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Gerade in der Corona-Pandemie quellen die Papiertonnen über vor lauter Versandkartons. Dabei gäbe es Möglichkeiten, unnötigen Verpackungsmüll zu vermeiden.

Viel Verpackung, wenig Inhalt

Ein kleines Handykabel in einem riesigen Karton, immer wieder wundern sich Kunden darüber, dass Versandkartons so überdimensioniert sind. Das dürfte unter anderem damit zu tun haben, dass viele Händler mit DHL, Hermes, DPD und Co. Rahmenverträge schließen. Da werden bestimmte Paketklassen definiert: Alles bis zu einer bestimmten Größe kostet einen fixen Betrag. So hat der Händler kein Interesse, zusätzlich noch kleinere Kartons vorzuhalten. Die Chipkarte oder die Tüte mit Pflanzensamen wird dann eben in einem zu großen Karton verschickt. Häufig wird der Leerraum auch noch mit Schaumstoff-Pellets oder Folie gefüllt. Durch die überdimensionierten Kartons wird zudem viel Stauraum im LKW verschenkt. Die Paket-Zusteller fahren dadurch viel Luft in der Gegend herum, all das ist schädlich für die Umwelt.

Was können Kunden gegen übergroße Kartons tun?

Kunden können durchaus Einfluss darauf nehmen, wie Artikel verschickt werden. Manche Artikel kann man sich beispielsweise in der Originalverpackung schicken lassen – ohne zusätzliche Versandverpackung. Geräte, die vom Hersteller ohnehin schon gut verpackt sind, müssen nicht zwingend in einem zusätzlichen Karton verschickt werden. Eine andere Möglichkeit, Verpackungsmaterial zu sparen, sind Sammelbestellungen. Häufig kann man bei der Bestellung auswählen, ob die Artikel so schnell wie möglich einzeln oder zu einem späteren Zeitpunkt zusammen geliefert werden sollen. Außerdem können Kunden auch Feedback geben und sich beim Händler beschweren, wenn fünf Kugelschreiber in einem riesigen Karton geschickt werden. Der Handel reagiert auf Druck.

Wiederverwendbare Versandtasche wird in Briefkasten gesteckt (Foto: ARD Buffett)
Manche Händler testen bereits wiederverwendbare Versandtaschen. ARD Buffett

Mehrweg-Plastik statt Einmal-Pappe?

Mehr Umweltschutz beim Versandhandel wäre durch Mehrweg-Lösungen möglich. Erste Pilotprojekte gab es schon: So haben Versandhändler wie Otto und Tchibo Mehrweg-Versandtaschen aus Kunststoff getestet. Für die Deutsche Umwelthilfe wäre auch ein bundesweites System von Mehrweg-Boxen vorstellbar, die man jeweils vor Ort wieder abgeben kann. Beim Transport von Obst und Gemüse zu den Supermärkten würden solche Boxen schon eingesetzt – oder auch für Teile in der Automobilindustrie. So etwas könnte man perspektivisch auch auf den Online-Handel übertragen. Die Deutsche Umwelthilfe sieht besonders Amazon in der Pflicht. Wenn dieser Branchen-Riese mit einem Mehrweg-System anfinge, könnte es sich schnell großflächig durchsetzen.

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