Ein Tagpfauenauge sitzt auf einer Blume mit lila Blüten. (Foto: Pressestelle, Frank Derer/NABU)

NABU-Mitmachaktion „Insektensommer“

Zählen, was summt

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Was summt und brummt denn da? Das will der Naturschutzbund NABU jetzt wissen: Bis zum 9. August ruft er auf, Insekten zu zählen. Der Hintergrund ist ernst: Viele Arten verschwinden.

Sonnig sollte es sein, warm, trocken und möglichst windstill – das sind die besten Bedingungen, um viele Insekten zu beobachten. Egal, ob in einer Wiese, im Wald, am Fluss, im eigenen Garten oder auf dem Balkon: Beim bundesweiten NABU-Insektensommer werden alle Insekten notiert, die Naturfreunde innerhalb einer Stunde in einem Umkreis von zehn Metern entdecken können.

Von Freitag, 31. Juli , bis Sonntag, 9. August, findet die zweite Runde des diesjährigen „Insektensommers“ statt. Im Mai/Juni gab es die erste Zählrunde. Eine zweite Zählrunde wird deshalb gebraucht, weil manche Insektenarten schon früh im Sommer gut zu beobachten sind, andere dagegen eher später, im Hochsommer.

Handy-App hilft beim Zählen der Insekten

Eine große Herausforderung für Viele ist es, die Insekten auseinanderzuhalten.

„Man schätzt, dass es 33.000 verschiedene Insektenarten allein in Deutschland gibt. Da haben wir als Hilfsmittel eine App entwickelt, sie heißt NABU Insektenwelt. Da sind 122 Insekten als Basis mit Foto, Infos und Fotoerkennung hinterlegt.“

Die Fotoerkennung mit dem Smartphone funktioniert tatsächlich – sofern man den Schmetterling dazu bekommt, lange genug stillzuhalten. Daniela Franzisi empfiehlt, sich den Tieren nur langsam zu nähern. Außerdem sollte man versuchen, keinen Schatten zu werfen. Die Tiere lieben es, in der Sonne zu sein, weil sie dort Energie tanken. Im Zweifel, glaubt Daniela Franzisi, hilft nur eins: „Man muss einfach ein bisschen Geduld mitbringen.“

Sollte die Fotoerkennung trotzdem nicht funktionieren, gilt das Prinzip: Mut zur Lücke. Im Zweifel kann man dem NABU auch einfach einen „Schmetterling“ oder eine „Libelle“ melden.

Auf diese Tiere sollten Insektenfreunde besonders achten

Acht Insektenarten im August im Fokus

Um die Sache überschaubarer zu machen, hat der NABU auch bei der zweiten Runde acht Arten ausgewählt, auf die die Teilnehmer auf jeden Fall achten sollen. Bei der aktuellen Zählaktion sollen Insektenfreunde besonders auf den Kleinen Fuchs und den Schwalbenschwanz achten, zwei Arten, die noch als häufig gelten. Außerdem geht es zum Beispiel um die Frage, welcher Käfer öfter gesichtet wird: der Asiatische Marienkäfer oder der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer. So wollen die Naturschützer herausfinden, wo die grundsätzlich weit verbreiteten Insekten möglicherweise fehlen.

Damit soll bei den Menschen auch das Bewusstsein für die Besonderheiten der Tiere geschärft werden, erklärt Daniela Franzisi: „Wir wollen mit diesen Kernarten die Leute dazu ermutigen, auf die Unterschiede zwischen den Insekten zu achten. Der Siebenpunkt-Marienkäfer zum Beispiel ist bei uns in Deutschland als Glückskäfer bekannt. Die Unterschiede erkennt nur, wer genau hinschaut.“

Insekten melden über die App oder die Webseite

Der Hintergrund der Aktion ist ernst: Das Insektensterben schreitet voran - aber über die meisten Arten gibt es laut NABU noch kaum Daten. Um langfristige Trends ablesen zu können, soll der Insektensommer über mehrere Jahre wiederholt werden.

Mithelfen kann jeder. Insekten können über die NABU-App gemeldet werden oder auf der Homepage des NABU.

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG