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Verschiedene Hersteller versprechen, dass Nahrungsergänzungsmittel gegen Viren helfen – auch gegen Coronaviren. Was ist dran?

Grüntee-Komplex-Kapseln, Halspastillen, Erkältungsspray, sogenannte „Vitalpilze“ – Plötzlich werden vielerorts Nahrungsergänzungsmittel angeboten, die gegen Infektionen schützen sollen – auch mit Coronaviren.

Generell ist jedoch Vorsicht geboten. Das Bundesernährungsministerium warnt ausdrücklich vor irreführenden Versprechungen:

„Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen COVID-19 beweisen. Wenn Studien zitiert sind, beziehen sich diese auf andere Viren.“

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Es gebe kein Nahrungsergänzungsmittel, welches eine Infektion mit dem Virus verhindern könne, so das Ministerium.

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Medikamente, sondern gelten als Lebensmittel. Sie sind deshalb nicht dazu geeignet, Krankheiten zu behandeln oder gar zu heilen – damit zu werben ist verboten.

Weitere Informationen zum Thema irreführende Werbung mit Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie im Artikel „Coronavirus: Was können Nahrungsergänzungsmittel?“ der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?

Die Vitamine A, B, C und D sowie Mineralstoffe wie Zink und Eisen tragen nachweislich zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, so SWR-Ernährungsexpertin Sabine Schütze. Das bedeute jedoch nicht, dass man diese Stoffe in hohen Dosen einnehmen sollte, um dem Immunsystem vermeintlich Superkräfte zu verleihen – im Gegenteil, so Sabine Schütze. Die Substanzen sollten nur geschluckt werden, wenn tatsächlich ein Mangel besteht. Im besten Fall werden sie sonst nur ungenutzt wieder ausgeschieden, im schlimmsten Fall können sie auch schaden.

Nahrungsergänzungsmittel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Nahrungsergänzungsmittel sollten nur eingenommen werden, wenn ein akuter Mangel besteht. Picture Alliance

Der sogenannte Placebo-Effekt sollte jedoch nicht unterschätzt werden, so Sabine Schütze: Nachweislich hilft bereits der feste Glaube an die Wirksamkeit eines Mittels.

Das kann man trotzdem tun, um gesund zu bleiben

Generell ist es nie verkehrt, das eigene Immunsystem fit zu halten. Es ist dann resistenter gegen Angriffe von Bakterien und Viren.

Dafür empfiehlt Ernährungsexpertin Schütze, viel frisches Obst und Gemüse zu essen, am besten möglichst farblich gemischt. Auf diese Art bekommt der Körper viele unterschiedliche Nährstoffe zugeführt.

Spezialtipp: Senföle

Ein besonderer Tipp sind Meerrettich, Kapuzinerkresse, Kohl und Senf, wegen der enthaltenen Senföle. Studien beweisen die Wirksamkeit gegen Viren und Bakterien, besonders bei Atemwegsinfekten. Die Senföle sind jedoch hitzeempfindlich, deshalb diese Lebensmittel am besten roh verzehren.

Zu guter Letzt tragen auch die Klassiker Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und wenig Stress nicht unerheblich zu einem gesunden Immunsystem bei.

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