Bezahlen mit EC Karte an einer Supermarktkasse (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Lecker essen und trotzdem 1000 Euro im Jahr weniger Geld im Supermarkt lassen

Einfach aber super effektiv: Spar-Tipps für Lebensmittel

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Der Ukraine-Krieg, gestörte Lieferketten, teure Energie: Die Preise für Lebensmittel gehen gerade steil nach oben! Dabei gibt es viele Möglichkeiten, beim Einkauf Geld zu sparen:

Beim Discounter Aldi werden Fleisch, Wurst und Butter deutlich teuer. Andere Discounter machen in der Regel etwas später Aldi nach und werden ihre Preise auch erhöhen. Der Handelsverband Deutschland rechnet flächendeckend mit Preiserhöhungen im zweistelligen Prozentbereich.

Abwechslungsreich und gesund essen

Es gibt aber ein paar Tricks, mit denen sich die gestiegenen Preise etwas abfedern lassen und günstiges, aber dennoch abwechslungsreiches und gesundes Essen auf den Tisch kommt:

 Selbst kochen ist immer günstiger als Fertiggerichte

Tiefkühlpizza, Nudelpfanne oder Dosensuppe – Fertiggerichte sind schnell und praktisch. Vor allem aber: Viel teurer als selbst kochen! Die Verbraucherzentrale hat das vor ein paar Jahren mal ausgerechnet und kam zum Ergebnis: Die untersuchten Gerichte kosteten im Durchschnitt 184 Prozent mehr als dieselbe Mahlzeit in der selbst zubereiteten Variante. Wer jeden Tag statt einem Fertiggericht selbst kocht, so die Verbraucherzentrale damals, kann bis zu 1000 Euro im Jahr sparen!

Kartoffeln, Knoblauch und Koriander (Foto: Unsplash/Syd Wachs)
Selbst Kochen ist fast immer günstiger als ein Fertiggericht. Besonders wenn größere Mengen zubereitet und eingefroren werden. Unsplash/Syd Wachs

Immer mehr kochen und einfrieren

Wer sparen will, stellt sich also selbst an den Herd. Klar, das schälen und schnippeln dauert länger. Deswegen der Tipp: Einfach standardmäßig die doppelte Menge zubereiten. Die Hälfte davon einfrieren, und bei Bedarf schnell aus der Truhe holen: So geht Fertiggericht selbstgemacht und vor allem: günstig! 

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Kaufen, was gerade reichlich vorhanden ist

Ware im Überfluss ist billiger als Ware, die gerade knapp ist. Deswegen war saisonales Obst und Gemüse schon immer die günstigere Wahl. Jetzt gilt das erst recht: Weil die Kosten für Energie und Treibstoff momentan durch die Decke gehen, steigen besonders die Preise für Waren aus beheizten Gewächshäusern, die teilweise auch noch lange Transportwege benötigen. 

In Apps über Erntezeiten informieren

Wer sparen will, informiert sich deswegen in Saisonkalendern oder Apps, was gerade Haupterntezeit hat. Und kauft dann lieber die Freiland-Radieschen aus Deutschland, statt die Gewächshaus-Paprika aus Spanien. 

Leckere Sattmacher-Mahlzeiten einplanen

Reis, Kartoffeln oder Quark dürften in der nächsten Zeit teurer werden. Und trotzdem: Ihr Grundpreis ist vergleichsweise niedrig. Kartoffeln zum Beispiel gibt’s im 3-Kilo Netz auch schon mal für 1,49 Euro. Das reicht für richtig viele Portionen. Deshalb sollten solche „Sattmacher“-Lebensmittel gezielt in den Speiseplan eingebaut werden: Je mehr davon auf dem Teller liegen, desto tiefer sinkt der Preis pro Mahlzeit. Das muss überhaupt nicht langweilig sein: Pellkartoffeln mit selbst gemachtem Kräuterquark sind ein gutes Beispiel für eine leckere, gesunde und günstige Sattmacher-Mahlzeit. 

Kreativ Reste und Vorräte verwenden

Rechtzeitig Vorräte und Reste aufzubrauchen ist ein weiterer simpler aber sehr effektiver Tipp: Dazu reicht es eigentlich die übliche Kochroutine um 180 Grad zu drehen. Statt zu überlegen, was gekocht werden soll und anschließend Zutaten einzukaufen, erst mal schauen: Was ist da, was muss weg, und was lässt sich daraus zubereiten. Wem dazu die nötige Kreativität fehlt: Resteverwertungs-Apps helfen gerne aus mit Rezept-Tipps.

Gewohnheiten ändern

Das, was teuer wird, sind oft eingefahrene Gewohnheiten. Wer beispielsweise oft zwischen Arbeit und Abendessen mit grummelndem Magen in den Supermarkt flitzt, läuft Gefahr, mehr zu kaufen als nötig. Solche Mechanismen lassen sich austricksen. Wer sich selbst ein wenig beobachtet, merkt am besten, wo sie oder er ansetzen kann.  

Gerichte für einige Tage oder Wochen planen

Wer einige Gerichte, oder sogar alle für ein oder zwei Wochen in Ruhe mal vorausplant, kann enorm viel Geld sparen. Denn wenn schon weitgehend feststeht, was man kochen will, kauft man gezielter ein. Und verbraucht dann auch gleich die frisch gekauften Sachen. Tipps von Verbraucherschützern für eine gute Planung finden Sie hier.

Einkaufszettel verhindern meist Spontankäufe

Ob per App am Handy dabei oder auf Papier – beim Einkaufszettel hat jede und jeder seinen eigenen Stil. Sinn macht er auf jeden Fall: Die Gefahr sinkt, etwas spontan zu kaufen, was einen gerade anlacht - aber dann doch im Kühlschrank in Vergessenheit gerät.

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Wer Zeit und Umwege sparen will, schreibt den Zettel sogar in der Reihenfolge der Regale in seinem Supermarkt: Obst, Gemüse, Mehl und so weiter.

Sonderangebote sind nicht immer Sonderangebote

Nicht jedes Sonderangebot ist wirklich ein Schnäppchen. Im Supermarkt oder Discounter sollte man nicht reflexartig nach jeder Ware mit dem Hinweis auf einen Preisnachlass greifen.

Günstigere Produkte stehen oft eher außerhalb der direkten Blickrichtung, etwa weit unten oder oben. Preise vergleichen lohnt sich ebenso, im Markt und zwischen verschiedenen Märkten - am besten aufs Kilo gerechnet.

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Wer eher abends einkaufen geht, findet an der Obst- und Gemüsetheke möglicherweise noch etwas heruntergesetzt. Weitere Einkaufstipps von Verbraucherschützern finden Sie hier.

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Wochenmärkte müssen nicht teurer sein

Der Wochenmarkt muss nicht am teuersten sein – auch wenn Viele das vermuten. Immer wieder zeigen Preisvergleiche, das der Markt preislich die Nase vorn haben kann. Es kommt auch auf die Zeit an: kurz vor Ende des Marktes kann man noch Rabatt bekommen, oder auch als Stammkunde eines Bauernhofs oder Marktbeschickers.

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Bei der Entscheidung, wo man nun einkaufen möchte, kann jedenfalls ein Preisvergleich im Selbstversuch helfen. Viele sehen auch diesen Vorteil am Wochenmarkt: die Versuchung, hier noch ein Päckchen Knabbereien und dort noch Süßigkeiten in den Einkaufswagen zu legen, ist kleiner.

Ein Großeinkauf besser als viele kleine

Wer gut voraus plant, kann ebenfalls viel sparen. Ein Großeinkauf pro Woche macht sich bei vielen über die Zeit im Geldbeutel positiv bemerkbar. Großpackungen sind vielfach günstiger. Aber: man sollte sicher sein, dass man sie auch aufbraucht, bevor sie verfallen. Wer immer wieder schnell noch in den Supermarkt muss, weil etwas fehlt oder benötigt wird, kauft oft mehr, als gewollt. Das Risiko ist bei einem ausgeruhten Wocheneinkauf kleiner.

Einkaufen ohne durch die Regale zu schlendern

Es gibt auch Supermärkte, die gegen eine Gebühr den online bestellen Einkauf zusammenstellen, fertig zum Abholen. Das ist sicherlich Geschmacksache, ob man lieber alles selbst aussuchen will. Aber je nach eigenem Einkaufsverhalten (Stichwort "Verführbarkeit") könnte auch so etwas zum Sparen beitragen.

Lebensmittel richtig lagern

Lebensmittelverschwendung ist neben allen Folgen für die Umwelt auch teuer. Wie man zu viel Wegwerfen vermeiden kann, wissen SWR-Umweltredakteurin Susanne Henn und Verbraucherschützer.

Hilfreich ist es in jedem Fall, die eigenen Vorräte regelmäßig durchzugehen und am besten in Schränken und Kühlschrank nach Verfallsdatum zu sortieren. .

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Besonders macht es Sinn, Ordnung zu halten und auf die richtige Aufbewahrung zu achten - damit nichts aus dem Blick gerät, verdirbt und am Ende im Müll landet.

Beispielsweise brauchen es Kartoffeln dunkel und kühl, sonst treiben sie aus. Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank. Bananen werden, wenn sie neben Äpfeln lagern, schneller reif und überreif - also matschig und braun.

Wer Bescheid weiß, wie welche Lebensmittel gelagert werden sollen, merkt, dass vieles so deutlich länger hält. Tipps dafür hat die SWR Umweltredaktion zusammengestellt.

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Auch das Einkochen, Einwecken und viele andere Methoden helfen.

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Keine Scheu vor Resten: Reis von gestern kann zu einer Reisfleischpfanne werden – Nudeln lassen sich gut aufwärmen, da kann man viel improvisieren und erfinden. Auf Dauer macht es sich bezahlt, weniger wegzuwerfen.

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In Deutschland werden jedes Jahr 75 Kilo Lebensmittel pro Kopf weggeworfen. Unnötig, findet ein Koch aus Bad Säckingen und gibt praktische Tipps für die Resteverwertung.  mehr...

Brotzeit statt "ToGo"

Hier ein Coffee to Go, dort ein belegtes Brötchen vom Bäcker: Das gehört für viele zum Alltag. Allerdings: Wer mal zusammen rechnet, was diese vielen kleine Snacks und Getränke im Monat oder im Jahr kosten, wird vermutlich einen Schreck kriegen. Wer häufig oder imme sein eigenes Essen oder Brötchen mitbringt, kann viel Geld sparen.

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Leitungswasser statt Mineralwasser

Leitungswasser gehört zu den am strengsten regulierten Lebensmitteln. Immer wieder zeigen Untersuchungen und Tests, dass Leitungswasser mindestens genauso gut ist wie teures Mineralwasser. Wer in einem Gebäude mit neueren Leitungen wohnt, kann das Wasser problemlos trinken und spart sich Einkauf, Kisten schleppen und Geld.

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Kräuter und Gemüse selbst anbauen

Dieser letzte Spar-Tipp ist – zugegebenermaßen – sehr Typ-abhängig. Denn: Wer mit eigenem Obst, Gemüse oder Kräutern sparen will muss wissen: Die eigene Arbeitsleistung sollte man hier als Hobby betrachten und die nötige Zeit dafür haben.

Anpflanzen und Ernten auf kleinstem Raum Nachhaltig gärtnern auf Balkon und Terrasse

Wer jetzt Lust hat auf Blüten, Obst und Gemüse auf dem eigenen Balkon oder der Terrasse: Wir haben die wichtigsten Tipps fürs erste Gartenprojekt in Töpfen, Kübeln und Hochbeet.  mehr...

Wer ohnehin gern pflanzt könnte sich aber überlegen, den Blumen- in einen Gemüsegarten zu verwandeln oder am Balkon auch Kräuter dazu zu stellen. Auf jeden Fall ist etwas Eigenes absolut frisch und schmeckt mit etwas Glück auch besonders gut.

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