An einem Haus in der Gemeinde Elchesheim-Illingen hängt ein Transparent auf dem steht «Kein Mobilfunkmast in Wohngebieten». (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa/Uli Deck)

Neuer Mobilfunk-Standard Gesundheitsgefahren durch 5G?

Das neue Mobilfunknetz 5G ist um ein Vielfaches schneller als die aktuellen Frequenzsysteme – aber ist es auch gesünder?

Fragen an Martin Thiel, SWR-Umweltredaktion

Wie beeinflussen 5G-Frequenzen die Gesundheit?

Noch kann niemand mit Sicherheit sagen, wie sich die Handystrahlung auf die Gesundheit auswirkt. Das Bundesamt für Strahlenschutz betont, dass – unabhängig von 5G – wissenschaftliche Unsicherheiten hinsichtlich möglicher Langzeitwirkungen intensiver Handynutzung bestehen. Die Technologie ist zu jung. Krebserkrankungen entwickeln sich über Zeiträume von 20 bis 30 Jahren.

An einem Haus in der Gemeinde Elchesheim-Illingen hängt ein Transparent auf dem steht «Kein Mobilfunkmast in Wohngebieten». (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa/Uli Deck)
In manchen Wohngebieten gibt es heftige Debatten über Mobilfunkmasten. picture alliance / dpa/Uli Deck

Also kann man sich – was 5G betrifft – nur an den alten Studien über Handystrahlung orientieren. Und auch hier gilt: Die Lage ist unübersichtlich, die Meinungen gehen auseinander. Seit es Handys gibt wurden rund 1.500 Studien erstellt, die die Wirkung auf die Gesundheit untersucht haben. Mehrheitlich sehen die Mensch- und Tierstudien keinen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und etwa der Häufigkeit von Krebserkrankungen. Zu diesem Urteil kommen sowohl die WHO als auch das Bundesamt für Strahlenschutz.

Selbst die wichtigsten Studien sind sich nur einig, dass die Handy-Strahlung das Gewebe erwärmt. Übereinstimmende Aussagen zu Krebs gibt es nicht.

Was kann man grundsätzlich zu Handystrahlungen sagen?

Je niedriger die Frequenz, desto tiefer dringen die Strahlen ein. Die 5G-Handystrahlung dringt etwas weniger tief in den Körper ein als die Strahlung im alten 2G- oder 3G-Netz. Denn das 5G-Netz nutzt auch höhere Frequenzen. Das bedeutet aber auch, dass 5G viel mehr Sendemasten braucht, um dasselbe Gebiet abzudecken. Was aber nicht heißt, dass die Strahlung automatisch zunimmt, denn die neue Technik sendet die Signale von der Sendestation vor allem dorthin, wo sie benötigt werden. Die höchste Strahlenbelastung haben also die aktiven Nutzer, während die anderen weniger abbekommen.

SWR-Umweltredakteur Martin Thiel (Foto: SWR)
Martin Thiel, SWR Umweltredaktion

Welche Empfehlungen gibt es, um sich vor Handystrahlung zu schützen?

Das Thema Handystrahlung ist sehr komplex. Die Einschätzungen über die Gesundheitsgefährdung reichen von gefahrlos bis potentiell krebserregend. Nur Langzeitstudien, die es noch nicht gibt, werden belegen können, wer Recht hat. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz sicherheitshalber:

  • Das Handy so häufig wie möglich ausschalten
  • Vor dem Zubettgehen den Flugmodus einschalten
  • Das Handy möglichst weit weg vom Körper tragen
  • Und über Headset und Freisprecheinrichtung telefonieren, da die Handystrahlung schon nach kurzer Distanz deutlich abnimmt.
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