geöffneter Backofen, Hand mit Gummihandschuh und Reinigungsmittel (Foto: Getty Images, Getty Images / filistimlyanin)

Saubere Küche Welche Backofenreiniger helfen wirklich?

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Wie gut werden verschiedene Putzmittel mit stark eingebranntem Backofen-Schmutz fertig? Und wo steckt aggressive Chemie drin?

Marktcheck macht den Test

Wie bekommt man diese so richtig schön eingebrannte Mischung aus Fett und Stärke am besten aus dem Backofen entfernt? Wir testen sechs verschiedene Reiniger. Inhalt der Flaschen und Dosen: Jeweils ein halber Liter.

  • Sidol Bref für etwa 3 Euro
  • Den Öko-Reiniger von Frosch für knapp 2 Euro
  • Das Backofenspray der Edeka-Eigenmarke Gut & Günstig für 1,55 Euro
  • Den Reiniger der DM-Eigenmarke für 1,55 Euro
  • Den Reiniger von Prowin – mit 27,90 Euro mit Abstand das teuerste Produkt in unserem Test. Er ist nur im Direktverkauf erhältlich.
  • Das Abrazo Power-Pad ist der Exot im Test: ein Spezialschwamm aus Stahlwolle und Seife für etwa 2 Euro pro Packung.
Sechs Backofenreiniger, die Marktcheck getestet hat. (Foto: SWR, SWR)
Diese Backofen-Reiniger haben wir getestet. SWR

Frosch und Abrazo ohne aggressive Stoffe

Fast alle Reiniger haben den Hinweis, dass bei Gebrauch Handschuhe zu tragen sind. Ausnahmen sind die Reiniger von Frosch und Abrazo: Sie verzichten auf aggressive Inhaltsstoffe.

Drei Hobbyköche, die die Backofenreiniger getestet haben. (Foto: SWR, SWR)
Unsere Tester sind alle Hobbyköche. SWR

Bei den Eigenmarken von DM und Edeka machen sich diese direkt bemerkbar: Die Reiniger stinken. Sidol Bref verursacht in unserem Check Husten. Toxikologin Maren Hermanns-Clausen vom Giftnotruf in Freiburg sagt, dass die Seifenbestandteile und Lösemittel in den Reinigern schleimhautreizend sind.

Menschen, die ein hypersensibles Bronchialsystem haben, können unter Umständen dadurch einen Asthmaanfall haben.

Maren Hermanns-Clausen, Toxikologin beim Giftnotruf Freiburg

Giftiges Ammoniak

Schleimhautreizend ist zum Beispiel auch Ammoniakwasser. Der Edeka- und der DM-Reiniger enthalten diesen Stoff. Wenn er verdunstet, tritt Ammoniak aus und das wird als giftig eingestuft. Bei unserem Test an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen stellen wir fest: Der Ammoniak-Wert liegt über der zulässigen Grenze am Arbeitsplatz.

Hand mit Lappen reinigt Backofentür. (Foto: Getty Images, Getty Images / bukharova)
Festgebackener Schmutz geht besonders schwer ab. Getty Images / bukharova

Wir fragen bei Edeka und DM nach. Warum verzichten sie nicht auf Ammoniakwasser? Beide schreiben uns zum Teil identisch formulierte Antworten. Ammoniakwasser sei „ein bewährtes Mittel gegen Schmutz und Flecken“. Es bestehe keine Gefahr für den Endverbraucher.

Starke Laugen

Die anderen Reiniger verzichten auf Ammoniakwasser. Aber: Auch Prowin und Sidol Bref sind ätzend und tragen deshalb Gefahrensymbole. Sie enthalten starke Laugen und sind daher hoch alkalisch.

Toxikologin Hermanns-Clausen: „Wenn ein Produkt hoch alkalisch ist, dann macht es das, was es mit den Krusten auch machen soll: auflösen, wegätzen. Wenn ich das auf die Haut bekomme, pur, ohne Verdünnung, kann das eine Rötung bis hin zu Blasenbildung oder stärkere Verätzungen verursachen.“

Und wie gut reinigen die Putzmittel? Sie müssen sich einmal an Zuckersirup, einmal an einem Fettgemisch beweisen – beides zweieinhalb Stunden lang im Backofen eingebrannt.

Das Gesamtergebnis unseres Tests:

Unser Testsieger: Frosch. Er bringt sehr gute Leistung und hat keine aggressiven Inhaltsstoffe. Im Mittelfeld liegt der Reiniger von DM: Er hat die beste Reinigungsleistung und ist sehr günstig, enthält aber viel aggressive Chemie. Auch Prowin reinigt ordentlich, ist aber viel teurer als die anderen. Unser Verlierer: Abrazo. Er macht einfach nicht sauber und ist auch beim Praxistest krachend durchgefallen.

Das Testergebnis von Marktcheck im Überblick. (Foto: SWR, SWR)
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