Männer in blauer Arbeitskleidung auf einer Demonstration der IG Metall. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / arifoto UG/dpa)

Kommentar zur IG Metall-Forderung

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Diesmal droht ein Megakonflikt. Zwischen IG Metall und den Metall-Arbeitgebern. Dabei ist das Forderungspakt der Gewerkschaft, dass sie den Unternehmern serviert nur der Auslöser

Im Kern geht es um die hSumme dessen, was sich zwischen beiden Seiten seit Jahren aufgestaut hat. In der guten Konjunktur der vergangenen Jahre konnte die Gewerkschaft vieles durchsetzen, was zahlreiche Firmenchefs heute bitter bereuen. Für sie ist jetzt die Gelegenheit der IG Metall ein Stopp-Schild aufzustellen. Der Zeitpunkt ist günstig. Angesichts der schwachen Konjunktur, der Transformation, des Umbruchs in vielen Wirtschaftszweigen sind die Arbeitnehmer vergleichsweise schwach. Sie haben Angst um ihre Jobs. Sind bereit zurückzustecken. Viele Unternehmer haben das erkannt, sie legen ihre Scheu ab, sich mit der IG Metall und den Beschäftigten anzulegen. Der Konflikt beim Autobauer Daimler ist dafür ein Beleg. Der Konzern setzt den Sparkurs aus Sicht der Arbeitnehmervertreter so hart um, dass sich der Gesamtbetriebsrat empörte: Die Beschäftigten seien doch nicht der Feind. Ähnliche rüde geht es derzeit beim LKW-Bauer MAN zur Sache. Der Unternehmenschef kündigte mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage die Beschäftigungssicherung, die die Mitarbeiter vor betriebsbedingten Kündigungen schützt. Für die IG Metall ein Tabubruch. Dabei muss die Gewerkschaft noch mehr fürchten. Nächste Jahr startet der amerikanische Autobauer Tesla in Deutschland seine E-Auto-Produktion mit bis zu 8000 Mitarbeitern. Voraussichtlich wird Tesla keine Tarifbindung eingehen. Für die Gewerkschaft nicht hinnehmbar, Tesla ist ein Reizthema, eine Provokation. Dabei zeigen die Beispiele , die Unternehmer lassen die Muskeln spielen. Das wird sich auf die jetzt anstehende Tarifrunde auswirken. Auf die Forderung der IG Metall nach einem Volumen von vier Prozente mehr, reagieren die Arbeitgeber. Aggressiv. Sie wollen nicht nur eine Nullrunde, sondern die Beschäftigten sollen auch noch mehr Arbeiten fürs gleiche Geld. Schon oft lagen IG Metall und Arbeitgeber in den Tarifrunden weit auseinander. Und sie einigten sich dann doch. Das wird auch diesmal geschehen, doch es wird ein erbitterter Kampf werden. Und die IG Metall wird nicht – wie die Jahre zuvor – als Sieger vom Platz gehen.

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