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Innenstädte scheinen auf den ersten Blick kein guter Ort für Honigbienen zu sein. Tatsächlich aber herrschen dort oft bessere Bedingungen, als auf dem Land.

Artenreiche Innenstädte

Der Grund dafür liegt in der Artenvielfalt. In den Parks und Gärten der Städte ist das Angebot an blühenden Pflanzen größer als in landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Dort stehen meist Monokulturen aus Mais, Weizen oder ähnlichen Nutzpflanzen - wenig Auswahl für Honigbienen.

Imker aus Mainz (Foto: Elke Klingenschmidt)
Elke Klingenschmidt

Imkern für Einsteiger

Eine einfache Holzkiste aus dem Internet und 15 Stunden Arbeit sollen ausreichen, um bis zu 15 kg pro Jahr und Bienenvolk selbst herstellen zu können. Als Standort reiche der Balkon oder das Flachdach eines Hochhauses aus, sagen Imkerfans.

Honig fließt goldgelb, zäh aus einem Glas (Foto: SWR)

Immer mehr Bienenversteher

In Deutschland gibt es immer mehr Hobby-Imker – aktuell stehen knapp 200 Berufsimkern eine Übermacht von rund 150.000 Hobby- Bienenhalter gegenüber - mit steigender Tendenz. Der Deutsche Imkerbund warnt inzwischen vor der Bienenkiste. Sie sei keinesfalls etwas für Einsteiger, sondern vielmehr nur geeignet für Imker mit Erfahrung.

Berlin: Hobbyimkerin Erika Mayr kontrolliert ihre Bienenvölker auf einem Dach auf dem Messegelände am Funkturm. In den Großstädten profitieren die Bienen von längeren Wärme- und durchgängigen Blütezeiten. (zu "Berliner Imker wandern zunehmend nach Brandenburg" vom 01.05.2018)  (Foto: dpa Bildfunk, Jens Kalaene/dpa)
Eine Hobbyimkerin kontrolliert ihre Bienenvölker auf dem Flachdach Jens Kalaene/dpa

Bienenvölker in Laienhand

Die meisten Hobbyimker sind Quereinsteiger und zwischen 40 und 50 Jahre alt. Viele von ihnen haben an einen Kurs bei einem der 3000 regionalen Imkervereine teilgenommen. In  Großstädten wie Berlin haben allergiegefährdete Anwohner schon gegen die Bienenbeuten auf dem Nachbarbalkon geklagt – und Recht bekommen!

Berlin: Eine Imkerin kontrolliert einen Rahmen eines Bienenstocks mit Bienenwaben. Sobald die Bienen im Frühjahr ausschwärmen, müssen die Imker ihre Völker durchsehen, ob sie den Winter überstanden haben und Brut in den Waben vorhanden ist. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Wolfgang Kumm/dpa)
Imker müssen regelmäßig nach ihren Bienenvölkern schauen. Wolfgang Kumm/dpa

Bienen sind keine Kanarienvogel

Jedes Volk muß beim Veterinärmamt und der Tierseuchenkasse gemeldet werden. Kranke Völker können zur Gefahr für die umliegenden Honigbienen werden, sagt der Hobbyimker Engelbert Mesarec vom Imkerverein Mainz. 

Bienen fliegen am 09.03.2015 in Frankfurt am Main (Hessen) (Foto: dpa Bildfunk, Frank Rumpenhorst/dpa)
Frank Rumpenhorst/dpa

Honigbienen ohne Aufenthaltsgenehmigung

Auch die Zahl von nicht gemeldeten Bienenvölkern in den Städten nimmt zu. Das kann zum Problem werden. In Berlins gibt es inzwischen Bezirke mit zu vielen illegalen Bienenhalter. Ab acht Völker pro Quadratkilometer ist nicht mehr genug Pollen für alle da, die Völker können regelrecht verhungern, sagen Fachleute. 

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