Einigung der Bundesregierung

Gewinner und Verlierer des Klimapaketes

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Die Bundesregierung einigt sich auf einen Klimapaket. Was wird für Verbraucher und Unternehmen teuer und was billiger?

Union und SPD haben sich auf ein Klimapaket geeinigt. Der CO2-Ausstoß soll im Verkehr- und Gebäudesektor künftig teurer werden. Der Kompromiss der Regierung bringt sowohl für Verbraucher als auch für die Industrie Vor- und Nachteile:

Die Verlierer des Klimapaketes

Zu den Verlierern zählen Berufspendler, die auf das Auto angewiesen sind. Zum Beispiel jene, die auf dem Land wohnen und keine Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr haben. Es gab schon vor Verabschiedung des Klimapakets verschiedene Berechnungen, mit unterschiedlichen Prämien und Pendlerpauschalen. In allen Modellen zahlen Vielfahrer am Ende mehr fürs Auto als bisher – trotz der beschlossenen Erhöhung der Pendlerpauschale von 30 Cent auf 35 Cent pro Kilometer.

Auch Hausbesitzer mit einer Ölheizung im Keller zählen tendenziell zu den Verlierern. Zwar soll der Umstieg auf neue Heizungen mit 40 Prozent gefördert werden, beispielsweise für eine als umweltfreundlich geltende Wärmepumpe. Diese kosten je nach Technik zwischen 10.000 Euro und 25.000 Euro. Solche Investitionen können sich viele trotz der hohen Fördersumme allerdings nicht leisten. Mieter in Gebäuden mit Ölheizung müssen befürchten, dass die höheren Kosten auf sie umgelegt werden.

Die Koalitionäre beschlossen zudem eine höhere Luftverkehrssteuer, die sich vor allem bei Kurzstrecken auswirken wird. Die Steuer ist gestaffelt. Sie beträgt momentan für kürzere Flüge acht Euro. Sollte sie deutlich steigen, würden günstige Inlandsflüge oder Wochenendtrips in europäische Metropolen spürbar teurer und damit unattraktiver.

Die Gewinner des Klimapaketes

Zu den Gewinnern des Klimapaketes zählt unter anderem die Deutsche Bahn. So soll künftig die Mehrwertsteuer auf Tickets im Fernverkehr von 19 Prozent auf sieben Prozent sinken. ICE-Fahrten wären dann rund zehn Prozent günstiger. Durch den niedrigeren Steuersatz wird die Bahn gegenüber den Fluglinien oder Fernbusanbietern, die von der LKW-Maut ausgenommen sind, konkurrenzfähiger.

Hersteller von Elektroautos, die auf Massenproduktion von Einstiegsmodellen setzen zählen ebenfalls zu den Profiteuren der Einigung. Darin ist vorgesehen, dass E-Autos, die weniger als 40.000 Euro kosten, stärker gefördert werden sollen. Zudem stecken in steigenden Kraftstoffpreisen und der vorübergehenden Befreiung der KfZ-Steuer weitere Kaufanreize.

Der Ausbau erneuerbarer Energien soll noch stärker gefördert werden. Die EEG-Umlage wird gesenkt, und eine bisherige Förderbegrenzung bei Photovoltaik soll wegfallen.

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