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Urlaub nicht in einer überfüllten Bettenburg - sondern in einem individuellen Ferienhaus. Das klingt nach einem Traumurlaub. Aber was tun, wenn das gebuchte Ferienhaus gar nicht existiert?

Zeichnung: Ferienhaus mit Pool mit Schriftzug Fake (Foto: © Colourbox.de -)
Urlauber sollten bei der Buchung von Ferienhäusern - besonders im Internet - aufpassen. © Colourbox.de -

So ein Traumurlaub kann schnell zum Alptraum werden - dann, wenn es das gebuchte Ferienhaus gar nicht gibt. Verbraucherzentralen und Landeskriminalämter warnen, dass im Internet immer mehr gefälschte Angebote für Ferienhäuser kursieren.

Fragen an Tamara Land, SWR Aktuelle Wirtschaft

Was kann man tun, wenn man tatsächlich Betrügern mit einem falschen Ferienhaus auf den Leim gegangen ist?

Leider wenig - auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei erstatten. Aber die Chancen, das Geld wiederzubekommen, stehen schlecht. Deshalb raten Verbraucherzentrale und Polizei, nie den kompletten Mietpreis im Voraus zu überweisen und die Anzahlung am besten mit Kreditkarte oder per Lastschrift zu bezahlen, denn nur dann kann man das Geld in einem Betrugsfall zurückholen. Bei einer Überweisung oder bei einem Bargeldtransfer über Western Union oder Money Gram ist das Geld futsch.

Wie kann man verhindern, dass es soweit kommt? Wie erkennt man gefälschte Ferienhaus-Angebote?

  • Erstes Alarmsignal: Zu niedrige Preise sollten einen immer stutzig machen.
  • Dann aufs Impressum achten: Name, Adresse und Telefonnummer des Vermieters sollten angegeben sein. Nur eine Email-Adresse reicht nicht.
  • Die Verbraucherzentrale rät, auch mal beim Vermieter anzurufen. Denn Betrüger gehen meist nicht ans Telefon. Wenn man also unter der angegebenen Nummer nie jemanden erreicht, sollte man vorsichtig sein.
  • Noch ein Tipp ist, auf Google Maps zu schauen, steht unter der angegebenen Adresse überhaupt ein Ferienhaus.

Wenn man auf all das achtet, sinkt jedenfalls das Risiko, übers Ohr gehauen zu werden.

Ferienhäuser kann man auch über Plattformen wie AirBnB oder über Reiseveranstalter buchen. Ist das sicherer?

Ferienwohnung mit Pool unter blauem Himmel (Foto: thinkstock -)
Über Plattformen und Reiseveranstalter sicherer Urlaub im Ferienhaus buchen. thinkstock -

100-prozentige Sicherheit gibt es nie. Aber die Portale unternehmen viel, um die Kunden vor Betrug zu schützen. Bei AirBnB zum Beispiel ist es so, dass die Zahlung über deren Plattform läuft, und der Vermieter bekommt das Geld erst 24 Stunden nachdem der Gast eingecheckt hat. Das heißt: Wenn es die Wohnung gar nicht gibt, wird die Zahlung gestoppt.

Die Plattform 9flats hält es genauso. Auch da bekommt der Gastgeber das Geld erst, wenn der Gast eingezogen ist. Deshalb sollte man sich auf keinen Fall darauf einlassen, dem Vermieter das Geld direkt zu überweisen, um die Gebühren der Plattformen zu umgehen. Denn dann ist man nicht mehr abgesichert.

Wenn man ein Ferienhaus über einen Reiseveranstalter wie Tui oder Neckermann bucht, kann man sich sicher sein, dass das Angebot nicht gefälscht ist. Es ist dann eben aber auch nicht unbedingt ein Schnäppchen.

Online: Heidi Keller

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