Die Stadt der Zukunft

Wie neue Mobilität unser Leben verändert

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Der Verkehr der Zukunft wird wahrscheinlich deutlich anders aussehen als heute. Werden wir uns künftig mit selbstfahrenden Autos, Drohnentaxis und schwebenden Seilbahnen fortbewegen?

Die Zeichnung eines Autos von innen, der Fahrer hat keine Hände mehr am Lenkrad. (Foto: SWR, SWR - ZF)
Mit autonomen Fahrzeugen stressfrei durch die Stadt SWR - ZF

Autonomes Fahren, mehr Elektromobilität, vielleicht auch deutlich mehr Radverkehr und zunehmend geteilte Verkehrsmittel, sprich Car-, Roller- oder Bike-Sharing: Der Verkehr der Zukunft bietet ganz neue Möglichkeiten. Und er hat Einfluss auf das Leben, Wohnen und Arbeiten der Menschen.

Verkehr beansprucht heute bis zu zehn Prozent der Stadtfläche

Grün, großzügig und vergleichsweise leise könnte die Stadt der Zukunft sein. Und dazu mit deutlich mehr Platz. Zum Beispiel dann, wenn uns künftig Robocabs, also autonom fahrende Taxis, chauffieren würden. Am Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart beschäftigen sich Forscher mit genau solchen Fragen.

In europäischen Städten beansprucht der Verkehr im Schnitt fünf bis zehn Prozent der Fläche. Ein Anteil, der laut aktueller Studien halbiert werden könnte. Die frei werdenden Flächen könnten laut Steffen Braun vom Fraunhofer IAO beispielsweise in hochwertige Grünflächen umgestaltet werden. Laut dem Fachmann für Mobilitäts- und Stadtsystemgestaltung wäre dann aber auch Platz für neue, innovative Wohn- und Einzelhandelskonzepte.

In Zukunft mehr Platz für Urban Gardening?

Salatanbau in der Stadt - Urban Gardening in FrankfurtMain (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)
Salatanbau in der Stadt - Urban Gardening erfreut sich immer größerer Beliebtheit. picture-alliance / dpa - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Auch mehr Landwirtschaft mitten in den Städten wäre denkbar, ergänzt Nora Fanderl, Expertin für innovative Stadtentwicklung ebenfalls am Fraunhofer IAO in Stuttgart. Die vielen neuen Urban-Gardening-Projekte zeigten, dass sich die Menschen danach sehnten, selbst ihre Produkte anzubauen.

Die Forschungen am Fraunhofer Institut setzen voraus, dass sich künftig nicht nur saubere Antriebe durchsetzen, sondern sich auch mehr Menschen Verkehrsmittel teilen. Was aber, wenn dies nicht der Fall ist und immer neue Fahrzeugarten dazu kommen?

Heute den Weg zur neuen Verkehrskonzepten ebnen

Fahrradfahrerin auf Radweg (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Breitere Radwege machen das Radfahren auch in Städten attraktiver. Thinkstock -

Natürlich zeigen diese Zukunftsvisionen Idealzustände nach einer abgeschlossenen Automatisierung.

Die Übergangsphase erfordert ein intelligentes Management der bis dahin parallel existierenden Verkehrsstruktur aus automatisiertem Verkehr und Individualverkehr. So könnte beispielsweise der Radverkehr gefördert werden durch die Bereitstellung eigener Spuren.

Das Umland der Städte würde ebenfalls profitieren

Seilbahnen schweben über der Stadt La Paz (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Seilbahn im bolivischen La Paz: Liegt die Zukunft in der dritten Verkehrsebene? picture-alliance / dpa -

Ein Weg könnte auch der verstärkte Ausbau der dritten Ebene sein, sprich über Wohn- und Gewerbegebiete schwebende Seilbahnen, durch Röhren rasende Passagier-Kapseln oder weiterentwickelte Drohnen.

All das würde das Bild der Städte extrem verändern. Doch auch der ländliche Raum wäre laut Forscher Steffen Braun in diesen Szenarien nicht abgehängt. Zumindest dann, wenn aus der bislang oft im Stau verlorenen Pendelzeit ein Leben, Arbeiten und Erholen in der automatisch fahrenden Kapsel werden würde.

Staus würden dann der Vergangenheit angehören, und durch die verbesserte Anbindung an die Städte kann der ländliche Raum eine ganz neue Attraktivität gewinnen.

Von Philipp Pfäfflin, SWR Studio Stuttgart | Online: Stefan Heinz

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