NABU-Mitmachaktion „Insektensommer“ Zählen, was summt

Was summt und brummt denn da? Das will der Naturschutzbund NABU wissen: Zehn Tage ruft er auf, Insekten zu zählen. Der Hintergrund ist ernst: Viele Arten verschwinden.

Dauer

Sonnig sollte es sein, warm, trocken und möglichst windstill – das sind die besten Bedingungen, um viele Insekten zu beobachten.
Egal, ob in einer Wiese, im Wald, am Fluss, im eigenen Garten oder auf dem Balkon: Beim NABU-Insektensommer werden alle Insekten notiert, die die Teilnehmer innerhalb einer Stunde in einem Umkreis von zehn Metern entdecken. Am 31.05. startet die erste Zählrunde, die zweite findet im August statt.

Handy-App hilft beim Zählen

Eine große Herausforderung für viele ist es, die Insekten auseinanderzuhalten, erklärt Daniela Franzisi vom NABU:

„Man schätzt, dass es 33.000 verschiedene Insektenarten alleine in Deutschland gibt. Da haben wir als kleines Hilfsmittel eine App entwickelt. Sie heißt NABU Insektenwelt. Und da sind 122 Insekten schon mal so als Basis mit Foto, Infos und Fotoerkennung hinterlegt.“

Kernarten beim Insektensommer im Juni Auf diese Tiere sollen Insektenzähler besonders achten

Eine Steinhummel mit ihrem samtschwarzen Körper und einer rotbraunen Spitze am Hinterleib (Foto: NABU)
Zu den Kernarten, auf die Teilnehmer am Insektensommer im Juni besonders achten sollen, gehört auch die Steinhummel. Sie baut ihr Nest gern unter Mauern oder Steinhaufen. Daher rührt ihr Name. NABU Bild in Detailansicht öffnen
Die Färbung des asiatischen Marienkäfers reicht von orange ohne Flecken bis zu schwarz mit roten Flecken. 2002 wurde er zum ersten Mal in Deutschland gesichtet. NABU Bild in Detailansicht öffnen
Ein Hauptaugenmerk legt der NABU in der ersten Zählrunde auch auf Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge. Frank Derer/NABU Bild in Detailansicht öffnen
Lederwanzen sind Sonnenanbeter: Weil sie so viel in der Sonne sind, wechselt ihre Färbung im Spätherbst oft zu dunkelbraun bis schwarz. NABU Bild in Detailansicht öffnen


Die Fotoerkennung mit dem Smartphone funktioniert tatsächlich – wenn man den Schmetterling nur dazu bekommt, lang genug stillzuhalten.
Daniela Franzisi empfiehlt, sich den Tieren nur langsam zu nähern. Außerdem sollte man versuchen, keinen Schatten zu machen. Die Tiere lieben es, in der Sonne zu sein, weil sie dort Energie tanken. Im Zweifel, glaubt Daniela Franzisi, hilft nur eins: „Man muss einfach ein bisschen Geduld mitbringen.“

Eine Hand hält ein Smartphone, auf der die NABU-App geöffnet ist. (Foto: NABU)
Das Smartphone hilft beim Erkennen und Zählen der Insekten. NABU

Einzelne Insektenarten im Fokus

Und sollte die Fotoerkennung trotzdem nicht funktionieren, gilt das Prinzip: Mut zur Lücke. Im Zweifel kann man dem NABU auch einfach einen „Schmetterling“ oder eine „Libelle“ melden. In jeder der beiden Zählrunden stehen acht eher häufige Insektenarten im Fokus. In der ersten Phase, die bis zum 9. Juni dauert, zum Beispiel das Tagpfauenauge, die Lederwanze und der Asiatische Marienkäfer, eine eingewanderte Art.

Auf diese Weise soll bei den Menschen auch das Bewusstsein für die Besonderheiten der Tiere geschärft werden, erklärt Daniela Franzisi: „Wir wollen mit diesen Kernarten die Leute dazu ermutigen, auf die Unterschiede zwischen den Insekten zu achten. Der Siebenpunkt-Marienkäfer zum Beispiel, der in der ersten Runde zu den Kernarten gehört, ist bei uns in Deutschland als Glückskäfer bekannt. Die Unterschiede erkennt natürlich nur, wer genau hinschaut.“

Der Hintergrund der Aktion ist ernst: Das Insektensterben schreitet voran - aber über die meisten Arten gibt es laut NABU noch kaum Daten. Um langfristige Trends abzulesen, soll der Insektensommer über mehrere Jahre wiederholt werden. Mithelfen kann jeder. Insekten können über die NABU-App gemeldet werden oder auf der Homepage des NABU. Die zweite Zählrunde folgt im August.

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