Probleme mit dem Knie Welche Therapien helfen? Wann ist ein OP sinnvoll?

Abnutzungserscheinungen sind häufig Ursache für Knieschmerzen. Schonen oder bewegen: Welche Therapien gibt es? Und wie lässt sich vorbeugen? Tipps von Dr. med. Lothar Zimmermann.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Das Kniegelenk ist mit Knorpel überzogen, damit es ohne Reibung gleiten kann. Dieser nutzt sich im Laufe des Lebens ab. Bisher gibt es noch kein wirksames Verfahren, den Verschleiß zu stoppen, daher versucht man, ihn aufzuhalten und die Schmerzen in den Griff zu bekommen

So können Sie Kniearthrose vorbeugen

Wer nicht rastet, der rostet auch nicht: An dem Sprichwort ist etwas dran, denn Bewegung ist die beste Vorsorge. Durch regelmäßige Bewegung der Gelenke wird der Gelenkknorpel ausreichend mit Gelenkflüssigkeit versorgt. Sanfte, gleichmäßige Sportarten wie Schwimmen und Radfahren sind als Vorsorge besser geeignet als Tennis oder Fußball, da es dort zu abrupten Bewegungen kommen kann.

Arthrose-Patienten sollten mit ihrem Arzt eine Schmerztherapie besprechen, rät Dr. med. Lothar Zimmermann.

Wie entsteht Arthrose?

Arthrose entsteht oftmals, wenn Überbelastungen vorgelegen haben. Das können beispielsweise Leistungssport oder Übergewicht sein. Jedes Kilogramm mehr Körpergewicht, belastet das Knie zusätzlich.

Die Arthrose ist da - was nun?

Die Stiftung Gesundheitswissen gibt auf ihrer Webseite zahlreiche Tipps, was Betroffene tun können. Hier geben auch Betroffene Anregungen, was ihnen im Alltag geholfen hat. Ihre Tipps:

  • Verlängerte Schuhlöffel benutzen,
  • Gewicht nach Gewichtsreduktion durch gesunde Ernährung halten,
  • auf stationärem Fahrrad trainieren.

Auch Übungen, die die Muskulatur rund um das Knie stärken, helfen. Zudem sei es nach Angaben der Stiftung wichtig, Sturzgefahren in den eigenen vier Wänden zu beseitigen. So sollten Stolpergegenstände wie Kleidung und Schuhe aus dem Gehweg und von Treppen weggeräumt werden und kleine Teppiche entfernt werden. Antirutschmatten können Stürzen in Dusche und Badewanne vorbeugen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Kniearthrose kann konservativ, also mit Bewegungstherapie und Spritzen gegen die Schmerzen, behandelt werden. Doch je nach Stadium der Erkrankung ist ein neues, künstliches Kniegelenk fällig. Rund 200.000 solcher Gelenke werden jedes Jahr operiert. Da künstliche Kniegelenke nur rund 15 bis 20 Jahre halten, rät Lothar Zimmermann die Operation unter Umständen hinauszuzögern, damit das Knie im besten Fall nur einmal im Leben operiert werden muss.

Oftmals führen auch Fehlstellungen wie X- und O-Beine zu Schmerzen. Hier können auch Einlagen helfen. Nutzen diese nichts, kann unter Umständen eine operative Beinkorrektur helfen.

Selbsthilfegruppen

Es gibt Arthrose-Selbsthilfegruppen. Auf der Webseite der Deutschen Arthrose Stiftung finden Sie eine Liste mit regionalen Selbsthilfegruppen. Auch der Verein Deutsche Arthrose-Hilfe e.V. dient Betroffenen als Ansprechpartner.

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