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An Weihnachten werden traditionell Plätzchen, Stollen und Lebkuchen gebacken. Nüsse sind oft dabei. Doch wie sieht es mit der Schadstoffbelastung aus?

In der Vergangenheit waren immer wieder Nüsse belastet. Deshalb hat die Stiftung Warentest rechtzeitig zur beginnenden Backsaison nun Wal- und Haselnüsse aus dem Supermarkt auf Schadstoffe untersucht.

Fragen an Dominik Bartoschek aus der SWR-Umweltredaktion:

Können wir Nüsse im Supermarkt mit gutem Gewissen kaufen?

Ganz pauschal gesagt ja, allerdings mit gewissen Einschränkungen. Die Tester haben nämlich zumindest in den gemahlenen Haselnüssen teilweise geringe Belastung mit Schimmelpilz-Giften gefunden. Das betraf unter anderem die Produkte von Rewe und Lidl. Dazu gab es auch Spuren von Mineralöl, die entweder aus der Verpackung oder den Mühlen stammen. Das ist nicht erfreulich, aber letztendlich wurde dabei kein einziger Grenzwert überschritten. Insofern auch kein wirklich dramatisches Ergebnis. Trotzdem: Wer ganz sicher gehen will, sollte ganze Nüsse kaufen, die waren nämlich im Test fast alle rückstandsfrei, das betrifft sowohl Hasel- als auch Walnüssen. Der Nachteil ist, die muss man dann zu Hause eben selbst mahlen.

Nüsse wachsen zwar auch bei uns, die größten Mengen im Handel kommen aber aus dem Ausland. Wie sieht es denn da mit den Bedingungen beim Anbau und der Ernte aus?

Es gibt ein ernstes Problem, was die Haselnüsse angeht. Die stammen nämlich zum Großteil aus der Türkei. Und dort, das berichten zumindest Nichtregierungsorganisationen, soll die Situation der Erntehelfer nicht besonders gut sein. Es heißt, die Helfer seien oftmals Flüchtlinge, die unter sehr schlechten Bedingungen als Wanderarbeiter die Nüsse ernten, und auch Kinderarbeit sei durchaus üblich.

Stiftung Warentest hat bei den deutschen Handelsunternehmen nachgefragt. Einige von ihnen haben gesagt, sie würden darauf achten, zertifizierte Nüsse zu kaufen, bei deren Ernte gute Arbeitsbedingungen garantiert seien. Allerdings gibt es von diesen zertifizierten Nüssen gar nicht genug, um die Nachfrage zu decken. Und letztendlich können die Kunden das auch nicht nachvollziehen oder nachprüfen, sie müssen hier einfach den Aussagen der Unternehmen vertrauen.

Online: Andreas Reinhardt

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