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Äpfel, Tomaten, Beeren und Kräuter: Marktcheck-Gartenexpertin Heike Boomgaarden zeigt, wie man Obst und Gemüse auf kleinstem Raum anbauen kann – zum Beispiel auf der Terrasse.

Unsere Gartenexpertin Heike Boomgaarden zeigt, wie man auf einem Balkon oder einer Terrasse einen gelungenen Topfgarten mit Obst und Gemüse gestaltet – und das Ganze auch noch gut aussieht. Ihr Trick:  

„Wenn man je drei Töpfe zusammenstellt, kann man sozusagen einen kleinen Minigarten entwickeln - mit Obst, Gemüse und Kräutern.“

Gartenexpertin Heike Boomgaarden

Tipps zu Töpfen und Erde

Besonders gut sieht so ein Ensemble aus, wenn sich die drei Töpfe auch in der Größe unterscheiden - es also jeweils einen großen, einen mittleren und einen kleinen Topf gibt.

Aber auch wenn die Optik der Töpfe bei der Gestaltung eine große Rolle spielt, müssen sie vor allem auch zu den Bedürfnissen der Pflanze passen. Wer beispielsweise Bäume und Beerenobst pflanzen will, muss wissen, dass es sich um mehrjährige Pflanzen handelt, deren Wurzeln gerne in die Tiefe und weniger in die Breite wachsen. Insbesondere für den großen und den mittleren Topf empfehlen sich daher Töpfe, die im Verhältnis eher hoch als breit sind.  

Bei der Auswahl der Pflanzerde legt unsere Expertin besonderen Wert darauf, dass sie torf-frei ist, denn Torf wird Mooren entnommen, die wichtig fürs Klima sind und als gefährdet gelten.

Tipps zur Auswahl der Pflanzen

Bei jeder Dreierkombination sollte es ein bis zwei Strukturpflanzen geben. Dafür eignen sich besonders gut Minibäumchen wie spezielle Feigensorten, Säulenapfelbäumchen oder auch Brombeeren.

Wichtig dabei: Bei allen Bäumchen und mehrjährigen Pflanzen müssen die Wurzeln vor dem Einsetzen gelockert werden, sonst drehen diese sich beim Wachsen im Kreis und breiten sich nicht nach unten aus. Die Folge: Die Pflanzen vertrocknen schneller.

Außerdem sollten all diese Strukturpflanzen eine Unterpflanzung haben, die aus weiteren Gemüse- und/oder Obstsorten besteht und durch Kräuter ergänzt wird. Und dabei darf ruhig vergleichsweise dicht gepflanzt werden, da spezielle Pflanzen für die Topfkultur beim Kauf bereits ausgewachsen sind und nur noch buschiger werden.  Das im Beet beispielsweise bei Stauden oder Bodendeckern übliche Pflanzen auf Abstand ist also nicht nötig.  Und sind die Töpfe dicht bepflanzt, sieht das nicht nur schön aus, man schützt so auch die Erde vor einem zu schnellen Austrocknen.

Mediterran – heimisch – paradiesisch: Drei Topfensembles zum Nachpflanzen

Im Video am Anfang der Seite ist zu sehen, wie unsere Gartenexpertin zusammen mit einer Familie drei thematisch verschiedene Topfgruppen bepflanzt. Die Kosten beliefen sich dabei auf rund dreihundert Euro für die Pflanzen und elfhundert Euro für neun Kübel. Hier stellen wir Ihnen die Arrangements zum Nachpflanzen vor:

Dreier-Topfgarten: Mediterrane Welt – mit Pflanzen, die es sonnig mögen und den Duft von Sommerurlaub verströmen

Es gibt neue Feigensorten, die sich auch für die Kübelbepflanzung eignen. Sie sind selbstbefruchtend, frosthart und pflegeleicht. Die Gewächse sehen nicht nur hübsch aus, die Feigen werden auch richtig groß und man kann reichlich ernten. Sie sind also hervorragend als Strukturpflanze für eine Dreierkombination geeignet.

Und Mini-Tomaten wurden extra für Kästen, Töpfe oder Kübel gezüchtet, sie bleiben klein und kompakt und hängen im Sommer voll kleiner leckerer Früchte.

  • Großer Topf: Feige als Strukturpflanze, Zitronenverbene, Rosmarin, Oregano, Zitronen- und Orangenthymian
  • Mittlerer Topf: Minipfirsich, drei in einem Dreieck angeordnete Tomatenpflanzen, sowie als Unterpflanzung Basilikum
  • Kleiner Topf: Aubergine und je nach Geschmack noch andere Balkongemüsesorten und Kräuter, wie Basilikum oder Thymian

Tipp: Insbesondere, wenn man sich für eine hängende Tomatensorte entschieden hat, sollte man sie etwas schräg zum Topfrand pflanzen, dann kann die Pflanze gleich über den Rand weg weiterwachsen.  

Dreier-Topfgarten:  Heimatgefühle - Pflanzen, die bei uns in den Gärten zu Hause sind

„Jeder Apfel braucht einen Freund“

Heike Boomgaarden, Gartenexpertin

Das Säulenapfelbäumchen bietet was Süßes zum Naschen für Zwischendurch und ist optimal geeignet für die Terrasse, da es keine große Krone bildet, sondern seine Früchte am Stamm wachsen. Es eignet sich daher als Strukturpflanze für ein Dreierensemble. Aber nur im Duo, denn pflanzt man nur einen Apfelbaum, können die Blüten nicht befruchtet werden und es gibt keine Äpfel. Und da die Bäume Platz brauchen, kommt jeder in einen eigenen Topf.  

Und als Unterpflanzung gibt es beide Male Kapuzinerkresse, denn:

 „Kapuzinerkresse ist der beste Pflanzenschutz für Obstbäume, denn alle Schädlinge würden eher an die Kapuzinerkresse gehen als an den Baum.“

Heike Boomgaarden, Gartenexpertin
  • Großer Topf: Säulenapfelbaum als Strukturpflanze, dazu eine Kapuzinerkresse und als Unterpflanzung Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie oder Rucola. Ist noch Platz im Topf, dürfen auch gerne noch eine Balkon-Zucchini und am Rand Zuckererbsen dazu.
  • Mittlerer Topf: Zweiter Säulenapfel als Befruchter, ebenfalls wieder mit einer Kapuzinerkresse und als Unterpflanzung verschiedene Schnittsalate und Kräuter
  • Kleiner Topf: Salate, Minigurken und Schnittlauch

Dreier-Topfgarten: Beerenparadies – ein Naschgarten für Groß und Klein

Auch hier kommen in den großen und mittleren Topf jeweils die gleiche Strukturpflanze: eine stachellose Brombeere. Diese Sorte ist sehr pflegeleicht und besonders für Kinder geeignet, da sie – wir ihr Name schon sagt – keine Stacheln hat und man sich so beim Pflücken nicht verletzt. Eine gute Ergänzung sind so genannte remontierenden Erdbeeren, also Pflanzen, bei denen man nicht nur einmal, sondern mehrmals bis in den September hinein ernten kann. Wer dann noch hängende Pfefferminze dazu pflanzt, sorgt für eine optimale Befruchtung der Beeren, denn der Pfefferminzduft lockt Bienen und Insekten.  

  • Großer Topf: Stachellose Brombeere als Strukturpflanze, Unterpflanzung mit remontierenden Erdbeeren und hängender Pfefferminze
  • Mittlerer Topf: Stachellose Brombeere mit Unterpflanzung von Walderdbeeren und Kräutern wie Waldmeister
  • Kleiner Topf:  Zwei Cranberries. Diese zur Gattung der Heidelbeeren gehörenden Pflanzen zeichnen sich durch einen flächendeckenden Wuchs aus und die sauer-herben Früchte sind hervorragende Vitamin-C-Lieferanten.

Tipp der Expertin: Damit aus den Cranberries etwas wird, brauchen sie sauren Boden. Dafür eignet sich Torfersatzerde. Alternativ kann man die Pflanzen aber auch regelmäßig mit einer Mischung aus einem Liter Wasser und einem Teelöffel Essigessenz gießen.  



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