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Plastik vermüllt die Ozeane - und wächst nicht nach. Doch es gibt neue Alternativen. Über Lebensmittelverpackungen, die wirklich nachhaltig sind.

Nicht nur die Bundesregierung hat dem Plastikmüll den Kampf angesagt. Weltweit arbeiten Konzerne an neuen Techniken, um Kunststoffe wirklich zu recyclen. Andere suchen nach ökologische Alternativen zum Plastik. Einige Supermärkte in Deutschland experimentieren bereits mit neuem nachwachsendem Verpackungsmaterial.

1. Eine zweite Haut aus Pflanzenstoffen

"Apeel" ist eine neue Technologie aus den USA. Dabei wird eine dünne, farblose Beschichtung, zum Beispiel auf eine Avocado gespürt. Diese zweite Haut besteht aus pflanzlichen Reststoffen und soll die Haltbarkeit um das Dreifache verlängern Als Rohstoffe werden Abfälle aus der Lebensmittelproduktion, zum Beispiel Trester aus der Weinherstellung verwendet.

Daraus werden Lipide – fettähnliche Substanzen extrahiert, die getrocknet und zu einem Pulver zermahlen werden. Um die frisch geernteten Früchte oder Gemüse zu schützen, wird das Pulver dann vor Ort mit Wasser angerührt und maschinell oder per Hand auf die Produkte gesprüht. Das hat gleich mehrere Vorteile. Obst wie Bananen oder Äpfel müssen weniger gekühlt, nicht mit Plastik verpackt oder Wachs überzogen werden.

2. Lasern statt Einschweißen

Obst und Gemüse kommt meist in Schale - die kann man als Verpackung nutzen! Süßkartoffeln werden dann nur mehr mit einem Laser beschriftet, statt aufwendig in Plastik eingeschweißt. Natural Branding - ein Tattoo auf die Schale statt Plastikverpackung.

3. Plastik aus Pilzen

Der Pilz Mycelium oder Mycel besteht zum Teil aus fadenförmige Zellen, die sich zu einer Art feuchtem Leim verarbeiten lassen. Daraus kann eine Verpackungsalternative für Plastik oder sogar nachhaltiges Leder hergestellt werden. Der Vorteil am Pilz: Für das Wachstum brauchen sie nur Wasser und Kohlenstoff. Kleine Startups in den USA stellen auf diese Weise schon kleine Mengen styroporartiger Weinkisten her. 

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:05 Uhr
Sender
SWR2

4. Verpackungen aus dem Ozean

Auch Algen taugen als Verpackungsrohstoff. Mit Hilfe der sogenannten Spherifikation wird eine Art wasserdichte Haut gebildet, in der man Flüssigkeiten aufbewahren kann. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Plastikflaschen ist vor allem, dass keine giftigen Schadstoffe wie z.B. Mikroplastik in das Getränk übergehen können. Die Algen haben zudem eine kurze und hohe Wachstumsrate und sind auch bei der Kultivierung relativ anspruchslos.

5. Zurück zum Stroh!

Früher hat man Stroh auf dem Bauernkarren als Unterlage und zum Transport für Lebensmittel verwendet. In moderner Form kommt das Material jetzt zurück. Ob direkt in Form gepresst oder mit Zellulose gemischt: Es entsteht ein Produkt das zum Beispiel Plastik-Luftpolster und Styropor im Versandhandel ersetzt. Ist das Stroh unbehandelt, darf man es sogar in der Biotonne entsorgen.

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