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Kerzen sorgen für mehr Atmosphäre. Viele nutzen lieber die echten aus Wachs, Paraffin oder Stearin. Neue Studien zeigen, flackernde Kerzen erzeugen Feinstaub. Gefährden sie die Gesundheit?

Jedes Jahr im Dezember kommt es verstärkt zu Wohnungsbränden. Der Grund dafür? Unbeobachtete oder vergessene Adventskränze. Ein kurzer unaufmerksamer Moment ist ausreichend und die Flamme kann auf die meist schon trockenen Zweige übergreifen.

Unterschiedliche Kerzenmodelle sollen Sicherheit bieten

Verschiedene Hersteller bieten Kerzenmodelle an, die Bränden vorbeugen sollen. Es gibt Sicherheitskerzen, die nicht vollständig abbrennen, sondern von selbst erlöschen. Dies funktioniert dadurch, dass der Docht nicht bis zum Boden der Kerze reicht und in ein Kunststoffgefäß eingefasst ist. Sobald die Kerze zu weit abgebrannt ist, kann er kein Wachs mehr nachziehen und die Kerze erlischt. Eine andere Methode sind Kerzen auf Brenntellern, die ebenfalls verhindern sollen, dass die Flamme am Ende auf den Adventskranz übergreifen kann.

Marktcheck macht den Test: Welche Kerze ist am sichersten?

Um herauszufinden, mit welchem Kerzenmodell Verbraucher am sichersten sind, machen wir den Test. Damit nichts schief geht, sind die Experten von der Feuerwehr Koblenz dabei. In unserem Test prüfen wir eine Sicherheitskerze, ein Modell mit Brennteller und eine herkömmliche Kerze, die lediglich mit Kerzendraht befestigt wird.

Zunächst prüfen wir die Sicherheitskerze. Hier funktioniert alles vorschriftsgemäß und sie hört von allein auf zu brennen.

Bei Modellen mit Brennteller steht die Kerze auf einer kleinen Metallplatte. Allerdings steht die Kerze in unserem Test leicht schief, sodass das heiße Wachs auf den Adventskranz tropft. Zudem kann ein schiefer Docht „durchrutschen“ und so schnell den Adventskranz in Flammen aufgehen lassen. Deshalb ist es bei Brenntellern sehr wichtig, dass sie vollkommen gerade sind. In der Praxis ist dies aber eher selten der Fall.

Eine Kerze auf einem Brennteller ist schief heruntergebrannt. (Foto: SWR)
Steht ein Brennteller schief, fließt Wachs auf den Adventskranz und die Flamme kommt leicht in die Nähe der Zweige.

Noch gefährlicher sind herkömmliche Kerzen ohne einen Schutz. Hierbei fließt das heiße Wachs direkt auf die Zweige. Sollte der Docht durchrutschen oder wenn vergessen wird die Kerze auszumachen, kommt es schnell zu einem Brand der trockenen, mit Wachs getränkten, Äste.

Ergebnis: Nur die Sicherheitskerzen bieten eine zuverlässig sichere Lösung. Wer trotzdem andere Kerzenmodellen nutzen möchte, sollte deshalb unbedingt darauf achten, dass sie nicht zu weit herunterbrennen.

Ein brennender Adventskranz. (Foto: SWR)
Brennen die Kerzen zu weit herunter, kann der Adventskranz Feuer fangen - es sei denn, man setzt auf die speziellen Sicherheitskerzen.

Gesundheitsgefährdende Stoffe: Feinstaub und Ruß

Neben der akuten Gefahr durch Brände, können Kerzen auch bei der regulären Nutzung gesundheitliche Schäden verursachen. Vor allem Feinstaub spielt dabei eine wichtige Rolle. Dazu hat das dänische Umweltministerium eine Studie in Auftrag gegeben.

Die Toxikologin Heidi Brueckmann erklärt: Eine ruhig brennende Flamme verursacht 500.000 bis 800.00 Partikel, die sie pro Quadratzentimeter in den Raum abgeben kann. Ruß kann die Werte um das 30- bis 70-fache steigern. Da Zugluft für mehr Ruß sorgt, ist es wichtig, die Flamme zu schützen.

Bei einer ruhigen Flamme wird weniger Ruß erzeugt und mehr Stoffe aus dem Kerzendocht gelöst. Dies sind meist wasserlösliche Salze, die in der Lunge abtransportiert werden können. Rußpartikel hingegen können tief in die Lunge eindringen und dort bleiben, warnt Heidi Brueckmann vom dänischen Umweltministerium. Besonders gefährlich ist das für Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder der chronischen Lungenkrankheit Copd.

Die Rußpartikel sind jedoch auch für alle anderen Menschen gesundheitsschädigend. Umweltmediziner Torben Sigsgaard von der Universität Aarhus in Dänemark erklärt, dass sich Ruß in der Lunge konzentriert und dort zu Entzündungen und negativen Veränderungen der Lungenfunktion führt. Außerdem scheint es auch Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem zu haben, so der Wissenschaftler. Zusätzlich können sogenannte PAH-Partikel, die im Ruß enthalten sind, das Risiko für Lungenkrebs erhöhen.

Auf nachhaltige Inhaltsstoffe achten

Kerzen haben nicht nur auf die menschliche Gesundheit Auswirkungen, sondern auch auf die Umwelt. Denn sie bestehen häufig aus Paraffin, das aus Mineralöl gewonnen wird. Aus Sicht der Umwelt sind deshalb Kerzen aus Stearin oder Bienenwachs besser, denn beides besteht aus nachwachsenden Rohstoffen. Um zu erkennen, ob die Fette für Stearin aus nachhaltigem Anbau stammen, sollte man auf das Bio-Siegel achten.

Tipps für den Umgang mit Kerzen

Wer nicht auf echte Kerzen verzichten möchte, sollte zumindest im Umgang einige Regeln beachten, um die eigene Gesundheit zu schützen.

  • Kerze vor Zugluft schützen, um die Rußbildung zu verringern
  • Flamme nicht auspusten, sondern ausdrücken, in dem man den Docht kurz in das flüssige Wachs taucht
  • Nach der Benutzung der Kerzen fünf Minuten gut durchlüften und dabei nach Möglichkeit an zwei Raumseiten die Fenster öffnen (Stoßlüften).

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