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Was summt und brummt denn da? Das will der Naturschutzbund NABU jetzt wissen: Bis zum 9. August ruft er auf, Insekten zu zählen. Der Hintergrund ist ernst: Viele Arten verschwinden.

Sonnig sollte es sein, warm, trocken und möglichst windstill – das sind die besten Bedingungen, um viele Insekten zu beobachten. Egal, ob in einer Wiese, im Wald, am Fluss, im eigenen Garten oder auf dem Balkon: Beim bundesweiten NABU-Insektensommer werden alle Insekten notiert, die Naturfreunde innerhalb einer Stunde in einem Umkreis von zehn Metern entdecken können.

Von Freitag, 31. Juli , bis Sonntag, 9. August, findet die zweite Runde des diesjährigen „Insektensommers“ statt. Im Mai/Juni gab es die erste Zählrunde. Eine zweite Zählrunde wird deshalb gebraucht, weil manche Insektenarten schon früh im Sommer gut zu beobachten sind, andere dagegen eher später, im Hochsommer.

Handy-App hilft beim Zählen der Insekten

Eine große Herausforderung für Viele ist es, die Insekten auseinanderzuhalten.

„Man schätzt, dass es 33.000 verschiedene Insektenarten allein in Deutschland gibt. Da haben wir als Hilfsmittel eine App entwickelt, sie heißt NABU Insektenwelt. Da sind 122 Insekten als Basis mit Foto, Infos und Fotoerkennung hinterlegt.“

Daniela Franzisi, NABU

Die Fotoerkennung mit dem Smartphone funktioniert tatsächlich – sofern man den Schmetterling dazu bekommt, lange genug stillzuhalten. Daniela Franzisi empfiehlt, sich den Tieren nur langsam zu nähern. Außerdem sollte man versuchen, keinen Schatten zu werfen. Die Tiere lieben es, in der Sonne zu sein, weil sie dort Energie tanken. Im Zweifel, glaubt Daniela Franzisi, hilft nur eins: „Man muss einfach ein bisschen Geduld mitbringen.“

Sollte die Fotoerkennung trotzdem nicht funktionieren, gilt das Prinzip: Mut zur Lücke. Im Zweifel kann man dem NABU auch einfach einen „Schmetterling“ oder eine „Libelle“ melden.

Auf diese Tiere sollten Insektenfreunde besonders achten

Kernarten beim „Insektensommer“ Auf diese Tiere sollten Insektenzähler besonders achten

Bilder vom Naturschutzbund Nabu zum Insektensommer (Foto: Pressestelle, Nabu / Helge May)
Der Schwalbenschwanz zählt zu den schönsten europäischen Tagfaltern. Sein flatternder und segelnder Flug ist besonders eindrucksvoll. Das Insekt lebt auf blütenreichen Wiesen und Trockenrasen genauso wie in Gärten mit Möhrenbeeten, Fenchel oder Fliederbüschen. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Der Kleine Fuchs ist an seinen orange-braunen Flügeln, die mit leuchtend blauen Punkten gesäumt sind, leicht zu erkennen. In unseren Breiten lässt sich der hübsche Edelfalter häufig beobachten, und wer die Ohren spitzt, kann ihn manchmal sogar hören. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Die Ackerhummel trägt an ihrem ganzen Körper einen gelblich bis rotbraunen Pelz. Sie gehört unter den Hummeln zu den Nestbauern und Nestbeziehern, da sie ein eigenes Hummelvolk mit bis zu 150 Tieren bildet. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Die Blaue Holzbiene ist die größte heimische Wildbienenart. Wegen ihrer Größe wird sie häufig für eine Hummel gehalten. Die Holzbiene brummt laut, ist aber sehr friedfertig. Besonders auffällig sind die blauschimmernden Flügel und der metallisch-schwarz glänzende Panzer. Pressestelle Nabu / Frank Leo / Fokus Natur Bild in Detailansicht öffnen
Der Siebenpunkt-Marienkäfer: Die Zahl Sieben, in diesem Fall die Anzahl schwarzer Punkte auf den roten Flügeldecken des Käfers, galt schon seit jeher als Glückszahl und mystische Zahl, vereint sie doch in sich die irdische Vier (vier Elemente) und die göttliche Dreizahl. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Das Grüne Heupferd ist die größte heimische Heuschrecke. Den typischen Heupferdgesang gibt nur das Männchen von sich, dem Weibchen fehlen die dafür nötigen Organe. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen
Die etwa acht Zentimeter große Blaugrüne Mosaikjungfer kann durch ihre außergewöhnlichen Flügel eine Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erreichen. (Quelle: NABU) picture alliance / dpa Bild in Detailansicht öffnen
Die Streifenwanze gehört zur Gruppe der Wanzen, die sich durch ihre vielfältigen Formen und Lebensweisen auszeichnet. Das markanteste Merkmal des friedlichen Pflanzensaugers sind die schwarz-roten Streifen, die der Abschreckung von Feinden dienen. Pressestelle Nabu / Helge May Bild in Detailansicht öffnen

Acht Insektenarten im August im Fokus

Um die Sache überschaubarer zu machen, hat der NABU auch bei der zweiten Runde acht Arten ausgewählt, auf die die Teilnehmer auf jeden Fall achten sollen. Bei der aktuellen Zählaktion sollen Insektenfreunde besonders auf den Kleinen Fuchs und den Schwalbenschwanz achten, zwei Arten, die noch als häufig gelten. Außerdem geht es zum Beispiel um die Frage, welcher Käfer öfter gesichtet wird: der Asiatische Marienkäfer oder der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer. So wollen die Naturschützer herausfinden, wo die grundsätzlich weit verbreiteten Insekten möglicherweise fehlen.

Damit soll bei den Menschen auch das Bewusstsein für die Besonderheiten der Tiere geschärft werden, erklärt Daniela Franzisi: „Wir wollen mit diesen Kernarten die Leute dazu ermutigen, auf die Unterschiede zwischen den Insekten zu achten. Der Siebenpunkt-Marienkäfer zum Beispiel ist bei uns in Deutschland als Glückskäfer bekannt. Die Unterschiede erkennt nur, wer genau hinschaut.“

Insekten melden über die App oder die Webseite

Der Hintergrund der Aktion ist ernst: Das Insektensterben schreitet voran - aber über die meisten Arten gibt es laut NABU noch kaum Daten. Um langfristige Trends ablesen zu können, soll der Insektensommer über mehrere Jahre wiederholt werden.

Mithelfen kann jeder. Insekten können über die NABU-App gemeldet werden oder auf der Homepage des NABU.

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