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Mittlerweile sind fast alle Branchen von der Corona-Pandemie betroffen. Autobauer wie Opel oder Volkswagen fahren ihre Produktion runter, Zulieferer bekommen keine Teile mehr.

All das kann dazu führen, dass betroffene Unternehmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. In der Zeit, in der das Unternehmen den Arbeitnehmer nicht beschäftigen kann, bekommt dieser 60 Prozent seines Nettolohns von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt. Als Ausgleich für den Lohn, der wegfällt. In der Regel wollen die Betriebe durch Kurzarbeit verhindern, dass Beschäftigte gekündigt werden. Gerade deshalb unterstützt die Bundesregierung die Unternehmen, indem sie die Hürden für die Kurzarbeit, rückwirkend zum 1. März 2020, herabgesenkt hat.

Wie viel Geld bekomme ich?

Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der 100 Prozent arbeitet, also 5 Tage die Woche, verdient 2.000 Euro netto. Wenn er nur noch an 4 Tagen arbeiten kann, weil sein Unternehmen ihn in Kurzarbeit schickt, dann bekommt er von der Arbeit nur noch 80 Prozent seines Nettolohns, also 1.600 Euro. Für die restlichen 20 Prozent kommt die Bundesagentur für Arbeit auf. Die bezahlt aber nur 60 Prozent (bei Arbeitnehmern mit Kindern 67 Prozent) des Nettolohns, also 240 Euro. Insgesamt bekommt der Arbeitnehmer während der Kurzarbeit 1.840 Euro. In jedem Fall, wird das Kurzarbeitergeld immer vom Arbeitgeber beantragt.

Ein Mitarbeiter des Autozulieferers ElringKlinger kontrolliert die Produktion der Zylinderkopfdichtungen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sina Schuldt/dpa)
Immer mehr Firmen schicken ihre Beschäftigten in Kurzarbeit, um die Produktionsengpässe abzufangen. picture alliance/Sina Schuldt/dpa

Kann mich mein Unternehmen zur Kurzarbeit verpflichten?

Grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass die Beschäftigten arbeiten können. Wenn das zum Beispiel aus einem der oben genannten Gründen nicht gewährleistet ist, dann kann ein Arbeitgeber Kurzarbeit beantragen. Wegen der aktuellen Situation mit dem Corona-Virus hat die Bundesregierung ein Gesetz beschlossen, dass den Arbeitgebern ermöglicht, rückwirkend bis zum 1. März Kurzarbeitergeld zu beantragen.

Kann mich mein Arbeitgeber zwingen Urlaub zu nehmen?

Das Sozialgesetzbuch III regelt genau, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um Kurzarbeit anzumelden. Dies kann nur dann geschehen, wenn der Arbeitsausfall unvermeidbar ist und der Betrieb alles getan hat, um ihn zu vermindern oder zu beheben. Der Arbeitgeber kann demnach auch anordnen, dass Zeitguthaben, Überstunden oder Ähnliches erst abgebaut werden müssen. Auch ungenutzter Urlaub, der noch nicht genehmigt ist, könnte vom Arbeitgeber angeordnet werden. Wenn die Urlaubstage aber bereits genehmigt sind, kann der Arbeitgeber sie nicht ohne Weiteres anordnen. In jedem Fall gilt jedoch, dass der Arbeitnehmer sich eng mit seinem Arbeitgeber absprechen sollte. In einer besonderen Zeit wie jetzt, gibt es viele Arbeitgeber, die sich kulanter zeigen.

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