STAND
AUTOR/IN

Der Mineralölwirtschaftsverband rät dazu, jetzt den Tank voll zu machen. Der Heizölpreis ist seit Jahresbeginn auch wegen Corona um ein Drittel gesunken. Der Zeitpunkt sei gut.

Rund 67 Euro musste der Kunde noch Anfang Januar für 100 Liter Heizöl ausgeben. Derzeit liegt der Preis bei 48 Euro je 100 Liter. Deshalb meint Alexander von Gersdorff vom Minieralölwirtschaftsverband, es lohne sich auf jeden Fall den Tank jetzt voll zu machen. Man würde auf jeden Fall Geld sparen. Der Heizöl-Kunde solle sich danach auch nicht ärgern, wenn der Preis nochmal um einige Cent oder Euro runter geht, sondern sich lieber darüber freuen, wie viel er im Vergleich zu den Vormonaten gespart hat.

Russland und Saudi-Arabien streiten über die Fördermengen

Grund für den Preisverfall ist ein Streit über die Fördermengen zwischen Russland und Saudi-Arabien. Die Saudis kündigten den Ausbau ihrer Förderkapazitäten von 12 auf 13 Millionen Barrel pro Tag an. Das wird zwar noch Jahre dauern, ist jedoch angesichts der coronageschwächten Ölnachfrage derzeit ein irrational wirkender Zug. Doch es geht dem Kronprinzen wohl offenbar darum, Putin zu ärgern.

Irrationale Akteure an der Spitze der Erdölförderländer

Weder Saudi-Arabien noch Russland können ein niedriges Ölpreisniveau langfristig überleben. Beide Länder können nur hoffen, dass die Schieferölbranche für Entlastung sorgt: Dort läuten mittlerweile die Alarmglocken. Die ersten Firmen haben bereits angekündigt, dass sie ihre Investitionen kürzen wollen. Es wird allerdings Monate dauern, bis sich diese Entscheidungen in sinkenden Fördermengen widerspiegeln. Deutschland als Ölimportland profitiert von diesem Streit. Ein niedriger Ölpreis kurbelt die Wirtschaft an und freut Heizöl-Kunden und Autofahrer.

STAND
AUTOR/IN