Unseriöse Dachdecker Wie betrügerische Banden pfuschen und abkassieren

Immer wieder werden Hausbesitzer von vermeintlich seriösen Handwerksbetrieben angesprochen. Wie Sie Betrüger erkennen und worauf Sie achten sollten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

1. Angebote einholen

Das Internet weiß immer Rat? Bitten Sie auf der Suche nach einem guten Handwerker doch lieber Freunde, Kollegen und Nachbarn um einen heißen Tipp. Danach können Sie ja immer noch die Suchmaschine anwerfen. Kleiner Hinweis: Ist der Handwerker Mitglied einer Innung, können Sie sich bei Problemen an die zuständige Schlichtungsstelle wenden.

Am besten, Sie holen Angebote - keine unverbindlichen Kostenvoranschläge - mehrerer Firmen ein. Das sollte kostenlos geschehen, im Zweifelsfall fragen Sie vorab nach. Unter Umständen - etwa bei sehr aufwendigen Angebotserstellungen - kann der Handwerker einen Preis für das Angebot aufrufen; diese Kosten sollten aber bei positiver Vergabe mit der Endsumme verrechnet werden. Die Angebote sollten die Leistungen und benötigte Materialien beinhalten.

Prüfen Sie bei jedem Angebot, ob die beinhalteten Leistungen alle benötigt werden, ob alle Materialien berücksichtigt wurden oder ob Unklarheiten bestehen. Vergleichen Sie die Angebote und suchen Sie das für Sie beste heraus. Achten Sie dabei auf die Bindungsfrist: Üblich bei Handwerker-Angeboten ist, dass sie ein bis drei Monate gültig sind - danach wird eventuell ein neues Angebot erstellt.

Handelt es sich um Angebote mit Festpreis, dürfen die Kosten nicht überschritten werden. Allerdings wird jede dort nicht schriftlich fixierte Extraleistung natürlich auch mit einem gesonderten Angebot extra berechnet.

2. Angebot konkretisieren

Der Handwerker wird entweder nach Stunden - oder etwa bei einem Fliesenleger nach Quadratmetern - bezahlt, oder die Leistung wird per Festpreis vergütet. Eventuell können Sie hier mit dem Handwerker verhandeln. (Vorsicht aber vor dem Wortwirrwarr "Pauschalpreis", "Einheitspreis" und "Festpreis" - rechtlich sind hier unterschiedliche Sachen gemeint.)

Bestehen Sie darauf, dass das Angebot so genau wie möglich formuliert wird. Denken Sie dabei auch an den Ausführungstermin! Und Vorsicht bei Formulierungen wie "geschätzt", "voraussichtlich", "unverbindlich" - die haben in Ihrem Vertrag nichts zu suchen, da sie am Ende meist zu Mehrkosten führen.

Verhandeln Sie ansonsten dort nach, wo Sie es für nötig halten: Anfahrtspauschale? Unkonkrete Materialkosten? Im Zweifelsfall lassen Sie sich die Posten eben vom Handwerker erklären.

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Es kann auch sein, dass Sie in Vorleistung gehen sollen. Dies ist etwa bei Materialkosten üblich. Bei anderen veranschlagten Kosten sollten Sie nicht in Vorleistung gehen.

3. Auftrag rausgeben

Wenn Sie das Angebot annehmen - am besten schriftlich, zu den im Angebot genannten Bedingungen, mit Unterschrift Ihrerseits -, bitten Sie um eine Auftragsbestätigung. So stellen Sie sicher, dass es nicht zu nachträglichen Preisveränderungen kommen kann.

Rein rechtlich handelt es sich dabei übrigens nicht um einen Auftrag, sondern um einen Werkvertrag.

4. Während der Arbeiten

Handelt es sich um ein längeres Bauprojekt, zeigen sie regelmäßig Präsenz vor Ort, am besten mit einem Zeugen, und dokumentieren Sie mit der Kamera, was Sie dort sehen. Werden vor Ort neue oder zusätzliche Absprachen getroffen, bestehen Sie darauf, dass diese schriftlich festgehalten werden.

Können die Handwerker einen vorher vereinbarten Termin nicht einhalten, sollten Sie dem Auftragnehmer eine Frist von ein bis zwei Wochen setzen.

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5. Leistung kontrollieren

Bei einfachen Aufträgen können Sie selbst prüfen, ob die Leistung zu Ihrer Zufriedenheit erbracht worden ist: Die Waschmaschine muss wieder laufen, das ohrenbetäubende Röhren der Lüftung ist zum Schweigen gebracht worden.

Bei aufwendigeren Aufträgen sollten Sie sich die erbrachte Leistung nachweisen lassen, etwa durch Skizzen des Auftragnehmers oder einer detaillierten Berechnung der Leistung, also etwa mit den Arbeitsstunden der Mitarbeiter. Bitte immer mit Datum, Stempel und Unterschrift des Auftragnehmers.

6. Formal abnehmen

Machen Sie einen Termin zur formalen Abnahme der erbrachten Leistung aus - und nehmen sie im Idealfall Fachleute mit, die die Abnahme protokollieren. Eine positive Abnahme bedeutet rechtlich, dass sie die erbrachte Leistung billigen und den Auftrag als ausgeführt betrachten.

Stellen Sie bei dem Termin fest, dass ein Teil der vereinbarten Leistung nicht oder nur mangelhaft erbracht worden ist, verweigern Sie die Abnahme und bestehen Sie auf Nachbesserung. Solange können Sie einen Teil des fälligen Rechnungsbetrags einbehalten. Dokumentieren Sie Mängel aber bitte immer schriftlich und per Foto.

Sollten Arbeiten erledigt worden sein, die im Vertrag nicht vorab festgehalten worden sind, die also nicht beauftragt waren, müssen Sie diese nicht zahlen.

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