in Verkäufer in einem Autohaus in Leipzig befestigt ein Schild "Leider schon verkauft" an einem Dacia Sandero, aufgenommen am Donnerstag (05.02.2009).  (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance/ dpa | Jan Woitas)

Lieferengpässe treffen immer mehr Auto-Kunden

Langes Warten auf den Neuwagen - höhere Preise bei Gebrauchten

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AUTOR/IN
Max Dehling, SWR Wirtschaft
ONLINEFASSUNG
Lutz Heyser

Chipmangel und andere Lieferprobleme: Die Autohersteller können gerade deutlich weniger PKWs bauen als sonst. Das hat Folgen auch für den Gebrauchtwagenmarkt.

Neuwagen-Interessierte müssen sich aktuell auf längere Wartezeiten beim Autokauf einstellen. Gebrauchtwagen-Interessenten bereits auf höhere Preise. Denn wegen der anhaltenden Engpässe auf dem Neuwagenmarkt bleiben Gebrauchtwagen weiterhin begehrt, so schreibt es etwa die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) aus Stuttgart in ihrem Branchenreport für den Oktober 2021. Demnach verkaufen Händler ihre Benzin-Gebrauchtwagen aktuell für 58,0 Prozent des ehemaligen Listen-Neupreises, Diesel-PKW werden leicht darunter für 55,2 Prozent gehandelt.

Experte: Wartezeit aufs Auto könnte sich noch verlängern - Preise steigen

Neuwagen des neuen elektrischen ID.3 von Volkswagen parken auf einem Werksparkplatz im Volkswagen Werk Zwickau.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt)
Viele Autohersteller versuchen händeringend, den Nachfrageüberhang zügig abzuarbeiten, indem sie bestellte Fahrzeuge mit dem noch vorhandenen Material fertigstellen. picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt

Wer sich für einen Neuwagen interessiert, müsse inzwischen mit einer Wartezeit von neun Monaten bis einem Jahr rechnen, um seinen neuen Wagen in Empfang nehmen zu können, heißt es beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. In der Branche rechnen Fachleute nun damit, dass sich die Situation bis zum Frühjahr 2022 sogar noch verschärfen könnte. Die Folge: Auch Rabatte auf die Listenpreise von Neuwagen werden seltener.

Die Hintergründe für die langen Wartezeiten beim Neuwagenkauf sind Lieferengpässe bei wichtigen Bauteilen wie Halbleitern, weshalb viele Hersteller ihre Produktion bereits seit dem Sommer teils deutlich drosseln mussten.

Lieferzeiten bei E-Autos besonders lang

„Besonders anfällig für lange Lieferzeiten sind aktuell vor allem Elektrofahrzeuge“, so der Autoexperte Stefan Reindl, Leiter des Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft. Denn die E-Autos seien sowohl bei der Ansteuerung des Antriebs als auch bei den Assistenz- und Kommunikationssystemen stärker auf solche derzeit knappen Halbleiterelemente angewiesen als Verbrenner-Fahrzeuge.

Bei Deutschlands größtem Autohersteller Volkwagen etwa führte dies bereits dazu, dass sich VW-Manager vorerst keine Elektro- oder Hybridautos als Dienstwagen mehr bestellen sollen. Denn diese sollen sofort an die Kunden gehen - normalerweise schmückt sich der Wolfsburger Hersteller gerne damit, auch seine Führungskräfte mit alternativ angetriebenen Fahrzeugen auszustatten.

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