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Honig aus dem Nektar der neuseeländischen Manuka-Pflanze soll besonders gesund sein durch Methylglyoxal. Stimmt das wirklich? Nun gibt es den seltenen Honig auch beim Discounter.

Manuka ist eine wildwachsende Pflanze, ein Teebaum oder -strauch, auch Südseemyrte genannt, der in Neuseeland vorkommt. Dem Honig aus den Manuka-Blüten wird große Heilwirkung nachgesagt. Tatsächlich enthält dieses Bienenprodukt auch besonders viel Methylglyoxal (MGO) – ein Stoff, der antibakteriell wirkt. Er entsteht bei der Umwandlung des Nektars zu Honig im Darm der Biene. In größeren Mengen funktioniert das allerdings nur, wenn der Nektar tatsächlich vom Manuka-Baum oder -strauch stammt.

Die Imkerin Samar Elbaa verwendet Rauch zur Beruhigung der Bienen, um in ihrer Imkerei in Beit Hanoun im Gazastreifen Honig zu sammeln. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Neuseeländische Imker produzieren jährlich 1.700 Tonnen echten Manuka-Honig. Picture Alliance

Echter Manuka-Honig enthält viel antibakteriellen Wirkstoff Methylglyoxal

Methylglyoxal steckt zwar auch in herkömmlichem, heimischem Honig, allerdings hier nur in minimaler Dosierung. In echtem Manuka-Honig ist er dagegen in messbarer, hundertfacher Konzentration enthalten. Deshalb soll der Honig auch eine heilende Wirkung haben und etwa bei Entzündungen, bei Magen-Darm-Problemen oder auch bei Erkältungen helfen.

Wissenschaftlicher Nachweis für Heilwirkung fehlt

Ob dieser Manuka-Honig nun wirklich heilt und Entzündungen beim Menschen bekämpfen kann, dafür gibt es bisher allerdings nur so genannte Labornachweise. Tatsächlich zeigte der Honig bei Laborversuchen der Universität Ottawa wohl eine gute Wirksamkeit bei Nasennebenhöhlenentzündungen. Darüber hinausgehende wissenschaftliche Studien, wie er wirkt, gibt es nicht.

Trotzdem großer Hype um den angeblichen „Wunderhonig“

Im Internet wird Manuka-Honig gleichwohl als wahres Wundermittel angepriesen und vielfach angeboten. Doch Vorsicht: echter Manuka-Honig ist selten und teuer. Die neuseeländischen Bienen produzieren jährlich unter 2.000 Tonnen vom Original. In Apotheken und im Reformhaus, wo der echte Honig normalerweise verkauft wird, zahlt man daher für ein Glas Manuka-Honigs um die 23 Euro, bei einer besonders hohen antibakteriellen Wirkstoff-Konzentration von 630 Milligramm Methylglyoxal muss man sogar mit 80 Euro für ein Glas Original-Honig rechnen.

Manuka-Honig beim Discounter für unter zehn Euro zu haben

Nun bieten auch Discounter in Deutschland Manuka-Honig an, für knapp unter zehn Euro fürs Glas. Dementsprechend enthält dieser Honig aber auch deutlich weniger an Methylglyoxal, also viel weniger von dem entzündungshemmenden Stoff, der die Besonderheit des Honigs ausmacht. Günstig bedeutet also in diesem Fall nicht unbedingt, dass man als Verbraucher tatsächlich ein Schnäppchen gemacht hat.

Eine Honigbiene sitzt auf einer Wabe.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)
Honig wird von Bienen aus Blüten-Nektar oder Honigtau gewonnen. Seine Zusammensetzung ist dabei so verschieden wie die Futterquellen der Bienen. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Tipp: So erkennen Sie den echten Manuka-Honig

Bei der Menge an angebotenem Manuka-Honig sollte man als Verbraucher vorsichtig sein: Was in Neuseeland jährlich an Manuka-Honig geerntet wird, ist deutlich weniger als das, was weltweit auf dem Markt auftaucht.

Um Fälschungen oder minderwertigen, angeblichen Manuka-Honig zu erkennen, sollte ich beim Honig-Kauf auf zwei Dinge achten, um keiner Fälschung auf den Leim zu gehen:

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