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Viele Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime setzen ihre Patienten und Heimbewohner unnötigen gesundheitlichen Risiken aus - durch Lebensmittel, die mit Keimen belastet sein können.

ine Probe aus einem Fertiggericht wird am 18.02.2013 im Labor des Landesamtes für Lebensmittelsicherheit in Rostock untersucht. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Die Lebensmittelüberwachungsämter haben 2017 mehr als eine halbe Million Betriebe kontrolliert. picture-alliance / dpa -

Auf den Speiseplänen vieler Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime stehen viel zu oft risikobehaftete Lebensmittel wie Feinkostsalate, streichfähige Rohwurst, bestimmte Weichkäsesorten, Räucherfisch oder Tiefkühlbeeren. Diese Lebensmittel können mit Keimen belastet sein und dadurch bei empfindlichen Personen schwere Infektionskrankheiten auslösen. Das bemängelt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in seinem aktuellen Bericht zur Lebensmittelüberwachung.

Nur jede zehnte Einrichtungen verzichtet auf keimanfällige Lebensmittel

Eine ältere Frau sitzt in einem Seniorenheim in Frankfurt (Oder) und isst ihr Mittag, aufgenommen am 15.02.2011. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Nur 10 Prozent der untersuchten Einrichtungen verzichteten auf "Risikolebensmittel." picture-alliance / dpa -

"Erschreckend", findet der Präsident des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Helmut Tschiersky, dass nach wie vor "in so vielen Einrichtungen, in denen man gesund werden soll, das
Risiko besteht, am Essen zu erkranken."

Dabei hat das zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bereits im Jahr 2011 Handlungsempfehlungen zum Schutz besonders empfindlicher Personengruppen vor Lebensmittelinfektionen herausgegeben, die es jährlich aktualisiert. Doch nur gut die Hälfte der im Jahr 2017
kontrollierten Einrichtungen (45 Prozent) kannte diese Empfehlungen überhaupt.

Foodwatch fordert mehr Transparenz bei Lebensmittelüberwachung

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert eine Veröffentlichung sämtlicher Ergebnisse der amtlichen Hygiene- und Lebensmittelkontrollen - auch für Kantinen und Caterer. Nur so könnten die Verantwortlichen in Krankenhäusern und Heimen den vertrauenswürdigsten Lieferanten für das Essen ermitteln. Bisher würden die meisten Ergebnisse der Überwachung nur anonym veröffentlicht.


Stefanie Peyk, SWR-Redaktion Umwelt und Ernährung | Online: Lutz Heyser

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