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Extrem starker Schneefall oder sogar Lawinen können die Reise in den Winterurlaub oder die Rückkehr vom Urlaubsort verhindern - der Schreck ist groß. Wir erklären, wann Urlauber stornieren können.

Der Weg in den Urlaub und wieder zurück kann durch die Schneemassen zum Problem werden. (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
Der Weg in den Winterurlaub und wieder zurück kann durch die Schneemassen zum Problem werden. dpa Bildfunk -

Fragen an Tamara Land, SWR Aktuelle Wirtschaft

Wie sieht es aus, wenn ich vor der Abreise in den Urlaub stehe, aber die Zufahrt ist wegen der Schneemassen gesperrt. Kann ich dann stornieren?

Bei Pauschalreise auf jeden Fall - also wenn man den Skiurlaub pauschal mit An- und Abreise gebucht hat. Es handelt sich dann um höhere Gewalt, man kann den Urlaub einfach absagen. Wenn man das Hotel aber auf eigene Faust gebucht hat, gehen die Rechtsauffassungen auseinander.

Zumindest für Österreich kann man aber sagen: Stornieren ist möglich. Die Voraussetzung dafür ist, man kommt wirklich gar nicht dorthin, auch nicht über einen Umweg. Das ist dann höhere Gewalt. Hier sieht die Rechtslage in Österreich vor, dass der Gast das Hotel auch nicht bezahlen muss. Das hat mir die österreichische Hoteliervereinigung bestätigt.

Genauso verhält es sich in der Schweiz. Laut Hotellerie Suisse ist die Reise kostenlos stornierbar, wenn der Skiort nicht erreichbar ist. Offen ist allerdings die Frage, was passiert, wenn der Skiort zwei Tage später wieder erreichbar ist. Dann ist nicht ganz klar, ob der Hotelier verlangen kann, dass man doch noch anreist oder wenigstens zahlt. Oder ob der Gast sagen kann, der Urlaub lohnt sich jetzt nicht mehr, ich storniere den ganzen Urlaub.

Ich bin am Urlaubsort, komme aber am Urlaubsende wegen zu viel Schnee nicht weg, bin quasi dort eingeschlossen. Wer zahlt die zusätzlichen Hotelkosten?

Ungeahnte Probleme - im Skiurlaub eingeschlossen von Schneemassen. (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
Ungeahnte Probleme - im Skiurlaub eingeschlossen von Schneemassen. dpa Bildfunk -

Wenn man schon da ist und wegen des Wetters nicht wegkommt, bleibt man in der Regel selbst auf den zusätzlichen Hotelkosten sitzen. Man kann höchstens den Hotelier fragen, ob er einem preislich ein wenig entgegenkommt.

Es gibt eine Ausnahme, die allerdings eher selten vorkommt: Wenn man den Skiurlaub als Pauschalreise mit An- und Abreise gebucht hat, ist der Veranstalter in der Verantwortung. Er muss dafür sorgen, dass man irgendwie wegkommt. Wenn das eben wegen der Wetterlage nicht möglich ist, dann zahlt der Veranstalter die längere Unterbringung. Das ist aber, wie gesagt, eher die Ausnahme.

Ich bin im Skiurlaub, kann aber nicht Skifahren wegen Lawinengefahr. Wird der Skipass dann erstattet?

Lawinenfeld auf dem Feldberg (Foto: SWR, Bergwacht Schwarzwald/picture alliance/dpa - Michael Corona)
Höhere Gewalt - Lawinen im Skigebiet. Bergwacht Schwarzwald/picture alliance/dpa - Michael Corona

Da stehen die Chancen schlecht. Die Betreiber von Liftanlagen sichern sich in ihren AGBs - den Allgemeinen Geschäftsbedingungen - entsprechend ab. Da steht in der Regel drin, wenn der Lift stillsteht aus Gründen, die der Liftbetreiber nicht zu verantworten hat, dann hat der Kunde keinen Anspruch auf eine Rückerstattung.

Im Klartext: Für das Wetter kann keiner was, weder der Kunde noch der Liftbetreiber. Das Risiko trägt in dem Fall der Kunde. Also auch wenn die Lifte nicht laufen wegen Sturm- oder Lawinengefahr, bekommt man sein Geld in der Regel nicht zurück.

Greift eine Reiserücktritts-Versicherung bei Unwetter?

Das hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen der Versicherung ab. Aber in der Regel greift sie nicht. Denn die Reiserücktritts-Versicherung sichert das persönliche Risiko für den Urlaub ab - das betrifft etwa Krankheit, Tod, den Tod von Angehörigen, Arbeitslosigkeit oder Schwangerschaft.

Aber Wetter ist in der Regel nicht darin enthalten. Das bedeutet, dieses Risiko trägt der Reisende selbst.

Online: Heidi Keller

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