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Meal Prep - auf Deutsch Vorkochen: Einmal planen, einmal einkaufen, einmal kochen - für sich und andere. Das hat in Corona-Zeiten viele Vorteile. So wird es vielfältig und lecker.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
21:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Gut vorbereiten minimiert Ansteckungsrisiko

Wer nur einmal pro Woche in den Supermarkt muss, hat weniger Kontakte mit anderen und minimiert sein Ansteckungsrisiko. Und ganz unabhängig davon, ob man vorhat, mehrere Mahlzeiten vorzukochen, sollten im Einkaufskorb neben frischen und leicht verderblichen Lebensmitteln auch welche sein, die länger durchhalten. Also neben zartem Babyspinat, empfindlichen Blattsalaten und Fisch etwa, sind lagerfähige Möhren, Kohlrabi und Äpfel ganz prima.

Überlegen Sie vorm Einkaufen genau, welche Gerichte Sie im Laufe der Woche kochen bzw. zubereiten wollen. Nur dann können Sie auch einen detaillierten Einkaufszettel machen und werden alles zuhause haben, was Sie wirklich brauchen.

Gerichte besonders für Corona-Risikogruppe

Das sogenannte „Meal Preppen“ ist ideal, um Kranke, Hilfsbedürftige oder einfach nur unerfahrenen Köchen durch die Corona-Zeit zu helfen.

Oberstes Gebot dabei ist eine gründliche Küchenhygiene. Die müssen wir derzeit ernster nehmen als im Normalfall. Gründliches Abwaschen aller Zutaten ist ebenso wichtig, wie regelmäßiges Händewaschen und saubere Küchenwerkzeuge.

Denn das Virus kann offenbar einige Tage auf unbelebten Flächen und möglicherweise auch auf Lebensmitteln überstehen. Ob die Viren dann bei einer möglichen Schmierinfektion noch ausreichend aktiv sind, um ein Gesundheitsrisiko darzustellen, ist bislang nicht klar. Trotzdem ist es möglich, dass eine mit dem Coronavirus infizierte Person die Gurke im Supermarkt vor Ihnen in der Hand gehabt hat.

Auch Petersilie oder Rucola auf dem Wochenmarkt, die derzeit oft aus Italien kommen, könnten Coronaviren an sich haben, weil ein junger, infizierter Arbeiter ohne Symptome beim Ernten, Verpacken, Transportieren oder Verkaufen geholfen hat. Die Ware ist innerhalb von zwei Tagen bei uns im Handel.

Zwar schätzen die Behörden das Risiko, sich über importierte Lebensmittel anzustecken, als relativ gering ein. Und die direkte Tröpfcheninfektion ist der wahrscheinlichste Übertragungsweg. Aber eine Ansteckung über Lebensmittel kann niemand ausschließen. Genau deshalb ist gründliches Waschen so wichtig. Damit kriegt man eventuelle Viren und Keime zumindest soweit reduziert, dass sie unser Immunsystem abwehren kann.

Auf Nummer Sicher: Gegartes zum selber Aufwärmen

Wer Menschen versorgt, die zur Risikogruppe gehören, sollte besonders aufpassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, stellt ihnen nur Mahlzeiten vor die Tür, die gegart worden sind. Hitze tötet die Viren zuverlässig. Idealerweise sind es Gerichte, die sich die Betroffenen nochmal selbst aufwärmen können.

Aufwärmen bei mindestens 70 Grad für zwei Minuten

Grundsätzlich gilt, dass langes Warmhalten und langsames Abkühlen das Wachstum von Keimen begünstigt. Deshalb gilt:

  • Am besten kommen Reste und vorbereitete Mahlzeiten innerhalb von zwei Stunden nach der Zubereitung in den Kühlschrank. Zügiges Abkühlen im kalten Wasserbad ist hilfreich.
  • Beim Aufwärmen gilt die Grundregel, dass das komplette Essen mindestens 70 Grad für 2 Minuten erreicht haben sollte, um krankmachende Keime sicher abzutöten.

Wer sich an diese Tipps hält, kann auch empfindliche Lebensmittel wie Pilze und Fisch zum Vorbereiten nutzen. Einmal wieder aufwärmen schadet nicht.

Vorsicht bei nitratreichen Lebensmitteln

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Spinat und andere nitratreiche Lebensmittel wie Mangold oder Rote Bete. Sommerspinat enthält übrigens weniger Nitrat als Spinat im Winter. Und generell enthält Freilandgemüse weniger als welches aus dem Gewächshaus.

Mangold und Spinat enthalten von Natur aus viel Nitrat. Das ist zwar unbedenklich, kann aber durch langsames Abkühlen und Aufwärmen und im Körper in Nitrit umgewandelt werden. Nitrit wiederum kann den roten Blutfarbstoff so verändern, dass der Sauerstofftransport im Blut behindert wird. Das kann für Säuglinge und Kleinkinder lebensbedrohlich sein. Aufgewärmter Spinat ist deshalb für sie tabu. Übrigens, industriell hergestellte Gemüse-Beikost für Kleinkinder wird auf Ihren Gehalt an Nitrat überprüft. Nitrit kann im Körper außerdem zu Nitrosaminen umgebildet werden. Die sind krebserregend und hauptsächlich bei Fleisch- und Wurstwaren ein Problem, die gepökelt sind. Wer gleichzeitig Vitamin C zu sich nimmt, hemmt die Bildung von Nitrosaminen. Auch nitratreiche Gemüse lassen sich gut mit Zitronensaft, frischer Paprika oder einem Saft kombinieren.

Säuglinge und Kleinkinder im Alter von 1 bis 3 Jahren, die an einem Tag viel Spinat mit hohem Nitratgehalt verzehren, können manchmal eine Aufnahmemenge erreichen, bei der ein erhöhtes Risiko für eine Methämoglobinämie („Blausucht“ = Zyanose) nicht ausgeschlossen werden kann.

Bundesamt für Risikobewertung

Tiefkühlobst in Coronazeiten: Vorsicht vor diversen Viren!

Das Risiko, sich über Tiefkühlobst mit dem Coronavirus anzustecken, ist zwar sehr gering, aber nicht völlig von der Hand zu weisen. Denn das Virus übersteht minus 20 Grad eine lange Zeit. Im Herbst 2012 hatten in Ostdeutschland mehrere tausend Schulkinder Brechdurchfall, weil sie in der Kantine Tiefkühlerdbeeren aus China gegessen hatten, in die das Norovirus geraten war. Sowas ist auch derzeit nicht auszuschließen.

Gefrorene Erdbeeren (Foto: Colourbox)
Das Coronavirus übersteht minus 20 Grad eine lange Zeit.

Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel „Hepatitis A- und Noroviren in tiefgefrorenen Beerenfrüchten?“ vom Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Aber, um das mal einzuordnen: Inzwischen hat sich bei den Hygienestandards, auch in China, viel getan. Und das frische Obst wird nahezu vollautomatisch gewaschen, schockgefrostet und verpackt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein infizierter Arbeiter die Viren überträgt, sehr gering. Doch in der momentanen angespannten Lage, sollten Menschen, die zur Risikogruppe gehören, auf Tiefkühlgemüse aus Corona-Ländern sicherheitshalber verzichten. Aber leider muss auf Tiefkühlware nicht stehen, wo sie herkommt. Manche Hersteller geben das immerhin freiwillig an.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit rät grundsätzlich, Tiefkühlobst wegen einer möglichen Keimbelastung zu erhitzen. Doch gerade Beerenobst will man lieber frisch essen. Wer jetzt auf Nummer sicher gehen will, kann Dosenobst kaufen. Gemüse tiefgekühlt ist kein Problem, weil das gegart wird und Viren zuverlässig vernichtet.

Nahrungsergänzungsmittel als Schutz vor dem Coronavirus?

Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, die damit werben Schutz vor dem Coronavirus zu bieten, ist Vorsicht geboten, wie eine Aussage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen  auf ihrer Internetseite verdeutlicht:

„Da dieser Virus erst seit kurzer Zeit bekannt ist, gibt es keinerlei Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen dagegen beweisen. Zitierte Studien beziehen sich in der Regel auf andere (Corona-)Viren.“

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel „Coronavirus: Was können Nahrungsergänzungsmittel?“ der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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