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Viele Modeschmuckprodukte sind stark mit Schadstoffen belastet. Im Labor findet Marktcheck bei einer Stichprobe Cadmium, Naphthalin, verschiedene Weichmacher und Nickel.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Da die Schwermetalle Blei und Cadmium ein höheres Gewicht aufweisen und leicht formbar sind, eignen sie sich besonders gut zur Herstellung von Modeschmuck. Verbraucher halten schwereren Schmuck in der Regel für wertvoller.

Bereits seit Jahren sind die Grenzwerte für Nickel, Cadmium und Blei gesetzlich geregelt. Dennoch geht die Zahl der Nickelallergien bei uns nicht zurück.Eine einmal erworbene Nickelallergie bleibt ein Leben lang bestehen.

Noch gefährlicher sind die Wirkungen der beiden anderen Schwermetalle: Cadmium gilt als krebserzeugend und kann schwere Knochen- und Nierenschäden hervorrufen. Blei ist als reproduktionstoxisch eingestuft, das heißt, es stört die Fortpflanzungsfähigkeit und kann auch die Gesundheit der Nachkommen beeinträchtigen.

Labortest: Schadstoffe in jedem vierten Schmuckstück

Im Labor wurde nach Nickel, Blei, Cadmium, PAK und hormonaktiven Weichmachern gefahndet. Immerhin elf Produkte waren frei von den untersuchten Schadstoffen.

In vier Schmuckteilen wurden die Chemiker fündig:

  • In einem Ohrstecker-Set von Action (Hersteller: Top Fashion Trading B.V.) fanden sich minimale Spuren von Cadmium (14 mg/kg), das Produkt ist aber verkehrsfähig.
  • Die Kunststeine einer Halskette von Zeeman enthielten 9,9 mg/kg des unter Krebsverdacht stehenden Naphthalin. Das Produkt ist aber verkehrsfähig.
  • In einem Herrenarmband von Bijou Brigitte fanden sich vier verschiedene Weichmacher: Zwei davon, DEHP und DiBP, gehören zu den besonders besorgniserregenden Stoffen. Sie sind hormonaktiv und ab Juli 2020 verboten. Bis dahin ist das Produkt noch verkehrsfähig.
  • Ein Stimmungsfarbwechselring von gold-richtig.eu zeigte eine sehr hohe Nickellässigkeit. Das Produkt ist nicht verkehrsfähig und darf nicht verkauft werden, da es schwere Nickelallergien auslösen kann.

Wir haben alle Hersteller mit den Laborergebnissen konfrontiert. Action und Zeemann verweisen auf die eingehaltenen Grenzwerte. Bijou Brigitte und gold-richtig vertreiben ihre Schmuckstücke nicht mehr.

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