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Zwar hat die Bundesregierung beschlossen, Thomas-Cook-Kunden zu entschädigen, wer aber die richtige Bezahlmethode wählt, könnte auch in anderen Fällen alles wiederkriegen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Überweisung, Lastschrift oder Kreditkarte: Wer eine Reise bucht, sollte sich gut überlegen, welche Bezahlmethode er oder sie am geschicktesten wählt. Denn gerade nach der Thomas-Cook-Insolvenz im September zeigt sich, dass Kreditkarten-Zahler und Paypal-Nutzer in der Regel bessere Karten haben, ihr Geld zurück zu bekommen.

Chargeback-Verfahren schützt Kreditkarten-Zahler

Wer mit Kreditkarte bezahlt, ist in vielen Fällen durch das sogenannte „Chargeback“-Verfahren geschützt, wenn Dienstleistungen nicht erbracht oder Einkäufe nicht geliefert werden. Passiert das, kann der bezahlte Geldbetrag zurückgefordert werden. Bei Visa und Mastercard ist auch die Insolvenz von Thomas Cook so ein Fall. Kunden von American Express hingegen haben hier keinen generellen Anspruch, das Unternehmen will Anfragen dazu jedoch einzeln prüfen.

Auch wer bei einer Online-Reisebuchung mit Paypal bezahlt hat, kann möglicherweise sein Geld zurückbekommen. Zwar wurde Paypal nicht auf den Online-Seiten Thomas Cook als Bezahlmethode angeboten. Der „Käuferschutz“ des Zahlungsdienstleisters soll aber schon bei der Pleite von Air Berlin Kunden unproblematisch geholfen haben. Wer also in anderen Fällen Reisen, Flüge oder Hotels bucht und mit Paypal bezahlt, kann ebenfalls einen Antrag auf Käuferschutz stellen, den das Unternehmen dann prüft.

Ansprüche müssen bei der Bank angemeldet werden

Damit Kreditkartenkunden ihr Geld zurückbekommen, muss zunächst einmal feststehen, ob und wie viel Geld Geschädigte aus der Insolvenzversicherung von Thomas Cook bekommen. Denn eigentlich sind Pauschalreisen in Europa grundsätzlich abgesichert. Im Fall von Thomas Cook übersteigt allerdings voraussichtlich die Summe der Rückerstattungsforderungen die Versicherungssumme von 110 Millionen Euro bei weitem. Experten schätzen, dass diese bei mehr als 300 Millionen Euro liegen könnte. Rückerstattungen werden deswegen nur anteilig an die Kunden ausgezahlt.

Der Thomas-Cook-Versicherer Zurich hat mittlerweile bekanntgegeben, dass Geschädigte 17,5 Prozent ihres Reisepreises zurückbekämen. Damit können Kreditkartenzahler die restliche Summe bei ihren kartenausgebenden Banken zurückfordern.

Manche Banken stellen sich quer

Allerdings scheint das Verfahren nicht überall bekannt zu sein. So haben verschiedene Banken ihre Kunden entweder fälschlicherweise informiert, Chargeback käme für Pauschalreisen nicht in Frage, oder sie seien für die Abwicklung nicht zuständig.

Eine silberne Kreditkarte, auf die eine dunkelblaue Weltkarte gedtruckt ist. (Foto: Colourbox, #257659)
#257659

Visa jedoch hat seine Unterstützung für Thomas-Cook-Geschädigte schon kurz nach der Insolvenz zugesagt und auch Mastercard bestätigt auf SWR-Anfrage, dass das Verfahren durchaus auch für die Insolvenz des Reiseveranstalters angewendet würde. Kunden sollten deswegen entsprechend hartnäckig bleiben, ihre Forderungen von den Banken zurückzubekommen.

Welches ist die beste Zahlungsmethode?

Wer eine Reise plant, sollte deswegen in Zukunft genau überlegen, wie er oder sie bucht. Die zusätzlich abgesicherte Zahlung per Kreditkarte oder Paypal ist zwar oft bei Online-Buchungen üblich, bei Buchungen in Reisebüros bekommen Kunden oft aber noch eine Rechnung zur Überweisung an den Reiseveranstalter. Jedoch bieten auch Reisebüros die Zahlung per Kreditkarte an, die entweder vor Ort oder von daheim online erfolgen kann.

Neben der Absicherung durch das Chargeback-Verfahren bieten viele Banken zudem Kreditkarten mit einer Reisekrankenversicherung oder Reiserücktrittsversicherung an, die greifen, wenn eine Reise mit der entsprechenden Karte bezahlt wurde.

Auch Bezahlungen per SEPA-Lastschrift bieten ein gewisses Mehr an Sicherheit: Diese können bis acht Wochen nach der Buchung noch zurückgefordert werden.

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