Ein Tagpfauenauge sitzt auf einer Blume mit lila Blüten. (Foto: Pressestelle, Frank Derer/NABU)

NABU-Mitmachaktion „Insektensommer“ Zählen, was summt

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Was summt und brummt denn da? Das will der Naturschutzbund NABU im August wissen: Zum zweiten Mal ruft er auf, Insekten zu zählen. Der Hintergrund ist ernst: Viele Arten verschwinden.

Sonnig sollte es sein, warm, trocken und möglichst windstill – das sind die besten Bedingungen, um viele Insekten zu beobachten. Egal, ob in einer Wiese, im Wald, am Fluss, im eigenen Garten oder auf dem Balkon: Beim bundesweiten NABU-Insektensommer werden alle Insekten notiert, die Naturfreunde innerhalb einer Stunde in einem Umkreis von zehn Metern entdecken können.

Von Freitag, 2. August, bis Sonntag, 11. August, findet die zweite Runde des „Insektensommers“ statt. Im Mai/Juni gab es die erste Zählrunde. Eine zweite Zählrunde wird deshalb gebraucht, weil manche Insektenarten schon früh im Sommer gut zu beobachten sind, andere dagegen eher später, im Hochsommer.

Handy-App hilft beim Zählen der Insekten

Eine große Herausforderung für Viele ist es, die Insekten auseinanderzuhalten.

„Man schätzt, dass es 33.000 verschiedene Insektenarten allein in Deutschland gibt. Da haben wir als Hilfsmittel eine App entwickelt, sie heißt NABU Insektenwelt. Da sind 122 Insekten als Basis mit Foto, Infos und Fotoerkennung hinterlegt.“

Daniela Franzisi, NABU
Eine Hand hält ein Smartphone, auf der die NABU-App geöffnet ist. (Foto: NABU)
Das Smartphone hilft beim Erkennen und Zählen der Insekten. NABU

Die Fotoerkennung mit dem Smartphone funktioniert tatsächlich – sofern man den Schmetterling dazu bekommt, lange genug stillzuhalten. Daniela Franzisi empfiehlt, sich den Tieren nur langsam zu nähern. Außerdem sollte man versuchen, keinen Schatten zu werfen. Die Tiere lieben es, in der Sonne zu sein, weil sie dort Energie tanken. Im Zweifel, glaubt Daniela Franzisi, hilft nur eins: „Man muss einfach ein bisschen Geduld mitbringen.“

Sollte die Fotoerkennung trotzdem nicht funktionieren, gilt das Prinzip: Mut zur Lücke. Im Zweifel kann man dem NABU auch einfach einen „Schmetterling“ oder eine „Libelle“ melden.

Kernarten beim „Insektensommer“ Auf diese Tiere sollten Insektenzähler besonders achten

Eine Steinhummel mit ihrem samtschwarzen Körper und einer rotbraunen Spitze am Hinterleib (Foto: Pressestelle, NABU)
Zu den Kernarten, auf die Teilnehmer am Insektensommer im Juni besonders achten sollten, gehörte auch die Steinhummel. Sie baut ihr Nest gern unter Mauern oder Steinhaufen. Daher rührt ihr Name. Pressestelle NABU Bild in Detailansicht öffnen
Die etwa acht Zentimeter große Blaugrüne Mosaikjungfer kann durch ihre außergewöhnlichen Flügel eine Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erreichen. (Quelle: NABU) picture alliance / dpa Bild in Detailansicht öffnen
Lederwanzen sind Sonnenanbeter: Weil sie so viel in der Sonne sind, wechselt ihre Färbung im Spätherbst oft zu dunkelbraun bis schwarz. Pressestelle NABU Bild in Detailansicht öffnen
Einen Fokus legte der NABU in der ersten Zählrunde auch auf Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge. Pressestelle Frank Derer/NABU Bild in Detailansicht öffnen
Die Färbung des asiatischen Marienkäfers reicht von orange ohne Flecken bis zu schwarz mit roten Flecken. 2002 wurde er zum ersten Mal in Deutschland gesichtet. Pressestelle NABU Bild in Detailansicht öffnen

Acht Insektenarten im August im Fokus

Um die Sache überschaubarer zu machen, hat der NABU auch bei der zweiten Runde acht Arten ausgewählt, auf die die Teilnehmer auf jeden Fall achten sollen – unter anderem der Siebenpunkt-Marienkäfer, die Blaugrüne Mosaikjungfer, das Grüne Heupferd, der Kleine Fuchs und die Blaue Holzbiene. So wollen die Naturschützer herausfinden, wo die grundsätzlich weit verbreiteten Insekten möglicherweise fehlen.

Damit soll bei den Menschen auch das Bewusstsein für die Besonderheiten der Tiere geschärft werden, erklärt Daniela Franzisi: „Wir wollen mit diesen Kernarten die Leute dazu ermutigen, auf die Unterschiede zwischen den Insekten zu achten. Der Siebenpunkt-Marienkäfer zum Beispiel ist bei uns in Deutschland als Glückskäfer bekannt. Die Unterschiede erkennt nur, wer genau hinschaut.“

Dauer

Insekten melden über die App oder die Webseite

Der Hintergrund der Aktion ist ernst: Das Insektensterben schreitet voran - aber über die meisten Arten gibt es laut NABU noch kaum Daten. Um langfristige Trends ablesen zu können, soll der Insektensommer über mehrere Jahre wiederholt werden.

Mithelfen kann jeder. Insekten können über die NABU-App gemeldet werden oder auf der Homepage des NABU.

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