastik im Tee? Deshalb ist der Beutel entscheidend

Bei der Zubereitung von Beuteltee spielt natürlich nicht nur der Tee, sondern auch das Material des Beutels eine Rolle. Seit Jahren setzt die Industrie verstärkt auf Tee mit einem Kunststoffanteil im Beutel, der dafür sorgt, dass sich das Material nicht im Wasser auflöst. Viele Anbieter aus dem Bio-Bereich verwenden für die Beutel ein Polylactid - ein auf nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr basierender Polyester - also Biokunststoff. Ob durch die Kunststoffanteile in Teebeuteln - ob bio oder konventioneller Kunststoff - Mikroplastik ins Wasser übergeht, ist noch nicht ganz klar. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zu Beuteln aus Zellulose greifen. Das steht dann auf der Packung drauf. Wichtig ist allerdings, egal welcher Beutel zum Einsatz kommt: Am besten im Restmüll entsorgen. Denn auch Teebeutel aus Biokunststoffen oder Zellulose werden im Biomüll oder auf dem Kompost nicht schnell genug abgebaut.

Eine Tasse Tee, Teebeutel aus Stoff und Tee (Foto: Patricia Morgenthaler)
Eine Tasse Tee, Teebeutel aus Stoff und Tee Patricia Morgenthaler

Ist Bio-Tee besser?

Laut Kerstin Scheidecker, Ökotest-Chefredakteurin, ist für die Umwelt, aber auch für den Menschen Biotee die beste Wahl. Biotees enthalten keine Pestizide. In konventionellen Tees werden hingegen immer wieder Spuren von Pestiziden oder auch Aluminiumrückstände nachgewiesen - auch wenn diese in der Regel unter den zugelassenen Grenzwerten liegen. Neben Bio können Verbraucherinnen und Verbraucher auf das Fairtrade-Siegel achten, das Sozialstandards berücksichtigt.

Wie nachhaltig ist Tee?

Wenn eine Tasse Tee mit einer Tasse Kaffee verglichen wird, dann ist die Ökobilanz des Tees mindestens drei- bis viermal besser. Da Tee in regenreichen Regionen angebaut und in der Sonne getrocknet wird, sind sowohl Wasser- als auch Energieaufwand für die Produktion sehr gering. Bei dem gesamten Lebenszyklus des Tees - von der Plantage im Anbauland bis zur Tasse des Endverbrauchers - wird die meiste Energie am Ende der Kette benötigt: Das Kochen des Wassers zur Teezubereitung macht 80 Prozent des Gesamtenergiebedarfs aus.  

Teeplantage bzw. Teefeld mit Pflückern. Sieben Pflücker sind auf dem Teefeld und pflücken die Teeblätter von den Teepflanzen (Foto: Unsplash / Aboodi Vesakaran)
Unsplash / Aboodi Vesakaran

Fazit

Fakt ist, dass wir als Konsumentinnen und Konsumenten am meisten zum ökologischen Teegenuss beitragen können. Am besten ist es, nur so viel Wasser aufzukochen, wie wirklich benötigt wird und zu Biotee zu greifen. Je weniger Verpackung, desto besser. Und die Aufbewahrung ist wichtig, damit der Teegenuss so lang wie möglich andauern kann: Am längsten hält Tee, wenn er trocken und dunkel gelagert wird. Außerdem sollte er am besten in einer gut verschlossenen Dose, abseits von Gewürzen aufbewahrt werden, denn Tee nimmt Gerüche aus der Umgebung schnell an.

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