Bahnverkehr

Der längste ICE aller Zeiten hat mehr als 900 Sitzplätze

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Ab Sonntag braust eine XXL-Version des ICE 4 durch Deutschland, zunächst zwischen Hamburg und Chur in der Schweiz. Der Zug hat 13 Waggons mit mehr als 900 Sitzplätzen und ist 374 Meter lang.

Dass der neue ICE 918 Sitzplätze hat, ist gerade in Pandemiezeiten praktisch. Je mehr Platz, desto besser sollte es gelingen, Abstand zu anderen Fahrgästen zu halten, um Infektionen zu vermeiden.

Der neue ICE 4 soll mehr Komfort bieten

Die Deutsche Bahn sagt, das WLAN sei in der neuen Zugvariante deutlich leistungsfähiger. Sie sei so gebaut, dass mehr Funksignale von außen in die Züge kämen und dort besser verteilt werden könnten. Außerdem würden die Züge mit mehr Antennen ausgestattet, um die WLAN-Versorgung zu verbessern. Das wird aber nicht sofort in allen Zügen der Fall sein, sondern erst zum Jahresende.

Auch das Design für die Fahrtgastinfos auf Bildschirmen in den Wagen und Türbereichen soll etwas moderner sein. Ansonsten ist der Zug ein klassischer ICE 4: Es gibt große Gepäckregale, Fahrräder können mitgenommen werden und auch die Klimaanlagen wurden den Angaben zufolge verbessert. Sie sollten auch in diesem XXL-ICE bei hohen Temperaturen nicht ausfallen.

Neuer Schnellzug von Hamburg nach Chur unterwegs

Insgesamt hat die Deutsche Bahn 50 dieser XXL-Züge gekauft, die in den kommenden Monaten nach und nach auf die Schiene kommen sollen. Die erste Strecke, auf der sie eingesetzt werden, ist Hamburg-Chur. Es gibt auch Halte in Baden-Württemberg, unter anderem Mannheim, Karlsruhe und Freiburg. Geplant ist außerdem, den XXL-ICE zum Beispiel auf der Strecke München-Stuttgart-Frankfurt-Köln einzusetzen.

Der neue Zug soll grundsätzlich auf Strecken zum Einsatz kommen, die besonders stark nachgefragt sind. Hier soll er für Entlastung sorgen, damit die Züge nicht so voll sind wie es vor der Corona-Pandemie häufig der Fall war.

XXL-ICE soll mehr Pünktlichkeit bringen

Die neue ICE-Version hat eine um 15 km/h gesteigerte Maximalgeschwindigkeit: 265 km/h. Das soll zur Pünktlichkeit der Bahn beitragen, denn die Züge könnten Verspätungen besser ausgleichen. Wie groß dieser Effekt ausfallen wird, ist allerdings unsicher. Denn auf vielen Strecken dürfen Züge nicht so schnell fahren, sondern oft nur 250 oder auch nur 200 km/h.

Höchstgeschwindigkeit erreichen die Züge nur auf bestimmten Schnellfahrstrecken und können auch nur dort eine Verspätung aufholen. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert daher immer wieder, die Infrastruktur auszubauen und mehr Schnellfahrstrecken in Deutschland zu schaffen.

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